Kopfkino

Schweden – an der Ostküste gen Süden

Bevor wir von Söderköping wieder gen Süden starteten, wollten wir doch unbedingt noch einen Ausflug in die Schären unternehmen. Wir fuhren in die Region um St. Anna bis zum Ort Tyrislöt. Viel ist hier (in der Nebensaison) nicht los, ein Campingplatz, ein Kanuverleih, kleinere Häfen und eben ganz viel Natur. Endlich war es mal wieder ein sonniger Tag. Am Hafen in Tyrislöt hatte jemand einen Steckbrief für kleine Bootstouren ausgehangen, wir riefen spontan an und 45 Minuten später starteten wir mit einem kleinen Motorboot ins Schärengebiet mit Halt auf einer der unzählig, kleinen, felsigen Insel. Nach einem kleinen Aufstieg standen wir an einem Seezeichen und blickten auf das offene Meer vor – und die Schären rings um uns. Das sonnige Wetter tat so gut und wir genossen die kleine private Tour sehr. Wäre es Sommer, wäre es ein ideales Gebiet um mit einem Kanu rauszufahren. Sehr charmante Gegend.

Auf dem Rückweg Richtung Söderköping hielten wir noch hier und da, aber es war einfach nichts mehr los, Nebensaison, keine Touristen mehr, alles wird winterfest gemacht.

Unser nächster Stop war Västervik. Wir hatten schon viel gehört von wegen der größte und schönste Campingplatz Schwedens. (Laut ADAC Campingführer 205 Dauercamper und 845 Touristenplätze.) Wir trauten uns, war ja schließlich Nebensaison. Um es vorweg zu nehmen: es war sehr schön, aber in der Hauptsaison wollen wir hier auf keinen Fall sein. Der Platz liegt auf einer kleinen Halbinsel in Radfahrentfernung zum Ort. Es gibt mehrere Badestellen, einen sehr großen, wunderschönen und viele kleinere Spielplätze, Restaurant und Shop (Nebensaison – geschlossen!), Hüpfburgenland (Nebensaison – geschlossen!), und schöne Natur drum herum.

So liegen zum Beispiel sieben kleine, felsige Inseln vor der Halbinsel, die alle mit kleinen Brücken verbunden sind. Ein schöner Spaziergang war das, überwiegend felsig, teils waldig, aber auf jeden Fall sehr einsam und wunderschön. Hier packten wir auch das erste Mal die Angel aus.

Auch Västervik erkundeten wir mit dem Rad und fuhren von dort auch auf eine weitere Insel. Schön angelegt, viel Wasser, ein kleines, nettes Städtchen. Dennoch: in der Hauptsaison will ich hier keineswegs sein!

Der Weg führte uns weiter nach Öland. Nach einem kleinen Zwischenstopp in Kalmar – der kurze Stop in der Stadt gefiel uns sehr gut – ging es über die 6km lange Ölandbrücke auf die langgezogene Insel Öland. Aufgrund der Nebensaison 🙂 waren wir gleich wieder so mutig in den „Hauptort“ zu fahren – Borgholm. Wir suchten uns auf dem Campingplatz den schönsten Platz am Wasser, zwischen Badestelle, Steg zum Angeln und Spielplatz und erkundeten von hier aus die Insel.

Ganz im Süden begeisterte uns der Långe Jan, der mit 41,6m höchste Leuchtturm Skandinaviens. Wir wagten den Aufstieg und hatten eine schöne Sicht auf das Meer, Robben in der Ferne, Öland und einige Schafe und Kühe. Eine richtig tolle Atmosphäre herrschte rund um den Leuchtturm.

Ein weiterer Ausflug sollte uns zur größten Windmühle Nordeuropas (Sandviks Kvarn, 26m hoch, 24m Spannweite) führen, doch die war entgegen der Info im Internet geschlossen. Das Wort mit Neben… als Begründung spare ich mir mal an dieser Stelle. Dennoch haben wir von außen einen Blick erhascht und sind dann spontan zu einem Fischrestaurant nach Kårehamn weitergefahren. Entschuldigt, „zu einem wirklich guten Fischrestaurant“ wollte ich schreiben.

