Kopfkino

Wenn einer eine Reise macht …

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Tja, dann hat man was zu lachen. So oder so ähnlich geht es doch weiter, oder?
Nun , bei mir passt es anscheinend ganz gut.

Los geht es also am Dienstag in Stuttgart. Das Wetter ist gut, ich bin früh beim Check-In. Alles super.
Also rein in den Flieger. Es sind nicht mehr so viele Sitze frei, sagte mir die Dame. Aber in der Mitte wollte ich nicht sitzen. Also habe ich einen Platz beim Emergency Exit genommen. Was soll’s. Es stellte sich dann aber heraus, dass das gar keine schlechte Wahl war. Man hat massig Platz zum Vordersitz.
Los geht der Flug, ein Film wird serviert, dann das Essen, elendig viel Werbung, wieder ein Film, wieder etwas Essen. Alles sehr gut. Nach zehn Stunden Flug sind wir in Atlanta. Es gab nur einen Nachteil. Die Klimaanlage war saukalt eingestellt. Selbst mit Pullover und Decke war es den meisten zu kalt. Wen kümmerts, muss man halt mit leben.
Ach ja, Atlanta. Wow, der Wahnsinn. Der Airport ist meines Wissens nach der größte der Welt. Sieht man. Wenn ich mich nicht irre, dann waren es ACHT parallele Start- und Landebahnen. Und es ist anscheinend Heimatflughafen von Delta. Alleine die Gates von Delta haben wohl die Größe von Frankfurt. Irre. Zwischen den Gates wird man natürlich mit der U-Bahn gefaren. Es sind schon so ein bis zwei Gates 🙂
In Atlanta beginnt dann das Unheil. Beim Check-In fßr Einreisende (Einwanderungsbehörde, Stichwort Homeland Security), bei dem man eine wilde Fragerei mit Fingerabdrßcken und Foto durchmachen muss, dauert es einfach zu lange. Die Leute waren anscheinend leicht überfordert und absolut unterbesetzt. Also war eeeelendiges Warten angesagt. Ich hatte eine Stunde und 40 Minuten Aufenthalt – eigentlich. Also ich aus diesem Check-In-Ou-Whatever raus bin, waren es noch gigantische 10 Minuten. Kein Scherz. Der Flug war also quasi weg. Dann musste ich natürlich noch den Koffer abholen, zum Zoll laufen, wieder Koffer abgeben und ’ne kleine Leibesvisite über mich ergehen lassen und letztendlich wieder bei Delta einchecken. Da haben anscheinend die Leute von Delta gemerkt, dass das alles in diesem Tempo nicht weitergehen kann. Also wurden wir quasi wie Vieh überall durchgeschleust. Einmal im Land ist es anscheinend alles halb so wild mit den Sicherheitskontrollen. Also rein in die U-Bahn bis zum nächsten Terminal und hoffen.
Oooooh, super. Der Anschlussflug fliegt später. Schwein gehabt. Also rein in den Flieger und wieder warten. Haben irgendwie kein Platz für das Rollout bekommen. Standen ewig in der Gegend rum. War mir aber fast egal, war ja mein letzter Flug.
Jener verlief dann auch recht fix. Kaum gestartet wurden ein paar Getränke gereicht, kurz in den Gegend rumschauen und wieder fertig machen zum Landeanflug. Da sind wir also in Raleigh. Nun denn.
Jetzt aber raus aus dem Flieger und Gepäck abholen. Hmm, dachte ich mir, das können die in Atlanta eigentlich nicht so schnell in den Flieger geschafft haben. Das wäre ein Wunder. Also ran an das Band und hoffen. Ich warte 10 Minuten – kein Koffer. Warte 15 Minuten – noch immer kein Koffer. Also rein zu Delta und nachfragen. Die nette Dame sagte mir, dass alle Koffer in den Flieger gekommen sind. Ha, hahahaaa, aaaah ja, interessant. Also einfach mal noch ’ne Runde warten. Aber umsonst. Koffer nicht da, ganz toll. Wird mir nachgeschickt, sagt mir die Dame von Delta.
Also rein in den Bus und ab zum Autovermieter – AVIS in diesem Fall. Ja, kein Scherz, hier haben die Autovermieter eigene Busse, mit denen die Leute zu den Mietstationen gekachelt werden. Schon lustig.
