Kopfkino

Region West Kootenay

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Wie zuletzt erwähnt, fanden wir einen netten Campingplatz am Upper Arrow Lake (Blanket Creek RV Park) und fröhnten dort dem ersten Feuer in Kanada.
Von hier aus zogen wir am folgenden Tag weiter gen Süden. Erste markante Stelle: Shelter Bay – ein kleiner Fährhafen, der kostenlos auf die andere Seeseite übersetzt.
Die Gegend wurde merklich einsamer, was uns absolut entgegen kam. So wollten wir es haben. Ein weiteres Zwischenziel sollte Nakusp sein, gelegen am unteren Ende des Upper Arrow Lakes. Hier legten wir einen kleinen Stopp ein, schauten uns kurz im beschaulichen Örtchen um, informierten uns im Touristenzentrum (welches mal wieder 1A war) und fuhren weiter, nun eher leicht östlich in Richtung Kaslo (Highway 31A).
Ab Nakusp wurde die Strecke nun enorm beschaulich. Die entgegen kommenden Fahrzeuge waren an einer Hand abzuzählen, das Wetter wurde regnerisch und wir waren alleine in der Natur unterwegs. DAS ist eben auch ein Teil Kanada, viel Weite, enorm viel Natur und nicht immer perfektes Wetter. Uns hat es sehr gut gefallen.
Einen kleinen Ausflug zu alten Zedernbäumen hatten wir uns dann aufgrund der Wetterlage geschenkt, zwei einsame Rehe am Strassenrand verweigerten uns die Aufnahme. Sonst weit und breit kein (sichtbares) Tier.
Kaslo, mit ca. 1000 Einwohnern das Zentrum der Region und am Kootenay Lake liegend, sollte das maximale Tagesziel sein. Im Reiseführer fanden wir einen wirklich netten Campingplatz (Cedar Bay) kurz hinter der Stadt. Mit total freundlichem Verwalter. Seine Gastfreundlichkeit animierte uns gleich einen Tag länger zu verweilen.
Am folgenden Tag zog es uns zurück nach Kaslo ins Touristenbüro. Schnell fanden wir eine Idee für den Tag: Lachse beim Wandern beobachten. Mit Potenzial auf Grizzlybären. Oh ja, das wollten wir. Allerdings wurde aus den vermeintlich 20 Minuten Fahrt fast eine Stunde. Aber halb so wild, wir fanden zu dem netten Fleck Erde und konnten nun auch die rot gefärbten Kokanee Lachse im Wasser beobachten. Wie ihr sicher wisst, ziehen Lachse zum Laichen die Flüsse hinauf. Ein Spektakel – sehr gerne auch von Bären angenommen. Das Gebiet war definitiv Grizzly Land, wie auch die Schilder eindringlich aufzeigten. Der kleine Park wurde auch nur zwischen 10 Uhr und 14 Uhr geöffnet. Zu anderen Zeiten sind dort die Grizzly unterwegs, zu der Zeit auch gerne mit Nachwuchs (und das erzeugt gerne eine kritische Situation). So haben wir auch leider keine Grizzly gesehen.
Zum Nachmittag zog es uns erneut nach Kaslo, welches einen beschaulichen Stadtkern aufweisen soll. Nun, es dreht sich im Grunde um eine Strasse, nette Läden hier und dort, viel mehr aber auch nicht. Wir folgten noch einem kleinen Wanderweg entlang des Sees und endeten dann doch an einer Fish & Chips Bude, die von Mitreisenden schon am Tag zuvor entdeckt worden war 😉
Also sündigen und wirklich leckeren Fish mit selbst geschnittenen Pommes naschen. Leecker.
Am Abend, und zurück am Campingplatz, zündelten wir noch einmal ein Lagerfeuer. Der Chef hatte uns extra kleine Holzstücken (kostenlos) bereit gestellt. Unglaublich netter Typ.
Heute pilgerten wir weiter hinab den Kootenay Lake mit Zwischenziel Nelson, kulturelles Zentrum der Region und auch sehr hübsch. Ein kleiner Abstecher auf einen lokalen Markt, ein Gang durch die Baker Street – quasi die mit alten Häusern gesäumte Hauptstrasse – gefolgt von einer Fahrt mit einer alten Strassenbahn aus Holz entlang der Seeseite der Stadt. Hübsch und die Gegend einsame Spitze.
Final führte es uns heute zum Christina Lake (ganz ganz sicher benannt nach einer lieben Freundin!). Christina Lake gilt als wärmster See Kanadas, da nicht primär von Gletscherwasser gespeist. So konnte ich es mir auch nicht nehmen, einmal in Christina zu planschen. Schade nur, dass das Wetter suboptimal war. Kalter Wind, wenige Striche auf dem Thermometer. Aber als ehemaliger Inselbewohner kennt man keinen Schmerz und so sprang ich in die Fluten. Och, ganz angenehm, wenn man dann mal drin ist. Draussen war es unangenehmer.
Zurück am Campingplatz fragten wir dann noch nach dem angeblich beheizten Aussenpool und die nette Dame gab uns jenen noch frei („so ca. 26 bis 28°C“). Verlockend. Aber leider nicht realistisch. Die Mädels waren tapfer und kamen mit mir ins Wasser. Dort hielt es uns aber nicht lange, was ganz sicher den etwas zu optimistisch geschilderten Temperaturen geschuldet war.
Ab morgen rückt Vancouver wieder ein Stück näher und somit der Urlaub dem Ende. Wir berichten später.

Ein Kommentar

  1. Wir erwarte Euch schon freundlich zurück … und haben hier gleich die Wetterlage im Moment auf 12°C und Dauerregen angepasst … damit Ihr den Urlaub gleich noch mehr schätzen könnt.

    Whistler klingt ja wirklich top! Wir wünschen noch ein paar schöne Tage und stressarme Rückreise. 🙂

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