Auf dem Heimweg sah ich Maishäcksler und Traktor mit Anhänger am Werk und setzte zwei der drei Insassen am Straßenrand ab. Vermutlich das Highlight des Urlaubs – der Maishäcksler öffnete die Türen und die beiden fuhren zwei Runden mit.

Öland hat weiterhin sehr viele alte Mühlen, die wir teils auch auf Fotos einfingen. In Borgholm gibt es das alte Schloss und das Schloss, in dem die schwedische Königsfamilie „Urlaub“ macht. Ersteres haben wir besichtigt und es ist sehr schön aufgearbeitet, wir haben hier viel Zeit verbracht und tolle Fotos gemacht.

Der Ort Borgholm selbst ist eher „noch eine weitere schwedische Kleinstadt mit kleinem Hafen und einigen Läden“, sticht jetzt nicht unmittelbar hervor, ähnlich wie Västervik.
Das sähe sicherlich anders aus, wären wir noch zur Badesaison dort gewesen und hätten die unzähligen Strände besuchen können.

Dennoch – unsere Tage auf Öland möchten wir nicht missen, es hat uns sehr gut gefallen. Ende September ist hier noch ein im ganzen Land berühmtes Erntedankfest, jedoch so lange wollten wir dann doch nicht mehr bleiben.

Unser letzter großer Stop führte uns nach Karlskrona – in unseren Augen ein echter Juwel.

Der Campingplatz liegt wunderschön auf einer kleinen Insel, die die Form eines Fisches hat. Der Stadtkern liegt zwei Inseln weiter, natürlich über Brücken verbunden. Das ist so das südlichste Schärengebiet Schwedens. Dort unternahmen wir mehr als nur einen Stadtbummel, besuchten einen Indoor-Spielplatz und das Marine-Museum (Regentag), fuhren viel Rad, spielten Minigolf auf dem Campingplatz, gingen auf der Insel spazieren, spannten etwas aus.
Karlskrona – wunderschön mit den vielen kleinen stadtnahen Inseln und den Möglichkeiten aufs Wasser zu fahren. Auch auf dem Campingplatz waren wir mal nicht so allein, denn dieses Gebiet ist beliebt für Angler, die von Morgens bis Abends mit dem Boot raus fahren.

Ab Karlskrona gibt es eine Fähre nach Danzig, das reizte uns schon. Aber neben den hohen Kosten für die lange Fahrt schreckte uns die lange Fahrtstrecke von Danzig nach Hause ab.

Also nächstes Ziel: Trelleborg. Der Ort an sich sticht kaum hervor, wir haben einen sehr einfachen Stellplatz als letzte Übernachtung und starten am nächsten Morgen sehr zeitig zur Fähre.
Von hier gibt es Fähren nach Sassnitz, Swinemünde, Rostock, Travemünde und Klaipeda. 

Elchpark – Blick auf Vättern – Abschied vom Göta Kanal

Da wir mit unserer Reisekonstellation eher nicht abends in der Dämmerung an Waldrändern und Lichtungen unterwegs sind, sind unsere Chancen Elche zu sehen doch eher rar. Rehe hingegen haben wir schon sehr viele gesehen, am Straßenrand und auf Wiesen und Feldern.

Wenn wir also in Schweden einen Elch sehen wollen, sollten wir uns in einen Park begeben. Wir folgten der Empfehlung eines Landsmannes und fuhren von Karlstad etwa 1,5 Stunden Richtung Norden zu Värmlands Älgpark. Hier geht es nicht ganz so touristisch zu, wie in anderen Parks – naja, zumindest nicht mit der Bimmelbahn durch das Gehege.

In Värmlands Älgpark wurde zunächst sehr viel über die Elche, deren Verhalten, Nahrung, Feinde, Jagd und so weiter erzählt. Dann gab es eine schöne Wanderung über Wiesen und durch den Wald, am Rande eines großen, abgesperrten Geheges entlang. Wölfe und Bären sind hier der Feind der Elche.

Wir bekamen die Chance Mama-Elch mit einem 10 Wochen alten Baby-Elch zu sehen und mit Ästen, Äpfeln und Karotten zu füttern und wir sahen noch einen etwa einjährigen Elch.

