Kopfkino

Stockholm!

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Zu allererst: Der Reiseführer von National Geographics Explorer war ein Volltreffer. Der Reiseführer ist in die sechs Bezirke Stockholms geteilt und mit einzelnen Klappkarten und Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Bars und Nützlichem, Gold wert. Wir hatten ihn eigentlich permanent in der Hand, auch wenn er uns als Touris enttarnt hat 🙂

Dass wir Touris waren, hat man spätestens am Outfit gesehen. Die Schweden sind echt immer top gestylt. Es ist a…kalt draußen … egal, die Mädels alle mit dünnen Strumpfhosen, kurzen Röcken und hohen Schuhen. Styling geht bei denen echt über alles. Auch bei den Männern. Wir waren auch mit unseren Mützen, Schals und Handschuhen froh – denn uns war WARM.

Was gab’s zu sehen? Freitag:

Zuerst sind wir durch Gamla stan geschlendert, der alte historische Stadtkern auf der Insel in der Mitte. Hier gibt es unzählige kleine Gassen, viele schöne, alte Häuser. Insgesamt, trotz Kälte und Schnee, ein buntes Viertel. Sehr nett.
Die schmalste Gasse von allen ist Mårten trotzigs gränd. Auch der königliche Palast – eins der größten Schlösser in Europa im italienischen Barockstil – befindet sich auf Gamla stan.
Der Stortorget ist einer der schönsten Plätze und das Riddarhuset erinnert an das Schweden des 17. Jhd. Zu guter letzt waren wir auf der Evert Taubes terrass, mit dem schönen Blick Richtung Rathaus, dort entstanden neben der Bronzeskulptur lustige Bilder. Im Sommer ist hier viel Platz für Picknick – derzeit lag viel Schnee.
Kulinarisch haben wir im Café Muren, direkt auf Gamla stan, gut zum Mittag gegessen und am Abend verschlug es uns nach Södermalm in eine alte Bierhalle mit Kachelböden, Deckenmalereien und guter Hausmannskost. Heute ist es ein Restaurant namens Pelikan.
Zum Mittag sollte es eigentlich das oft empfohlene Fåfängen werden, jedoch war dies wegen einer Veranstaltung geschlossen. Den Spaziergang dort hin und den Ausblick genossen wir dennoch.

 

Samstag – das Highlight

Highlight unseres Wochenendtrips war ohne Frage das Vasa Museum (Vasamuseet). Das Kriegsschiff „Vasa“ sank 1628 bei Ihrer Jungfernfahrt und wurde in den 1960’er Jahren wieder geborgen, aufgearbeitet, konserviert und steht nun zur Besichtigung bereit.
Wahnsinn, das Schiff’chen hat die Ausmaße 61 x 12 x 48m und lag 333 Jahre unter Wasser. 98% der Schiffs sind noch Original! Hier haben wir einige Stunden verbracht, die Ausstellungen waren sehr gut aufbereitet. Warum sank das Schiff? Wie wurde es gebaut? Wie wurde es geborgen und aufbereitet? Wie lebten die Menschen zu der Zeit ? … und und und …
Es war einfach beeindruckend.
Danach gönnten wir uns einen Spaziergang durch Östermalm und Normalm. Vorbei am Kungsträdgården (königlicher Garten) mit Eislaufbahn (Video folgt!), Richtung Sergels Torg, dem zentralen Platz mit riesigem unterirdischem Kulturhaus und Kaufhaus.
Zum Tagesabschluss ging es noch einmal rüber nach Södermalm, zum Katarinahissen, einem Aufzug der 38m hoch führt und einen guten Ausblick bietet, allerdings mehr Richtung Ost und West. Das schöne Gamla stan ist kaum zu sehen, da dort der Aufzug die Sicht versperrt :o/
Kulinarisch haben wir uns Samstag Nachmittag ins Café Bonan zurück gezogen – sehr klein, sehr lecker und echt nett und am Abend ging es erneut nach Södermalm ins Restaurant Östgötakällaren.
Allgemein waren die Straßen, U-Bahnen, Restaurants und Cafés Freitag und Samstag Abend sehr voll. Die Stockholmer gehen also gern mal aus. Sonntag Abend war das schon ganz anders.

