Kopfkino

Schweden – an der Ostküste gen Süden

Bevor wir von Söderköping wieder gen Süden starteten, wollten wir doch unbedingt noch einen Ausflug in die Schären unternehmen. Wir fuhren in die Region um St. Anna bis zum Ort Tyrislöt. Viel ist hier (in der Nebensaison) nicht los, ein Campingplatz, ein Kanuverleih, kleinere Häfen und eben ganz viel Natur. Endlich war es mal wieder ein sonniger Tag. Am Hafen in Tyrislöt hatte jemand einen Steckbrief für kleine Bootstouren ausgehangen, wir riefen spontan an und 45 Minuten später starteten wir mit einem kleinen Motorboot ins Schärengebiet mit Halt auf einer der unzählig, kleinen, felsigen Insel. Nach einem kleinen Aufstieg standen wir an einem Seezeichen und blickten auf das offene Meer vor – und die Schären rings um uns. Das sonnige Wetter tat so gut und wir genossen die kleine private Tour sehr. Wäre es Sommer, wäre es ein ideales Gebiet um mit einem Kanu rauszufahren. Sehr charmante Gegend.

Auf dem Rückweg Richtung Söderköping hielten wir noch hier und da, aber es war einfach nichts mehr los, Nebensaison, keine Touristen mehr, alles wird winterfest gemacht.

Unser nächster Stop war Västervik. Wir hatten schon viel gehört von wegen der größte und schönste Campingplatz Schwedens. (Laut ADAC Campingführer 205 Dauercamper und 845 Touristenplätze.) Wir trauten uns, war ja schließlich Nebensaison. Um es vorweg zu nehmen: es war sehr schön, aber in der Hauptsaison wollen wir hier auf keinen Fall sein. Der Platz liegt auf einer kleinen Halbinsel in Radfahrentfernung zum Ort. Es gibt mehrere Badestellen, einen sehr großen, wunderschönen und viele kleinere Spielplätze, Restaurant und Shop (Nebensaison – geschlossen!), Hüpfburgenland (Nebensaison – geschlossen!), und schöne Natur drum herum.

So liegen zum Beispiel sieben kleine, felsige Inseln vor der Halbinsel, die alle mit kleinen Brücken verbunden sind. Ein schöner Spaziergang war das, überwiegend felsig, teils waldig, aber auf jeden Fall sehr einsam und wunderschön. Hier packten wir auch das erste Mal die Angel aus.

Auch Västervik erkundeten wir mit dem Rad und fuhren von dort auch auf eine weitere Insel. Schön angelegt, viel Wasser, ein kleines, nettes Städtchen. Dennoch: in der Hauptsaison will ich hier keineswegs sein!

Der Weg führte uns weiter nach Öland. Nach einem kleinen Zwischenstopp in Kalmar – der kurze Stop in der Stadt gefiel uns sehr gut – ging es über die 6km lange Ölandbrücke auf die langgezogene Insel Öland. Aufgrund der Nebensaison 🙂 waren wir gleich wieder so mutig in den „Hauptort“ zu fahren – Borgholm. Wir suchten uns auf dem Campingplatz den schönsten Platz am Wasser, zwischen Badestelle, Steg zum Angeln und Spielplatz und erkundeten von hier aus die Insel.

Ganz im Süden begeisterte uns der Långe Jan, der mit 41,6m höchste Leuchtturm Skandinaviens. Wir wagten den Aufstieg und hatten eine schöne Sicht auf das Meer, Robben in der Ferne, Öland und einige Schafe und Kühe. Eine richtig tolle Atmosphäre herrschte rund um den Leuchtturm.

Ein weiterer Ausflug sollte uns zur größten Windmühle Nordeuropas (Sandviks Kvarn, 26m hoch, 24m Spannweite) führen, doch die war entgegen der Info im Internet geschlossen. Das Wort mit Neben… als Begründung spare ich mir mal an dieser Stelle. Dennoch haben wir von außen einen Blick erhascht und sind dann spontan zu einem Fischrestaurant nach Kårehamn weitergefahren. Entschuldigt, „zu einem wirklich guten Fischrestaurant“ wollte ich schreiben.

Auf dem Heimweg sah ich Maishäcksler und Traktor mit Anhänger am Werk und setzte zwei der drei Insassen am Straßenrand ab. Vermutlich das Highlight des Urlaubs – der Maishäcksler öffnete die Türen und die beiden fuhren zwei Runden mit.

Öland hat weiterhin sehr viele alte Mühlen, die wir teils auch auf Fotos einfingen. In Borgholm gibt es das alte Schloss und das Schloss, in dem die schwedische Königsfamilie „Urlaub“ macht. Ersteres haben wir besichtigt und es ist sehr schön aufgearbeitet, wir haben hier viel Zeit verbracht und tolle Fotos gemacht.

Der Ort Borgholm selbst ist eher „noch eine weitere schwedische Kleinstadt mit kleinem Hafen und einigen Läden“, sticht jetzt nicht unmittelbar hervor, ähnlich wie Västervik.
Das sähe sicherlich anders aus, wären wir noch zur Badesaison dort gewesen und hätten die unzähligen Strände besuchen können.

Dennoch – unsere Tage auf Öland möchten wir nicht missen, es hat uns sehr gut gefallen. Ende September ist hier noch ein im ganzen Land berühmtes Erntedankfest, jedoch so lange wollten wir dann doch nicht mehr bleiben.

Unser letzter großer Stop führte uns nach Karlskrona – in unseren Augen ein echter Juwel.

Der Campingplatz liegt wunderschön auf einer kleinen Insel, die die Form eines Fisches hat. Der Stadtkern liegt zwei Inseln weiter, natürlich über Brücken verbunden. Das ist so das südlichste Schärengebiet Schwedens. Dort unternahmen wir mehr als nur einen Stadtbummel, besuchten einen Indoor-Spielplatz und das Marine-Museum (Regentag), fuhren viel Rad, spielten Minigolf auf dem Campingplatz, gingen auf der Insel spazieren, spannten etwas aus.
Karlskrona – wunderschön mit den vielen kleinen stadtnahen Inseln und den Möglichkeiten aufs Wasser zu fahren. Auch auf dem Campingplatz waren wir mal nicht so allein, denn dieses Gebiet ist beliebt für Angler, die von Morgens bis Abends mit dem Boot raus fahren.

Ab Karlskrona gibt es eine Fähre nach Danzig, das reizte uns schon. Aber neben den hohen Kosten für die lange Fahrt schreckte uns die lange Fahrtstrecke von Danzig nach Hause ab.

Also nächstes Ziel: Trelleborg. Der Ort an sich sticht kaum hervor, wir haben einen sehr einfachen Stellplatz als letzte Übernachtung und starten am nächsten Morgen sehr zeitig zur Fähre.
Von hier gibt es Fähren nach Sassnitz, Swinemünde, Rostock, Travemünde und Klaipeda. 

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.