Dann bei AVIS angekommen will ich nur noch ein Auto haben und ab zum Hotel. Bin etwas durch. Ist ja auch schon 20:00 Uhr oder so im Dreh. Also Auto aussuchen (hatte ja schon eins reservieren lassen) und los. Aber nein, meint die Dame am Schalter, ihre Kreditkarte wird nicht angenommen! Bitte was? Da ist mal eben eine Welt zusammen gebrochen. Kein Geld und dann in den USA? Das ist unmöglich. Oh man, da musste ich hart schlucken.
Glücklicherweise hatte ich mir bereits in Stuttgart 40$ geholt. Man weiss ja nie. Aufgrund des nicht vorhandenen Aufenthalts in Atltanta – wo ich eigentlich Geld holen wollte – war das keine schlechte Idee gewesen. Also Taxi holen und für 20$ ins Hotel. Super. Geschafft.
Im Hotel dann angekommen ging es dann weiter. Aufgrund eines Flutschadens sind vier Häuser nicht bewohnbar. Häuser, ja, muss ich eben erklären. Das Hotel ist in einzelne Häuser zu je vier Einheiten aufgeteilt. Und es hatte einen Tag zuvor so heftig geregnet, dass die unteren Ebenen gefultet wurden (Hier der Link zum Hotel). Also wollte mich der gute Mann in ein anderes Hotel verschaffen – angeblich mit dickem Zimmer und bester Ausstattung. Habe ich aber dankend abgelehnt. Ausserdem wollte ich unbedingt Internet for free und Telefon haben. Und das konnte er mir für das andere Hotel nicht garantieren. So hat er mir ein anderes Zimmer in meinem Hotel gegeben. Keine schlechte Wahl: zwei Schlafzimmer mit je eigenem Bad, ein nettes Wohnzimmer mit Wohnküche, drei Fernseher. Kann man nicht klagen. Bis auf die Tatsache, dass der Teppich ein wenig feucht war. Deswegen standen auch noch 5 dicke Teppichtrockner auf dem Boden. Teppichtrockner, unglaublich, niemals sowas gesehen. Scheint aber in USA normal zu sein. Sah nur etwa so aus wie auf einer Baustelle. Auch gleich laut etwa. Aber halb so wild. Kann man ja ausschalten.
Also rein in die Bude und erst einmal runterkommen. Das waren zu viele Niederlagen auf einen Schlag. Leider kann man hier auch nicht mal so eben ein paar Pils kaufen und damit den Abend rumbringen oder sich einfach nur betäuben. Also Rechner an, Glotze an und abhängen. In Deutschland konnte ich leider niemanden erreichen, der einem bei der Kreditkarte helfen konnte.
Am nächsten Morgen – nach erstaunlich gute Nacht und wenig Jet-Lag – erst einmal genüsslich Frühstücken. Ähm, genüsslich ist so eine Sache. Das Essen ist halt amerikanisch. Den Unterschied merkt man. Aber es war nicht sooo schlecht. Man wird satt. Aber eines ist anscheinend typisch. Alles ist portioniert und es gibt nur Plastikbesteck und Plastikteller/tassen/… Schon etwas komisch bei einem solchen Hotel und bei dem Preis, den ich bezahle. Aber war mir auch egal. Man soll sich ja an andere Kulturen anpassen. Ach ja, und mein Koffer war auch wieder da. Also raus aus den Klamotten vom Vortag und wieder wohlfühlen. Aaaaah ja, schon besser. Habe natürlich auch geduscht 😉
Danach dann ans Telefon und in Deutschland auf den Tisch klopfen. Wie sich dann rausstellte war meine Kreditkarte zwar auf 5000€ aufgebohrt, jedoch nur 300€ am Tag. Etwas knapp wie ich finde. Nachdem mir die Dame sagte, sie würde auf 5000€ am Tag aufbohren, da war ich schon wieder ganz gut drauf.
Also den Kollegen Kent bei IBM kontaktieren und fragen, ob er mich abholen mag. Mag er. Es dauert auch nicht lange. Also ab in die Firma. Nun ja, Firma ist so eine Sache. Das Gelände nennt sich „Research Triangle Park“ (kurz RTP) und ist im Prinzip ein Gewerbegebiet für Technologiefirmen. Nur nicht so, wie wir es kennen. Sondern etwas größer. Und das ist noch untertrieben. Überall gigantische Firmengelände, einzelne Wälder dazwischen, Strassen im Ausmass von dreispurigen Autobahnen in Deutschland hindurch und so weiter. Gigantisch!