Nach einer weiteren Wanderung kamen wir in einen Bereich, wo nun ein 7-jähriger Elch zu sehen sein soll und tatsächlich – wir warteten nicht lange, dann kam er aus dem Wald. Seine Schulterhöhe war schon eher die durchschnittliche Körpergröße von Erwachsenen, das Geweih hatte je Seite (eher zufällig) 7 Enden. Was für ein prächtiges, riesiges Tier!
Auch hier durften wir füttern und streicheln, bevor der Elch wieder in den Wald ziehen durfte. Ein tolles und einmaliges Erlebnis!

Dies war nun aber wirklich unser letzter Ausflug ab Karlstad, wir starten eine etwas weitere Fahrt mit langer Pause und finden uns schließlich am Vättern wieder. Dies ist nach dem Vänern der zweitgrößte See Schwedens und auch hier gibt es im Osten und im Westen eine Verbindung zum Göta Kanal.

Wir campieren im Osten des Sees direkt am Wasser in Vadstena. Den Ort erkunden wir mit dem Rad und entdecken ein schönes Schloss, der ehemalige Schlossgraben ist heute Teil des Hafens. Wir finden eine kleine Rösterei und haben eine sehr nette Unterhaltung mit dem Inhaber bei sehr gutem Kaffee. Ein Ausflug führte uns noch nach Motala, wir wollten doch mal wieder den Göta Kanal sehen. Eine kleine Runde durch die Altstadt, im Stadtpark einen wunderschönen Spielplatz bespielen, etwas an der Promenade entlang laufen – je ½ Tag genügt uns für Vadstena und Motala.

Nun reizte uns noch das Ost-Ende des Göta Kanals, Söderköping soll der schönste Ort Südschwedens sein und nur 5km weiter fließt der Kanal bei Mem in die Ostsee.

Endlich bekamen wir nach weiteren 24h Dauerregen wieder Sonne und etwas wärmere Temperaturen (19C) und so erkundeten wir Söderköping mit dem Rad. Vom Campingplatz aus ging es am Göta Kanal entlang zum Gästehafen und der Promenade, zu Fuß in die Altstadt und auf einen Berg, von dem man einen guten Überblick bekommt. Das „beste“ Eis laut vielerlei Reiseführer testeten wir auch.  Schon bei der Einfahrt in die Stadt sahen wir, dass ausgerechnet an diesem Wochenende ein großes Mittelalterfest sein sollte und so wunderte es uns auch nicht, dass wir geradeso den letzten Stellplatz mit Strom ergattern konnten. Sonst sind ja alle Campingplätze wie leer gefegt, aber hier hatten natürlich alle reserviert 🙂

Unser Resume ist: Söderköping / Mem besuchen, Vadstena und Motala eher nicht. Dafür könnte man aber noch einen Stop an anderer Stelle des Kanals, z.B. in Töreboda oder Forsviks Bruk einlegen. Das haben wir ausgelassen, da für die Passagierschiffe eh schon das Ende der Saison erreicht war – sehr schade!

Nachdem ich ja schon zwei Folgen der WDR Reihe „wunderschön“ über Pellworm und Dänemark empfohlen hatte, so möchte ich doch an dieser Stelle noch unbedingt die über Südschweden empfehlen. Sie ist zu finden in der ARD Mediathek und der Reporter fährt mit dem Rad am Göta Kanal entlang und mit dem Schiff M/S Wilhelm Tham 3 Tage auf dem Kanal.
Vielleicht faszinierte mich der Kanal aufgrund dieser schönen Reportage so sehr, ich fand es einfach wunderschön – wie auch der Titel der Sendung ist – und auch faszinierend, wenn man bedenkt, dass dieser einst von 60.000 Soldaten 22 Jahre lang gegraben wurde!



Auf zum Vänern

Wir lassen Göteborg hinter uns und steuern den Vänern an. Es ist der größte See Schwedens (und drittgrößte Europas) mit einer Fläche von 5648km2.

Für eine Fahrpause stoppen wir in Trollhättan am Wasserkraftwerk und starten eine kleine Wanderung Richtung Schleuse und Stausee am Ufer entlang.

