Kopfkino

Back from the Alps!

| 1 Kommentar


So, ein paar Tage nach Ankunft aus Mayrhofen bin ich nun wieder fähig, mich körperlich zu betätigen. Also werde ich mal ein paar Zeilen zum Mountainbike Trip ins Zillertal nach Mayrhofen niederschreiben.

In Summe: einfach nur geil. Soviel kann ich schon mal vorweg nehmen.
Der Urlaub hat sich absolut gelohnt; auch wenn es nur effektiv vier Tage Fahren waren. Haben aber am Ende dicke ausgereicht. Bei mehr sollte durchaus ein Tag Pause eingelegt werden.

Wir (Hermann und ich) fahren also am Freitag in Echterdingen los. Doch bereits in Stuttgart kommt die erste Aufregung.
Ich bin ja ein Fan des Online-Portals der Deutschen Bahn. Doof ist nur, dass man eine Fahrradmitnahme NICHT online buchen kann. Weiss der Geier warum. Also nehmen wir eine Bahn früher in die Stadt und schleppen uns zum DB Schalter. Eine halbe Stunde später hatten wir die Gewissheit, dass auch die Leute bei der Bahn manchmal keinen Plan haben. Wir bekommen dennoch Tickets für die Bikes – jedoch nur bis Rosenheim.
„In Österreich benötigen Sie vermutlich keine Tickets. Wir können das hier nicht im Rechner sehen“. So sagt man uns. Nun gut.
Ab Rosenheim wussten wir es dann besser: man benötigt so ein Ticket. War aber auch kein Problem.
Zur Ankunft in Mayrhofen regnet es dann natürlich. Die Vorzeichen für tolle Touren waren eher schlecht als recht.
Abends dann also noch los, ordentlich Futtern (wir haben mehrere Haxen im Urlaub verdrückt) und ein paar Bier ziehen.

Samstag dann früh raus, die erste Tour steht an. Das Wetter sieht extrem durchwachsen aus. Für Dienstag ist sogar Schneefall ab 1000m angesagt. Großes Tennis.
Tour eins ist zunächst die Penkenbahn. Die Touren sind im Zillertaler Rad- und Mountainbike Faltblatt beschrieben. Ebenso in einer der letzten Ausgaben der Bike.
Die Tour sollte einfach sein, lediglich mit der Bahn rauf und dann nur noch runter. Dumm nur, dass die Bahn gesperrt war. Also ab in den nächsten Ort nach Finkenberg und dort die Bahn hoch. Die paar Höhenmeter nach Finkenberg (eventuell so um die 200m) zeigen uns gleich mal, dass der Urlaub keine Spazierfahrt wird. Nun ja, abwarten. Oben angekommen war das Wetter dann eher ungut. Kalt, windig, überall dicke Wolken. Voll doof.
Dann erst mal die Abfahrt suchen. Schnell wird uns klar, dass die Beschilderung für Mountainbiker total für die Katz ist. Die Bike-Karte für das Zillertal ist noch nicht mal durchschnittlich. Wirklich ganz schnlecht. Sowas hätte die Bike auch mal schreiben können.
Jedenfalls treffen wir oben auf dem Penken (2095m) andere Biker. Die haben uns wie Autos angeschaut. Irgendwie auch verständlich. Wir beide in kurzen Hosen. Obenrum lediglich ein langarm Trickot an. Dazu normale Schuhe (keine Clicks). Hermann sein Bike noch mit oldstyle Felgenbremsen. Die Kisten von den anderen Bikern waren absolute High-Tech Teile. Daher die Verwunderung verständlich 🙂
Aber nur das Material zählt nicht.
Die Tour endete dann wieder unten im Tal. Ein kleiner Regen zwang uns zum Zwischenstopp. Doch in Summe eine nette Tour. Wir sind die aber auch leicht anders gefahren als beschrieben. Wir haben noch einen Wanderweg vorbei an einem Wasserfall genommen. Wunderbar.
Abends dann Standardprogramm. Essen, Trinken, Feiern.