IBM sieht auch etwas komisch dort aus. Erinnert so eher an das Gelände von Daimler oder VW in Deutschland. Also so richtige Werksgebäude. Hässlich wie die Nacht und keine Fenster. War früher auch Fertigung – wie mir Kollege Kent sagte – ist aber innen umgebaut worden. Und tatsächlich, endlich sehe ich mal sowas: portionierte Büroflächen. Juhu! Toll! Da lobe ich mir doch Böblingen, da gibts wenigstens Fenter und Büros. Und alles riesige Entfernungen zwischen A und B. Da werde ich mich bestimmt öfter verlaufen.
Der Tag dort war ganz ok. Es gibt zwar auch wieder interessante Sachen zu erzählen, doch lassen wir das an dieser Stelle.
So am frühen Abend fahre ich dann mit Kent gen Heimat und zu AVIS. Nun muss es ja klappen. Zumal ich mit Kreditkarte bereits Hotel und Flug bezahlt habe und Geld abgehoben habe. Ach ja, kurze Info. Als wir aus dem Gebäude von IBM raus wollten, brach ein für die Gegend typischer Regen aus. Bei uns Weltuntergang, hier fast normal. Sind ein wenig nass geworden. Nun ja, AVIS war immernoch der Meinung, dass meine Karte nicht angenommen werden kann. Grrrrr, kann doch gar nicht sein. Da muss ich morgen gleich mal wieder jemanden anrufen und Terror machen. Riesen Sauerei! Skandaaaaal! Ich habe nun echt ein kleines Problem. Glücklicherweise hat mich Kent noch zum Hotel gefahren. Aber ewig kann ich das nicht erwarten. Wenn es hart auf hart kommt muss ich täglich mit dem Taxi fahren. Ist aber nach der Arbeit auch für die Katz, weil ich will ja auch mal raus und auch am Wochenende was sehen. Na mal schauen, was sich da so ergibt.
Im Hotel angekommen musste ich dann mal wirklich klarstellen, dass meine KK hier akzeptiert wurden. Ja, gar kein Thema, sagt man mir. Alles super – auch für mich!
OK, also rein in meine Suite, kurz abspannen und versuchen in Deutschland anzurufen und dann mal ’ne Runde raus. Tja, zu Fuss etwas doof bei den Entfernungen. Und etwas abgelegen bin ich hier auch. Also erst mal in ein Einkausfzentrum und ein wenig Essen einkaufen.
Zum Schluss was zum Wetter. Die Hölle für mich. Es ist sehr warm, so um die 32 und mehr Grad und extreme Luftfeuchtigkeit. Auch so um die 100%. Das ergibt eine heftige Mischung. Man hält es ansich nicht aus. Und es regnet mindestens einmal am Tag. Normal zu dieser Jahreszeit. Eventuell werde ich auch noch einen Hurrican (Irene) erleben – es bahnt sich nämlich einer an. Zurück zum Wetter. Amerikaner stehen ja tierisch auf Klimaanlagen in jeglichen Gebäuden, Autos und was auch immer. Wirklich überall. Jedoch ist es dann umso schlimmer, wenn man draussen geht. Einfach zu heftig der Schlag. So in den Gebäuden angenehm kühl, draussen die Hölle. Immer wieder toll so ein Gang nach draussen. Wirklich.

OK, ich kann noch richtig viel berichten. Doch ich beende das jetzt mal hier. Ansonsten kann ich ja gleich einen Erlebnis- und Reisefüher schreiben.

Aloha

3 Kommentare

  1. Moin Torsten,
    Krasse Sachen machst du da…..ich hoffe ,das der Wirbelsturm, dir nicht das dach über deinem Kopf entfernt! Wäre echt edel wenn du mal ein paar Bilder auf deine Seite stellst, damit wir dein Glück teilen können.
    Bis dahin….viel spass dir noch!

    Gruß…..Arne

    ps: Vergiss bloß nicht, mir was originelles mit zu bringen 😉

  2. Moin,

    war gestern am Atlantik. Aber nix zu sehen von Irene – also dem Wirbelsturm.
    Und was soll ich nur mitbringen? Echt keine Ahnung. Muss mal gucken. Bin aber dahingend wenig originell.

    Bis denne

  3. Moinsen,

    und angenehme Grßße aus RTP – Raleigh, NC, USA.
    Kurzerhand wurde ich mal wieder ßber den Teich geschickt, um hier ein wenig zu arbeiten.

    Diesmal verlief die Reise besser als der letzte Trip. Flug war zwar lang wie immer, diesmal aber nicht

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