Kopfkino

Limestone Caves und die Glühwürmchen

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Heute kommt mal ein extra Eintrag für ein einzelnes Erlebnis.
Wer uns kennt weiß, dass wir gerne zur jährlichen European Outdoor Film Tour gehen. Eine Zusammenstellung von kurzen Dokumentarfilmen, die alle mit Outdoor-Aktivitäten oder -Sportarten zu tun haben. Ich habe dieser Tage viel an unseren letzten Besuch 2014 und den Film „The Cave Connection“ gedacht. Damals war in Berlin sogar Kieran Mckay persönlich vor Ort und hat von seinem Versuch berichtet und Fragen beantwortet.
Lest selbst kurz nach, worum es geht: Link zum Anklicken.

Warum habe ich viel daran gedacht?
Wir haben in unserer Neuseeland-App (Campermate) und in unserem Reiseführer (WoMo Guide Neuseeland) etwas von einer Höhle, bzw. einem Höhlensystem gelesen, das man auf eigene Faust erkunden kann. Unter anderem, um Glühwürmchen zu sehen. Lag auf unserem Weg, also hin da!

Was für ein Erlebnis!

Zunächst ging Torsten hinein. 300 Meter Höhle, ca. 40 Minuten, man sollte sich entsprechend kleiden, um ggf. auch schmutzig zu werden.
Er kam wieder und war begeistert. Meinte es waren viele andere (Deutsche) drin, es war ein tolles Erlebnis, er hätte nur ein paar vereinzelte Glühwürmchen gesehen. In der Höhle kommt irgendwann ein Pool (von dem wir vorher schon gehört hatten) und er sah zu tief aus, um diesen zu überqueren. Zu der Zeit kam auch niemand anderes an der Stelle an, so dass Torsten umkehrte und zum Eingang zurück ging.

Nun war ich an der Reihe. Wir fragten noch drei Jugendliche, sie hatten soeben den Pool überquert! Wow! Links halten. Okay, also links halten!
Ich also hin. Infotafel gelesen. Wandersachen, Wanderschuhe – hab ich alles! Taschenlampe, Handy als Notfall-Lichtquelle – hab ich! Rein gehts!

Plötzlich krauche ich in ein Erdloch, nicht weit hinein und es ist sofort finster. Taschenlampe an. Ducken, Klettern, normal Laufen, durch Steine hindurch winden, sehr tief ducken, fast krabbeln, enge Stellen überwinden. Eine Höhle. Eine andere Höhle. Viele, viele Steine, Gruften, verzweigte Höhlen. Ein Abenteuer! In den Gruften immer mal das Licht aus – Glühwürmchen! Immer mal ein paar. Mal 20-30 auf einem Haufen. Ein Sternenhimmel in Klein!
Um mich herum niemand anderes! Wo sind die ganzen anderen Menschen, von denen Torsten sprach?

Einige Stellen waren kniffelig zu überwinden, aber nachdem ich von den Jugendlichen gehört hatte, dass sie den Pool überquert hatten, war ich sowieso fest davon überzeugt nicht den gleichen Weg zurück zu gehen.
Und dann stand ich am Pool, 30 Minuten nachdem ich hinein bin. Er sah tief aus, ein Grund war nicht erkennbar. Okay, links halten. Links sieht man etwas flachere Steine, aber wo festhalten? Ich habe eine Weile gezögert. Meine größte Angst war eigentlich nicht das hinein fallen, im Wohnmobil hätte es eine warme Dusche und trockene Sachen gegeben, sondern eher mein Handy 🙂
Also, für den Falle des Hineinfallens das Handy von der Hosentasche in den BH, am Stein fest gekrallt und los. Ein Fuß im Wasser, absichtlich und nicht dramatisch, habe ja gute Wanderschuhe. Puhhh, geschafft! War ich froh. Gleich noch ein Bild gemacht. Handy lebt auch noch.

Danach ging es weiter. Es wurde noch enger, die Stellen noch schwieriger. Auch hier habe ich ein paar Mal an den Dokumentar-Film gedacht: Hüften zwischen den Steinen verkanten, um dann mit den Händen umzugreifen. Dies nur einer der abgeschauten Tipps.

Unter mir lief Wasser, das Wasser lief die Wände hinunter und nun wollte ich erst recht zum eigentlichen Ausgang und nicht nochmal über den Pool zurück.
Noch ein Pool. Eine Leiter mittendrin. Sieben Meter hoch. Später wieder eine Leiter, fünf Meter runter. Später noch eine Leiter hoch.

Nach 45 Minuten bin ich am Ausgang. Ich habe keine Massen von Glühwürmchen gesehen, aber es war ein unglaublich tolles Erlebnis einmal durch so eine Höhle zu Wandern. Ja oder eben eher zu kriechen, schleichen, lauschen, den Weg leuchten etc. Zack, aus dem Gras gekrabbelt stand ich wieder an der Straße.

Wer mal hier ist – unbedingt machen!

Ich lasse noch ein paar Bilder sprechen.

Ein Kommentar

  1. Ihr Verrückten!
    klingt aber echt toll und Katana ist mehr als begeistert und möchte auch gleich los 😉

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