Tagesziel und Ziel für nunmehr 5 Nächte ist der Ort Lidköping, ganz im Süden des Vänern See. Von hier aus starten wir diverse Ausflüge, so z.B. zum Schloss Läckö, zu einem Bauernhof, zum Kinnekulle und wir füllen unsere Vorräte in der Stadt auf und sehen uns die Altstadt an.

Das Schloss ist auf einer Landzunge ganz nett gelegen und anzusehen, jedoch kann man innen nur sehr wenig (bzw. sehr inszeniert) besichtigen. Der Schlossgarten hingegen ist eine Augenweide für jeden Gärtner und hier gibt es jede Menge zum Ernten, was direkt im angeschlossenen Restaurant verarbeitet wird. Dennoch genießen wir diesen Ausflug, machen ein paar schöne Familienfotos auf einem Badesteg, laufen um das Schloss herum und verabschieden uns dann Richtung Fischerdorf Spiken. Ja es ist recht touristisch, dennoch nett anzusehen und wir essen leckeren Fisch direkt am Wasser. Anschließend beobachten wir einige Bootsführer, wie sie ihre Boote ins Wasser lassen, bzw. wieder auf einen Trailer aufladen.

Der Bauernhof Stadsnära Lantgarden hingegen war gar nicht touristisch, sondern ein richtig idyllisches, typisch schwedisches, Örtchen. Ein toller Hof mit den markanten roten Häusern, Hasen, Hühnern, einem schwarzen Kater, Schweinen, Schafen, Ziegen und Pferden und man kann in einer Holzwerkstatt selbst ein bisschen Hämmern oder Sägen. Hier würden wir definitiv wieder herkommen. Der Kaffee, der vermutlich schon den ganzen Tag in der Kanne war und durchzog, lag mir allerdings schwer im Magen und wird auch in Erinnerung bleiben.

Auf unserem Campingplatz genossen wir auch die direkte Lage zum See und den tollen Spielplatz, zum Baden war es jedoch leider schon zu kühl. Hier fiel uns wieder auf, dass, ebenso wie in Göteborg, unzählige Wildgänse vor Ort sind. Mit den Fahrrädern waren wir auch schnell in der Stadt und konnten die Altstadt erkunden.

An einem weiteren Tag zog es uns zum Kinnekulle, dem 306m hohen Hausberg der Region. Hier kann man diverse Wanderungen machen oder auch nach einer kleinen Wanderung einen Holzturm besteigen, um eine noch schönere Aussicht über den See zu genießen. Hier erwischte uns jedoch – mal wieder – die volle Breitseite der Nebensaison (sobald die schwedischen Sommerferien enden) und der Turm war an diesem Tag geschlossen.

Für einen kürzeren Zwischenstopp zog es uns für zwei Nächte nach Mariestad. Auch hier konnten wir prima mit den Rädern zum Stadtkern fahren, sogar mal ein Eis genießen, aber auch an einem Abend im Restaurant Burger und Fisch essen. Ein Ausflug führte uns noch weiter nördlich nach Sjötorp, dort fließt der Göta Kanal in den Vänern.

Der Kanal ist quasi der Nord-Ostsee-Kanal Schwedens mit 190km Länge, geht durch diverse Seen und verfügt über 58 Schleusen. Wir hatten darüber einiges in einer Doku gesehen und finden es sehr spannend. In Sjötorp sehen wir einige Schleusen, jedoch leider keine Boote mehr – Nebensaison! Dann recherchieren wir etwas im Internet, fahren mit dem Auto in einen Nachbarort und „jagen“ quasi ein Schiff. Ha! Gefunden! So können wir sogar noch live eine Schleusung sehen! Ein ganz toller Abschluss.

Da (mal wieder) einiges an Regen angesagt ist und wir auch einer weiteren Empfehlung von Hermann folgen wollen, ist unser nächstes Ziel Karlstad. Von der etwas größeren Stadt mit 65.000 Einwohnern erhoffen wir uns auch Möglichkeiten für Schlechtwettertage. Mit den Rädern ist es leider zu weit in die Stadt, aber bei sehr günstigen Parkgebühren ist auch das Auto eine gute Alternative. Wir gehen etwas Shoppen, trinken einen Kaffee, fahren mit einer Bimmelbahn. Zum Geburtstag waren wir in einem schönen Stadtpark, toll angelegt, diverse Spielplätze und auch einiges an Ställen und Tieren vorhanden. Auch diesen tollen Park – Mariebergsskogen – würden wir gerne wieder besuchen. Schließlich ging es noch ins städtische Schwimmbad, das sich inkl. Kinderbereich wirklich sehen lassen kann. Insgesamt, Spielplätze und solche Dinge rund um Familien – das können die Schweden!