 

Sonntag war echt gewagt!

Im Sommer kann man Stockholm auch gut per Boot erkunden, diverse Touren werden angeboten. Ganz besonders schön ist sicher die Fahrt raus in die Schären.
Nachdem wir schon viel zu Fuß gesehen hatten, entschieden wir uns für die „Winter-Tour“. Brrrr.
Diese fährt nur durch die Innenstadt und raus zur ersten Schäre Fjäderholmama. Die Ausfahrt dauerte 1h 15min. Die meiste Zeit saßen wir drinnen, aber die letzte halbe Stunde – als es um die Innenstadt ging – standen wir fast allein draußen. Das war kalt! Für die Fotos hat es sich aber gelohnt!
Danach sind wir raus gefahren nach Schloss Drottningholm. Hier residiert die königliche Familie. Das Schloss ist wunderschön, von Wasser umgeben und hat einen herrlichen Schlossgarten. Zugegeben, durch den Schnee hat man nicht alles gesehen und auch nicht jeden Teich von einer Freifläche unterscheiden können, ist im Sommer aber sicher herrlich. Wir waren auch im Schloss, allerdings gibt es in den begehbaren Räumen keinerlei Beschilderung. Vielleicht bietet sich eine Guided Tour besser an.
Entdeckt haben wir nach der Bootstour das Café Tiedemans. Sehr zu empfehlen, eine sehr gute Espressomaschine, leckere Kuchen, aber auch warme Küche.
Am Abend verschlug es uns spontan nach Gamla stan und wir ließen uns im S:ta Clara nieder. Sieht aus wie eine Kneipe, aber innen ist es deutliche geräumiger und das Steak und das Rentier waren sehr zu empfehlen!

 

Montag – langsam muss das Wochenende ausklingen

Stockholm hat 88 Museen und wer Stockholm besuchen will, sollte sich vorher anschauen, was es alles gibt. Ggf. lohnt sich die Stockholm Card (inkl. Nahverkehr), dort sind Eintritte schon enthalten.
Montags haben die meisten Museen geschlossen, wir waren aber noch im Technikmuseum (Tekniska Museet). Dadurch, dass hier 100 Innovationen ausgestellt sind, gehören einige Exponate nicht klassisch hier her. Dennoch war es sehr interessant. Für die Kids gibt es viel zum Ausprobieren und Lernen.
Anschließend hatten wir noch einen schönen, langen Spaziergang über Blasieholmen, auf die Insel Skeppholmen und bis auf die kleinste Insel Kastellholmen. Kälte war wieder unser Begleiter.
Allgemein muss man sagen, dass das öffentliche Nahverkehrsnetz sehr gut ausgebaut ist. Man kommt mit der Metro schnell und zuverlässig von A nach B und dort, wo keine Metro mehr fährt, springt man eben in einen der unzähligen Busse oder Straßenbahnen. Kann man sich echt nicht beklagen.
Stockholm ist aber auch nicht so groß, viele Strecken kann man laufen. Ein 72-Stunden-Ticket für alle Nahverkehrsmittel kostet 230 Schwedische Kronen (27 Euro), für den zuverlässigen Service sehr fair.
Ausgespannt haben wir noch einmal bei einem sehr guten Lachssalat im Café Tiedeman’s, bevor es wieder zurück ging Richtung Alltag 🙂

Bildschirmfoto 2013-02-18 um 16.05.43

links: Bezirk Drottningholm (Schloss) / Mitte: Stockholm mit den Bezirken Östermalm, Normalm, Södermalm, Gamla stan, Skeppholmen usw. / Rechts: Insel Fjäderholmama

Summa summarum ein tolles – aber auch kostenintensives – Wochenende!

Ein Kommentar

  1. Ohh, klingt toll und sind super aus – ich glaube, da müssen wir auch mal hin. Bin aber vermutlich eher für den Sommer 😉

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