Kopfkino

Bali – Die letzten Worte

So, da ist die Gastjournalistin wieder und wird nun vom zweiten Teil Bali’s berichten.
Wir befinden uns gerade im Flieger Richtung Kuala Lumpur, wo nochmals 3,5 Tage Urlaub auf uns warten.
Sicher werden wir den Artikel samt Fotos heute Abend im Hotel für euch zur Verfügung stellen.

Also, Torsten war bei unserer Rundreise stehen geblieben, hier setze ich nun an.

Tag 3 der Rundreise –
Nach dem Frühstück ging es wieder in den Jeep und wir fuhren Richtung Zentralbali.
Das Tolle war wirklich, dass wir im Jeep stehen, den Fahrtwind genießen und Fotos machen konnten.
Gede (unser Guide) fuhr mal in unserem Jeep, mal im Jeep der anderen 4’er-Gang mit, um uns von dem zu berichten, was wir sahen und unseren Fragen Rede und Antwort zu stehen.
Ein einheimischer Reiseführer ist wirklich Gold wert – was man nicht alles erfährt…

Ziel war zunächst eine Schnapsbrennerei, die aber nicht weiter erwähnenswert ist. Kokosnussschnaps haben sie hier gemacht, für die Souvenirs haben sie aber nicht die Aufkleber „Steuer bezahlt“ gefunden, somit keine Mitbringsel.
Dann Richtung Mount Agung und Mount Abang. Vulkane. Gut, dass wir einen Jeep hatten, denn es ging richtig steil bergab. Neben einem riesigen Kratersee hielten wir inmitten erkalteter Lava und erfuhren auch hier wieder Einiges von Gede, hatten Gelegenheit für Fotos oder einfach Zeit die „Mondlandschaft“ aufzunehmen.
Anschließend lecker Mittagsbuffet am Berghang mit Blick auf den Vulkan.

Nach diesem „sehr anstrengenden“ Ausflug hatten wir uns dann die für den Nachmittag geplante Massage verdient.
Wir wurden in eine Spa Einrichtung gebracht. Pärchenweise kamen wir in kleine Hütten und wurden mit einer Dampfsauna im „Sitzsack“, Ganzkörpermassage, Peeling und Blumenbad verwöhnt.
Sehr schön.

Ubud ist der zentrale Ort in Mittelbali – Künstler aller Art haben sich hier nieder gelassen und an jeder Ecke kann man Holzschnitzereien, Gold- und Silberschmieden, Galerien und vieles mehr bewundern.
Unser Hotel war etwas außerhalb. Am Abend fuhren wir mit einem Teil der Gruppe noch einmal nach Ubud, aßen lecker in einem Restaurant, dass mein geliebter Reiseführer empfohlen hatte und fielen dann todmüde ins Bett.

Tag 4 Höhepunkt der Rundreise –
nach ca. 30 Minuten Fahrt kamen wir auf einer Art Schulhof an. Fahrräder wurden vom Jeep geladen und vorbereitet.

Nebenher kam man sich vor wie im Zoo. Unzählige Mädchen und Jungen zwischen geschätzt 4 und 10 Jahren bauten sich vor uns auf und betrachteten uns. Ja zugegeben, wir haben mindestens genauso geguckt, aber bis zuletzt konnte nicht die Frage geklärt werden wer hier das Zootier im Käfig und wer die Zoobesucher waren.

Wir starteten eine Fahrradtour, angekündigt für 2 Stunden. Gede war nicht der Fiteste, aber er musste mit unserem Tempo mithalten, schaffte es auch und wir waren nach 1h 15Min am Ziel.
Wir fuhren durch schöne Landschaften, durch Orte, an Reisfeldern vorbei. Sicher wurden hier die wenig befahrenen Straßen gewählt, aber man muss schon sagen, es war eine schöne Radtour.

Was immer wieder beeindruckend war, waren die Menschen fernab vom touristischen Süden der Insel. Kinder sprangen in die Luft, freuten sich wenn wir sie sahen und riefen laut „hello“. Ihre Freude war kaum zu halten, wenn wir auch noch zurück riefen.
Ältere Menschen hingegen lächelten entweder direkt oder sie guckten skeptisch. Wie aber schon vorher gelesen, „schenke ein Lächeln und sie werden freundlich zurück lächeln“.
Das fiel mir während der Rundreise sehr oft auf und so erwiederten wir meist die Rufe der Kids und lächelten und winkten den Menschen zu, die staunend die Jeeps „mit den weißen Menschen“ betrachteten.