Leider konnten wir unseren super schönen Badestrand vor Ort gar nicht nutzen, es war einfach wieder zu kalt oder zu nass oder beides.

Schweden – von Malmö bis Göteborg


Malmö

Kaum über die Brücke gefahren, sind wir direkt in einem Vorort von Malmö auf einem Campingplatz mit 1A Sicht auf die Øresundbrücke gefahren. Der Platz war nicht sehr ausgefallen oder besonders schick, aber dennoch gut. Der kurze Weg zum Wasser, der Blick auf die Brücke, das Fischrestaurant am Strand – all das war wunderschön.
Mit dem Fahrrad sind wir – mit einem Umweg über einem ehemaligen Hafengelände – ca. 45 Minuten bis ins Zentrum von Malmö gefahren. Am Schloß vorbei, durch einen Park, durch alte Kopfsteinpflasterstraßen. Eine Kaffeepause am Rathausplatz. Ein Spaziergang durch den Altstadtkern der Stadt. Aktuell fand ein Stadtfest statt, weswegen einige der schönen Gebäude etwas durch Aufbauten für das Fest verstellt waren. Schade, dennoch haben wir einen schönen Eindruck von der Stadt erhalten.

Wir genießen das Fahrrad fahren, überall gibt es breite Radwege neben den Straßen und am Ufer des Øresund entlang. Ein richtig gut durchdachtes Verkehrskonzept! Auf dem Rückweg sehen wir noch kurz bei einem Reitturnier zu und radeln dann weiter. Wir fahren auch noch einmal dichter Richtung Brücke und entdecken einen winzigen Leuchtturm.
Ein toller Zwischenstopp an diesem Campingplatz, danke Mo, für diesen Tipp 🙂

Unser nächstes großes Ziel sollte Göteborg werden, jedoch war es für eine Fahrstrecke mit Auto und Wohnanhänger und entsprechender Reisegeschwindigkeit doch etwas weit: 273km, zu viel für uns.

Tylösand

Unser Zwischenstopp für drei Nächte führte uns also nach Tylösand bei Halmstad. Hier soll es den schönsten Strand Schwedens geben. Wir hatten 2,5 Tage Regen und es fiel uns etwas schwer daran zu glauben. Dennoch haben wir die Zeit gut rum bekommen, Regenpausen genutzt und am letzten Tag waren wir sogar kurz davor doch noch baden zu gehen. Auch für den Ausflug zum Bauernhof Wakö hat eine der längeren Regenpausen gereicht. Hier hat uns besonders das Melkkarussell beeindruckt – ja alle Kühe stehen im Kreis auf einer Plattform und werden vollautomatisch gemolken! Weiterhin haben wir Erdbeeren, Tomaten, Käse und Bier vom Hof im Hofladen gekauft und jedes einzelne dieser Produkte war sehr, sehr lecker! Auf dem Campingplatz herrschte, Dank Nebensaison und Regen, gähnende Leere. Wir haben unsere Zeit trotz Regen genossen!

 

Nun geht es aber auf nach Göteborg!

Auch hier ist der Campingplatz für unseren Geschmack wieder etwas zu offen (keine Einfriedungen, keine Bäume und der Wind steht direkt auf den Stellplätzen), aber die Anlagen vor Ort sind wieder in einwandfreiem Zustand und was unbedingt noch überzeugt: die tolle Natur direkt drum herum und die Anbindung zur Stadt per Express-Bus! Sofort wieder, absolut empfehlenswert. Hier geht der Dank an Herrmann, der uns diesen tollen Tipp gab!

Generell fiel uns auf, dass schon auf der Strecke nach Göteborg mehr und mehr riesige Felsen zu sehen waren und das zieht sich sogar bis ins Stadtbild hinein – echt ein Hingucker! Dafür ließen nun die unendlich vielen Hagebutten-Sträucher nach, die wir schon seit Dänemark immer in den Dünen gesehen hatten.