Sonntag dann hoch und erst einmal freuen. Juhu, die Sonne scheint. Richtig nettes Wetter. Zwar ein paar Wolken, doch immerhin stimmt die Temperatur.
Na, sagen wir uns, das schreit doch nach einer Tour mit Panorama. Also entscheiden wir uns für das Stilluptal. Lässige 1042 Höhenmeter. Locker machbar 🙂
Bis zum Speicher gehts immer recht steil nach oben. Das trennt die Spreu vom Weizen und war schon echt knüppelhart. Und das war erst die Hälfte. Zunächst wird man aber mit dem Blick auf den Speicher belohnt. Wunderbar. Da haben wir uns schon gesagt: wenn es ab morgen blödes Wetter gibt, dann ist es auch egal. Die Tour hat schon einiges entschädigt. So macht das Laune.
Aber es geht weiter. Wir haben ja gerade mal die Hälfte an Höhenmetern. Und es wird immer steiler. Aber wir wollen noch mindestens bis zur Grüne-Wand-Hütte. Ab dann haben wir erreicht, was wir wollten. Ab dann gehts nochmals so richtig knackig bis zur Materialseilbahn. 250m Höhe auf etwa 2km verteilt. Eventuell auch weniger. Also knackig ist gar kein Ausdruck mehr. Die letzten Meter haben es pervers in sich. Brutal. Nun ist man aber direkt am Fuß des Gletschers. Einmalige Aussicht.
Die Rückfahrt wird easy. Ab jetzt geht es etwa 18-19km bergab. Teilweise so steil, dass man permanent die Bremse tätigen muss. Spätestens hier musste Hermann eingestehen, dass Scheibe doch ein anderer Schnack ist.
Unten angekommen waren dann die Strapazen von der Auffahrt fast vergessen. Aber in den Beinen merkte man es doch. Perfekt.
In Summe eine wunderbare Tour. Besonders bei gutem Wetter. Von dem Anstieg sollte man sich nicht zu sehr schocken lassen. Beine benötigt man aber dennoch 🙂


Interessanterweise wurde der Montag dann auch schön. Also zunächst einmal nur das Wetter. Denn die Tour zur Kotahornalm beginnt – wie auch sonst – mit einem Anstieg. Unten aus dem Tal geht es sportlich 400m nach oben nach Ramsberg. Leider auf der Straße, welche aber wenig befahren war. Die Sonne brannte recht ordentlich und die Schweissproduktion lief auf absoluten Hochtouren. Bei Hermann bildeten sich richtig dicke Wassertropfen auf dem Arm. Mein Kreislauf wollte sich zweimal verabschieden. Der Kombination aus Hitze und dem doch immer stetigen Anstieg wollte mein Körper zum Opfer fallen. Aber mein Hirn sagte: weiter! Und so ging es dann auch weiter. So einfach wollten wir nicht aufgeben!
Anschliessend ging es dann ein wenig bergab, um dann mit der Gerlossteinbahn zum Kotahorn zu kommen. Ab hier gehts kurz bergauf bis zur neuen Kotahornalm . Jetzt gehts rund. Erst ganz leicht bergab zur alten Kotahornalm. Und nun der Ultrahammer. Jetzt kommt ein Singletrail hinauf zur Karlalm.
Die Bike schreibt: Der Singletrail bergauf bis zur Karlalm hat einige kniffige Passagen, die nur für Fahrtechnikkünstler fahrbar sein dürften, aber auch wunderbar flüssige Abschnitte. Aaaaahm, ja, is klaaaar. Also beim besten Willen. Das Ding war bergauf quasi gar nicht fahrbar. Ich habe es teilweise versucht. Da ging nix. Und ich kann mir echt nicht vorstellen, wie man das anstellen soll. Jedenfalls haben wir uns aufs Schieben konzentriert. Eventuell kann man die Strecke runterwärts fahren. Bergauf wage ich das aber mal zu bezweifeln. Komplett ausgewaschen, extrem schmal, steil, riesige Absätze. Ach ja, und rechts geht es lustig bergab. Freier Fall.
Nun ja, oben angekommen war es das dann auch mit der Auffahrt. Ab hier geht es auf einer tollen Schotterstraße bergab. Jene wird dann eine normale Straße, die man aber super durch den Wald verlassen kann. Die Waldstrecke war wirklich super. Und am Ende gibt es sogar noch einen extrem steilen Singletrail, der richtig dicke Steine und Absätze aufbietet. Seeeehr nett.
Abends wieder Haxen, Bier, …, ihr kennt das.


Für Dienstag war ja nun Schnee ab 1000m Höhe angesagt. Aber nix da. Noch immer gutes Wetter. Ab wir beide waren zunächst mal komplett im Eimer. Also Anstiege waren nicht mehr möglich. Also sind wir erst gegen 14:00 Uhr los und haben eine kleine Tour durchs Tal gemacht.
Ab Mayrhofen Richtung Hippach geht am Wald ein netter Weg entlang. Dummerweise beginnt jener gleich mit einem krassen Anstieg. Das war der Killer. Der Kreislauf noch im Tiefschlaf, die Muskeln noch kalt. Das hat uns den absoluten Rest gegeben. Anschliessend ging nicht mehr viel.

Nachträglich lässt sich aber ganz locker sagen, dass sich alle Quälereien vollends gelohnt haben. Sowas werde ich auf jeden Fall wieder machen. Eventuell noch dieses Jahr?
Fakt ist aber auch, dass man eine gute Kondition benötigt und die Beine doch etwas dicker sein sollten. Und das Material ist auch nicht zu verachten.

Alle Bilder gibt es hier

Ein Kommentar

  1. Hatte viel Spass an Deiner Urlaubsbeschreibung, gut geschrieben, konnte Deine Quälereien nachvollziehen.
    Gruß von der Insel, hier sind die Höhenunterschiede nicht allzu heftig, dafür mehr Wind und Wasser.
    Mama

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.