Zurück zur Fahrradtour. Ziel war der Fluss Ayung. Was macht man im Fluss? Wildwasser-Rafting, na klar 🙂
Das war ein Spaß sage ich euch. Ich hatte das schon einmal im Yosemite National Park in USA gemacht, alle anderen waren blutige Anfänger.
450 Stufen runter, Weste, Paddel, kurze Einweisung, vier Leute und ein Guide ins Boot und los ging es.
Ca. zwei Stunden ging der ganze Spaß. Man kann nicht sagen, dass es eine sonderlich schwere Route war, am Anfang hat der Guide hinten im Boot viel geackert, später mussten auch unsere Armmuskeln kräftig mit ran. Ein paar Mal sind wir auch stecken geblieben und auch so etwas wie Badestopps gab es.
Die Landschaft war toll. Riesige Steilwände vom Dschungel überzogen, Lianen, Geckos am Rand auf Steinen, klares, kaltes Bergwasser. Hat uns sehr gut gefallen.
250 Stufen wieder hoch – warum schreibe ich das? Muskelkater! Zumindest bei mir.
Anschließend gab es da noch ein lecker Mittagsbuffet, dann Verabschiedung und alle wurden zurück ins ursprüngliche Hotel gebracht.

Wir beschlossen abends noch Essen zu gehen und die Planung für die noch verbleibenden drei Tage zu machen.
Es verschlug uns in ein kleines indonesisches Restaurant, sehr gut und erneut sehr günstig. Lecker. Die balinesische Küche gefiel uns!

Nach vier Tagen Rundreise fühlten wir uns irgendwie sehr erschöpft. Viel gesehen, viel gehört, viele Eindrücke, sehr viel erlebt. Die Rundreise war ein top Treffer und wir möchten sie nicht missen, so gut hätte man Bali nicht allein in der Kürze der Zeit kennen lernen können.
Folglich legten wir einen Strandtag ein. Faul im Schatten rumliegen, ein bisschen in den riesigen Wellen plantschen und lesen. Da wir Käse das nicht den ganzen Tag machen können, ging es am Nachmittag noch mit einem Fahrer nach Ulu Watu, einem Hindu Tempel aus dem 15. Jahrhundert. Dieser liegt ganz im Südwesten der Insel, direkt an der Steilküste.
Es war irre heiß. Affen gab es dort auch wieder. Quasi eine Affenhitze. Ein bisschen entlang spaziert und gut war. Das Hotel hatte uns empfohlen dort den Sonnenuntergang anzusehen, aber wir beschlossen uns vorher zu unserem Abendziel zu begeben.

Es ging nach Jimbaran. Bekannt für viele Fischrestaurants direkt am Strand. Das ist in Bali nur dort möglich (lässt der Staat sich teuer bezahlen) und tatsächlich, alle Tische auf dem Sand, alle Stühle Richtung Wasser.
Fisch suchte man sich vorn an der Theke direkt aus und man wählte auch die Zubereitungsart etc aus. Wir teilten uns einen gegrillten 1,5kg Red Snapper und für Torsten gab es noch ein paar extra scharfe Muscheln dazu.
Hier konnten wir dann endlich einen ersten schönen Sonnenuntergang sehen.

Den Sonntag können wir relativ kurz abhandeln.
Wir hatten vorher schon den Wunsch mit einem Katamaran auf eine der Nachbarinseln zu segeln. Gewünscht, gebucht. Sonntag Morgen starteten wir zeitig zum Port Benoa, bestiegen unseren Katamaran und los ging die zweistündige Fahrt nach Nusa Penida.
Die Meerenge zwischen Bali und Nusa Penida war ganz schön rau, riesige Wassermassen in Bewegung und zack – nach einer Stunde war mir schlecht. Hin- und rückzu.
Was wir etwas bemängelten – die Segel waren nur zur Demo für die Touris draußen, gefahren sind wir mit Motor 🙁
Angekommen auf Nusa Penida, ein kleiner Strand, viel Grün, Hängematten, Liegestühle, Kokospalmen. Ja, leider fehlte die Sonne in meiner Aufzählung, aber vielleicht war die Bewölkung für uns Käse auch besser.
Kleine Anmerkung an dieser Stelle: inzwischen sind wir nicht mehr allzu sehr Käse, etwas Farbe bringen wir schon mit 🙂
Ja, was gab es da? Schnorcheln (diesmal viel bessere Bedingungen, ruhiges Wasser, Riff, Fische), BBQ Lunch, relaxen, ein Dorf anschauen, relaxen, zwei Stunden zurück „segeln“.