Am Campingplatz vor Ort gibt es einen Strand und einen schön angelegten Uferweg. Die Kinder können auf einem Stein rutschen, auf dem schon zwei Rutschbahnen von unzähligen PoPo’s geglättet wurden, man kann auf die Felsen klettern, wir sehen Hasen und Eichhörnchen (und nicht angeleihnte Hunde von Mitmenschen – schade!). Außerdem hat man einen tollen Blick auf das Wasser, die vielen kleinen Häfen und bei dem starken Wind den wir hatten auf einige Wassersportler. All das gefiel uns unheimlich gut.

An einem Tag sind wir mit dem Express-Bus in die Innenstadt gefahren. Die Wetter-Vorraussetzungen waren etwas besser als in Kopenhagen, nur so um die 20C und bewölkt. Auch hier stand – wie in Malmö – ein Stadtfest an. Wir haben mehrere Runden zu Fuß durch die Straßen gedreht, einen sehr guten Kaffee getrunken und eine 50 minütige Paddan-Bootstour gemacht und so den schönsten Überblick zur Stadt bekommen. Zum Mittag wollten wir unbedingt ins Fischhaus, natürlich zum Gucken und Staunen, aber auch für einen Snack. Anschließend sind wir noch durch das schicke Viertel Haga und die berühmte Fußgängerzone geschlendert, haben noch eine Kaffee- (und Zimtschnecken-) Pause eingelegt und sind zum Abschluss noch in die Markthalle gestolpert, um Brot zu kaufen und Fleisch, Wurst, Käse, Obst und Gemüse zu bestaunen. Göteborg – wunderschön!

Was hier für uns offen bleibt und unbedingt nachzuholen ist, ist ein Ausflug in die Schären bzw. auf die Inseln. Z.B. soll es nach Rörö eine kostenlose Fähre geben und auch Fotö soll besonders schön sein.

Auch Göteborg landet auf unserer Liste: wollen wir gern noch einmal besuchen!

Dänemark – ein erstes Kennenlernen

Die Rückfragen häufen sich und somit wächst der Druck – ich fange also mal an, etwas zu schreiben.
Unser diesjähriges Reiseziel sollte uns hauptsächlich nach Schweden führen. Es sei denn, das Wetter schlägt total um, die Bürgersteige sind in der Nebensaison doch schon hochgeklappt oder sonstige, unvorhersehbare Ereignisse passieren. Wir werden es in den nächsten Wochen sehen.

Viele Wege führen ja bekanntlich nach Schweden, wir haben uns aufgrund der Anreise vom Heimatort und der Verkürzung des Fahrtweges für die Fähre von Rostock nach Gedser entschieden.
Die Fähre war schnell vorab gebucht und das Hinauffahren mit Auto und gemieteten Wohnanhänger einfach und unkompliziert. Nach 1 Stunde und 45 Minuten auf einer überfüllten Passagieretage und einem viel zu windigen Außendeck waren wir dann in Gedser.

Willkommen in Dänemark!

Wir sind nun also auf Seeland, der größten Insel der Ostsee und Dänemarks. Unser erster Stopp führt uns zum Feddet Strand Camping an die Ostküste. Der sehr zu empfehlende ADAC Campingführer hatte uns auf diesen Campingplatz gebracht. Ja, die Stellplätze sind leider nicht durch Bäume oder Büsche abgetrennt, jedoch gibt es sehr nahe einen wunderschönen Sandstrand mit einem laaangen flachen Einstieg, ideal für Kinder. Auch die Möglichkeiten auf dem Platz, Spielplätze, ein paar Ziegen und Kühe, wilde Hasen und Eichhörnchen, ein Bistro, ein von uns nicht genutztes Schwimmbad etc sind prima.
Ausflugsziele von hier waren das kleine hübsche Örtchen Præsto und auch die Kreideküste bei Stevns Klint, wo einst ein Teil der Kirche bei einem Abbruch ins Wasser stürzte.
Beim nächsten Mal würden wir gerne die Kreidefelsen auf der Halbinsel Møn ansehen, die sollen auch sehr beeindruckend sein.

