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Ich weiß, ich weiß, der letzte Beitrag wird schmerzlich erwartet und wir haben auch manche sagen hören, wir hätten für diesen Urlaub weniger geschrieben.
Dazu können wir nur eins sagen: mehr Kommentare zeigen uns, dass wir Leserschaft haben und das wiederum motiviert 🙂
Nein, im Ernst. Es war dieses Jahr einfach etwas schwierig mit dem Internet und der Verfügbarkeit auf den Campingplätzen, aber dafür waren unsere Beiträge ja auch gehaltvoller.

Um den Spannungsbogen noch ein wenig mehr zu dehnen: dies ist der vorletzte Eintrag, der letzte ist schon im Entwurf fertig und wird in den nächsten Tagen kommen.

So – nun geht es aber los.
Nach Christina Lake zog es uns weiter zurück Richtung Westen, Vancouver sollte bis Freitag erreicht sein. Tagesziel eigentlich das 262 km entfernte Princeton, wir entschieden uns aber aufgrund der guten Straßenzustände doch noch weitere 70 km bis Manning Park zu fahren.

Auf der Strecke gefiel uns besonders der kleine Ort Greenwood, das grüne und warme Tal rund um den Ort Osoyoos (hier kommt auch der kanadische Wein her) und die Gegend bis Keremeos, wo sich unzählige Obstplantagen und Farmer Märkte befanden. Wunderschön und am liebsten hätten wir alles frisch aufgekauft, jedoch waren wir bereits dabei unsere letzten Vorräte zu verarbeiten und da war kaum noch Luft für noch mehr Obst und Gemüse.

Der Manning Provincial Park war noch einmal mitten im Nirgendwo. Natur und sonst nichts. Unser Campingplatz war direkt am Lightning See, wunderschön, ruhig gelegen. Torsten und ich gingen noch auf Bieberjagd an einen nahe gelegenen Bieber-See, aber leider hatten wir keinen Erfolg. Na gut, sollte nach den ganzen Bären- und Walsichtungen eben nicht mehr sein. Später lasen wir auch, dass die Bieber an diesem See nicht mehr ganzjährig leben. Toll.

Der Freitag führte uns dann 170 km weiter, immer parallel zur US-Grenze, bis Fort Langley. Dort wollten wir einen schönen Campingplatz etwas stadtnaher aufsuchen, jedoch mit den Gegebenheiten (Freitag und top Wetter) hatten wir keinen Erfolg mehr. Der Campingplatz war schon voll mit Wochenend-Campern. Wir waren einfach zu dicht an Vancouver.
Wir fanden schließlich noch zwei Stellplätze in Surrey. Neben den Dauercampern waren wir dort fast allein und es war auch nicht der schönste Platz, jedoch waren wir dort hauptsächlich um Koffer zu packen und am nächsten Morgen zeitig zum WoMo-Verleih zu fahren.

Kofferpacken ging dann irgendwie doch schneller als erwartet, wir verarbeiteten noch die letzten Reste unserer Kühlschränke zu einem leckeren Menü und schwupps ging es am nächsten Morgen 8 Uhr zu Canadream.
Die Abgabe lief fast komplett unkompliziert und die Kaution gab es auch zurück. Bei $750 nicht ganz unwesentlich am Ende des Urlaubs 😉
Einen kleinen Herzstillstand bescherte uns die Mitarbeiterin noch, als sie wortwörtlich sagte „Sie wissen, dass Sie Ihren Generator benutzt haben, oder?“
Woaaaahhh was? Nein, haben wir ganz sicher nicht benutzt. Hintergrund des Schreckens: ein lediglich einmaliges Anschalten des Generators kostet 150 Euro, da die Wartung angeblich so aufwändig und teuer ist. Wir haben den Generators jedoch aus genau diesem Grund nie benutzt und hatten ja fast immer Strom auf den Campingplätzen, sodass wir gar keine Notwendigkeit dazu hatten.
Angeblich haben wir uns den Luxus für eine halbe Stunde geleistet. Stimmt natürlich nicht und wurde aus Kulanz auch wieder von der Rechnung genommen. Puhh – was für ein Moment!

Anschließend wurden wir zum Flughafen gefahren. Dort kamen wir ca. 10 Uhr an. Abflug war allerdings erst am Abend um 20:40 Uhr. Eingecheckt hatten wir bereits am Vorabend, zum Glück konnten wir unser Gepäck (natürlich gegen eine Gebühr) am Flughafen zwischenlagern.
Dann beliebte es uns noch einmal entspannt mit Handgepäck in die Innenstadt Vancouvers zu fahren. Da wir es in den ersten beiden Tagen nicht in den Stanley Park schafften, war dies nun unser erstes Ziel.

Der Stanley Park ist 405 Hektar groß und somit der größte Stadtpark Kanadas, der drittgrößte Nordamerikas. Er liegt auf einer Halbinsel und ist mit 200 km Fuß- und Radweg durchzogen, der mitunter auch direkt an der 9 km langen Küstenlinie entlang führt und sowohl Blick auf Downtown, als auch Richtung Norden und auf das Meer bietet. Ein Stück sind wir zu Fuß gegangen, zwischendurch aber auch mit einem Hop-on-Hop-off – Bus gefahren.
Das Wetter war bombastisch, blauer Himmel, Sonnenschein – die Leute lagen am Strand und waren baden. Außerdem hatten wir noch das Glück, einen Seeotter zu sehen.
Das war wirklich ein herrlicher Abschied und noch einmal die schönste Seite der Stadt.

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Anschließend gönnten wir uns noch ein schönes Stück Käsekuchen plus Cappuccino in der Innenstadt und dann ging es am Abend auch schon nach Hause.

Mit Umsteigen in London und einer verspäteten Landung in Berlin inkl. anschließendem Gepäckverlust melden waren wir dann um 20:45 Uhr zu Hause.
Das fehlende Fahrrad-Gepäckstück wurde uns schon heute nach Hause geliefert und nun sind wir, unsere gesamten Sachen, viele schöne Erinnerungen und Fotos wieder zu Hause.

Unsere ersten Gedanken waren „oh wie groß ist unsere Wohnung“ und „wie bequem unser Bett nur ist“ – nicht, dass es uns im WoMo nicht gefiel, aber zu Hause ist es doch am Schönsten.
Auch die erste Autofahrt war für Torsten etwas komisch. Plötzlich passiert wieder etwas, wenn man auf das Gaspedal tritt oder am Lenkrad kurbelt 🙂

Ein letzter Artikel folgt noch, bevor wir hier im Blog vorerst mit Kanada abschließen. Stay tuned!

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