Am Abend hatte Torsten ein Candle Light Dinner arrangiert, zur Feier des Tages. Unser Tisch war mit einem besonderen dreistöckigen Umbrella geschmückt und das Menü war vorausgewählt. Natürlich balinesisch.
Eine Fischsuppe, gefolgt von Unmengen an Schälchen mit den verschiedensten Spezialitäten, in Spanien würde man es wohl Tapas nennen, lecker! Anschließend (leider) noch ein riesen Berg von allen möglichen indonesischen Desserts. Man, waren wir kugelrund als wir das Restaurant verlassen haben. Fast wäre ich geplatzt.

Montag – letzter voller Tag auf Bali.
Nach dem Frühstück ging es zum Spa, 75Min Vayu Massage für uns beide. Super gut. Sogar besser als die in Ubud.
Anschließend wollten wir gern nochmals in Ruhe Kuta/Legian erkunden.
Vielleicht erinnert ihr euch an den ersten Bericht von Bali, wo wir nach 500m umgekehrt sind, weil wir nicht an einer Abgasvergiftung sterben wollten.
Mit einem Stadtplan verschafften wir uns einen Ãœberblick und liefen los. Fernab von der einen Straße, die am Strand entlang ging und immer verstopft war – in Miami hieße sie Oceans Drive – gab es kleine Straßen und Gassen, die ein ganz anderes Kuta zeigten. Interessant. Bunt. Händler. Weniger aufdringlich als die am Strand. Restaurants. Dichter am Innenstadtkern Diskotheken. Im Zentrum ‚Ground Zero‘ – ein Monument mit Gedenktafel und Namen aller Opfer vom Anschlag 2002. 200 Tote gab es damals auf Bali. 150kg Sprengsatz von Muslimen, denen das bunte Treiben in den Straßen Kutas (Mallorca der Australier) nicht gefiel. Die haben die Typen aber geschnappt.
Vom Attentat 2005 hat man aber nichts gesehen, gehört oder gelesen. Torsten hat sich von einem der Händler ein tolles Souvenir mitgenommen. Schön gehandelt haben wir. Ich sage nur: Lamm-Leder aus Java.

Wir fanden es schön Kuta nochmal von der ’normaleren‘ Seite zu sehen, kehrten hier und da zum Mittag oder zu einem kühlen Kaltgetränk namens Bintang oder zu einem ’normalen Kaffee‘ von Starbucks (der im Hotel war sooo schlecht) ein und genossen den Tag.
Heiß war es aber, die Sonne knallte – dementsprechend fand man uns am Nachmittag am Strand wieder. Erneut auf Liegen unter einem Sonnenschirm, diesmal MIT Bodyboard. War Torstens Wunsch seit dem ersten Tag – also ging es in die Wellen zum Spielen. Man war das ein Spaß.
Wir blieben bis zum Sonnenuntergang, unser Abschied von Bali. Abends waren wir lecker essen, in einer dieser kleinen Lokale, diesmal international – verfeinert mit balinesischen Gewürzen oder Zubereitungsarten.
Ein schöner Abschluss.

Heute ging es dann nach dem Frühstück zum Flughafen und hier schließt sich der Kreis wieder mit dem Anfang meines Beitrages.

Wir sind traurig Bali zu verlassen. Es war eine sehr schöne Zeit. Aber der Urlaub ist noch nicht ganz zu Ende. Auch Kuala Lumpur hat noch ein bisschen was zu bieten und dann geht es ja auch erst am Freitag um 23:59 Uhr gen Heimat.. ähhh… räusper… Stuttgart.

Viele schöne Fotos und Erinnerungen haben wir auf jeden Fall jetzt schon im Gepäck.

P.S.: Wir freuen uns sehr über reichlich Kommentare.

 

3 Kommentare

  1. Hmmmm … wir rätseln hier schon fleissig, was es wohl als Lamm-Nappa geworden ist. Lederhose? Lederweste? Oder gar ein Fahrradsitzschonbezug? 😀

    Die Bilder und das Essen schauen super aus … macht Appetit und neidisch … ausser aus die Spinnen (sagt Steffi;).

    Liebe Grüße und noch viel Spaß

  2. Wow, sieht nach einem ziemlich unvergesslichen Trip aus. Schöne Bilder (außer das wo Torsten in die Wellen springt – aber das liegt nur an seinem Gesichtsausdruck). Man wird direkt neidisch und fragt sich: Wie bekomme ich einen Zweijährigen sicher durch eine Raftingtour?!

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