Weitere drei Nächte campierten wir dann in Dronningmølle, einem Ort ganz im Norden Seelands. Auch hier gibt es schöne Strände, nur eine Straße bzw. ein Fußgängertunnel trennt uns vom flachen Einstieg ins Meer und den langen Sandbänken, die man problemlos erlaufen kann. Hier waren wir in einem etwas abgetrennten Bereich, was uns gut gefiel. Auch Spielplatz und Sanitär für die Kinder war, wie schon im Feddet Strand, allererste Sahne!
Dronningmølle war für uns auch Ausgangspunkt für den eintägigen Städtetrip nach Kopenhagen. Was wir uns merken und unbedingt nachholen wollen: der Nachbarort Hornbæk sah wunderschön aus. Ein kleiner Hafen, ein paar Restaurants und Geschäfte.
(Anmerkung von Torsten: hier wurden die Einparkkünste auf absolut engstem Raum das erste Mal (erfolgreich) ausgelotet)

Weiterhin gibt es aber noch viele andere Ausflugsziele auf Seeland, die wir aufgrund des Badewetters bzw. aufgrund des Alters der Kinder jedoch ausgelassen haben.
In der WDR Reihe „wunderschön“ gab es vor kurzem auch einen tollen Bericht über Seeland, zu finden in der ARD Mediathek.

Kopenhagen – Wir haben zentral gegenüber des Rathauses im Parkhaus der Industrie-& Handelskammer geparkt. Teuer, aber eine bewachte Tiefgarage zentrumsnahe. Ideal für uns als Ausgangspunkt. Der Rathausplatz erinnert mit den vielen Tauben etwas an den Markusplatz in Venedig. Das Radhus selbst ist ein imposantes, altes Gebäude, innen mit langen Gängen, einer großen Eingangshalle und schönen Malereien an den Wänden. Sehenswert! Ab hier sind wir die Fußgängerzone Strøget entlang gelaufen Richtung Nyhavn – dem berühmten „Neuen Hafen“, an dem die schönen alten Häuser stehen, viele tolle Restaurants und Cafes sind und die Boote starten. Das war auch unser Ziel, eine Bootstour durch Kopenhagen. Wir haben uns für eine 1,5 stündige hop-on / hop-off Tour entschieden, da wir so den Fußweg zurück etwas abkürzen konnten. Die Tour war toll, führte hinaus zum großen Hafen, zum bekannten Streetfoodmarket, zur Kopenhagener Meerjungfrau (die, wie überall beschrieben, sehr viel kleiner als erwartet und sehr überlaufen war), in die kleinen, engen Kanäle des schicken Stadtviertels Christianshavn, vorbei am königlichen Schiff, hinüber in die Kanäle der Innenstadt vorbei an unzähligen Sehenswürdigkeiten und unter flachen Brücken. Uns hat die Tour sehr gut gefallen und wir wollen unbedingt noch mehr von Kopenhagen sehen. Es gab natürlich schöne Kaffeepausen, dennoch führt uns der Weg an diesem Tag aufgrund der Hitze schon wieder zurück Richtung Auto. Parallel zur Fußgängerzone haben wir noch viele schöne Seitenstraßen entdeckt, doch diese und viele weitere Sehenswürdigkeiten wie z.B. Schloss Amalienborg, all das gilt es noch bei einem weiteren Besuch zu erkunden.

København – wir kommen auf jeden Fall noch einmal wieder!

Für den Weg von Dänemark nach Schweden entschieden wir uns für die Øresundbrücke, die in Kopenhagen in einen Tunnel hinein führt, dann mitten im Wasser wieder hinaus kommt und über eine knapp 8 km lange Brücke bis nach Malmö führt. Zu der Brückenüberfahrt gibt es noch eine ganz eigensinnige Anekdote, die wird aber nur mündlich übermittelt.

Die Fahrräder hätten wir in Dänemark übrigens gut nutzen können, hätte nicht immer eines der Fahrräder gerade einen Platten gehabt. So wurden immer nur kurze Strecken mit Teilen der Familie zurückgelegt. Fahrräder gehören aber für Seeland mit ins Gepäck!