Kopfkino

Der Norden der Südinsel

Wer den Streckenverlauf verfolgt, hat heraus gelesen, dass wir vom Franz Josef Gletscher eine relativ weite Strecke bis hinter die Pancake Rocks hingelegt haben. Am nächsten Tag folgte noch einmal solch ein Brocken an Kilometern. Die Zeit rennt so sehr und es gibt noch unglaublich viel zu entdecken.

Wir fahren von Westport Richtung Osten und halten an den Maruia Wasserfällen für eine Mittagspause. Das beeindruckende an diesen 10m hohen Wasserfällen ist, dass sie durch ein Erdbeben 1829 entstanden sind. Kaum vorzustellen welche Kräfte wirken, um plötzlich eine solche Verwerfung zum Vorschein zu bringen.

Maruia Wasserfälle
Maruia Wasserfälle

Es rollt an diesem Tag abermals so gut, dass wir tatsächlich kurz vor dem Abel Tasman Nationalpark im Ort Motueka ankommen.
Die Natur veränderte sich wiederholt komplett und wir kommen durch fruchtbare Täler: Wein, Hopfen, Tee und unzählige Obstplantagen sehen wir hier. Die Nebenstrecke war die richtige und authentischere Wahl. Am Straßenrand viele Fruchtstände. Am nächsten Tag kaufen wir frische Feigen.

Obststand am Straßenrand
Obststand am Straßenrand

Der Abel Tasman Nationalpark ist ein Traum mit lückenlosem Regenwald, Palmen, großen Farnen, türkisfarbenen Wasser und gelben Sandstränden. Eine drei bis fünf Tages Wanderung ist hier möglich, wenn man entsprechend mit Zelt & Co ausgestattet ist.

Wir entscheiden uns erneut für den eher touristischen Weg:
Wir parken in Marahau, lassen uns von einem Wassertaxi ein paar Buchten den Park hinauf absetzen und Wandern zurück zum Parkplatz.
Aufgrund der flachen Strände steigt man schon auf das Boot, während es von einem schönen alten Ford-Traktor durch die Straßen und schließlich ins Wasser gezogen wird. Zuerst fährt der Weg zum Split Apple Rock – dem Stein, der aussieht wie ein gespaltener Apfel.

Abel Tasman Nationalpark - Split Apple Rock
Abel Tasman Nationalpark – Split Apple Rock

Dann geht es herum um zwei Inseln und wir haben abermals das Glück Seerobben zu sehen. Anschließend steigen wir vom Boot und Wandern 13km zurück zum Ort plus einen Mini-Umweg von zusätzlichen 45 Minuten 🙂
Wir sind froh, dass wir uns so entschieden haben. So Wandern wir in Ruhe, ohne zu einer bestimmten Zeit am Wassertaxi sein zu müssen, da das Ziel unser eigenes WoMo ist. Weiterhin aber auch, weil das Höhenprofil der Wanderung so einfacher erscheint. Erst die Anstiege, später die leichteren, ebenen Streckenabschnitte.
Wundervoll, dass wir diesen schönen Pfad durch den Regenwald mit herrlichen Ausblicken auf Stränden und Wasser in unsere Planung aufgenommen haben. Zwei Abstecher führten uns noch einmal direkt in die einsamen Buchten.

Abel Tasman Nationalpark - gerade ausgesetzt worden
Abel Tasman Nationalpark – gerade ausgesetzt worden
Abel Tasman Nationalpark - Blick zurück auf die Bucht, an der wir starteten
Abel Tasman Nationalpark – Blick zurück auf die Bucht, von der wir starteten
Abel Tasman Nationalpark - Bucht
Abel Tasman Nationalpark – Bucht
Abel Tasman Nationalpark - Blick auf eine Insel
Abel Tasman Nationalpark – Blick auf eine Insel
Abel Tasman Nationalpark - Blick aufs Meer
Abel Tasman Nationalpark – Blick aufs Meer

Danach gönnten wir uns diesen hier, der nach solch einer langen Wanderung nochmals besser schmeckte:

Abel Tasman Nationalpark - geschafft!
Abel Tasman Nationalpark – geschafft!

Am Abend parkten wir mit Blick zum Wasser.

Neuer Tag, neues Glück – Ziel ist zunächst das sonnenverwöhnte Nelson, satte 2500 Stunden pro Jahr. Nirgends gibt es mehr Sonne in Neuseeland. Wir kommen an, dicke Wolken und Regen. Von einem Spaziergang durch die Stadt halten uns die Wolken jedoch nicht ab.

Nelson
Nelson

Weiter treibt es uns Richtung Marlborough Sounds. Bei der zerklüfteten Landschaft handelt es sich nicht um Fjorde wie im Südwesten der Insel, jedoch aber um überflutete Flusstäler eines aufgefalteten Gebirges.
Im Ort Havelock halten wir voller Interesse, wir hatten hier schon vor einiger Zeit eine Reportage gesehen über ein Postboot, welches einmal pro Woche die abgeschiedenen Bewohner ansteuert, um Post und Waren abzuliefern oder abzuholen. Es gibt oft keine anderen Zugänge als den Wasserweg und in der Reportage wurden verschiedene Familien und ihre Geschichten vorgestellt.
Im Gewässer vor Havelock werden massig Greenlip-Mussels gezüchtet, diese probiert Torsten auch direkt im Restaurant am Hafen und befindet diese für delikat. $20 das Kilo, das sind gerade mal 11,39Euro.

Green Lip Mussels in Havelock
Green Lip Mussels in Havelock
Blick in die Marlborough Sounds
Blick in die Marlborough Sounds

Unser Weg fährt uns ein kleines Stück in die Abgeschiedenheit und wir Campen einmal mehr recht abgelegen direkt am Wasser. Es regnete die ganze Nacht und ich war nur froh, dass wir nicht im Zelt schlafen.

Der folgende Morgen fährt uns nach Picton, nach einer kleinen Ortsrundfahrt stellen wir uns für unsere Fähre an und sind schließlich nach 3,5 Stunden Fahrt in Wellington auf der Nordinsel.

Das waren nun vier Wochen auf der Südinsel und wir haben längst nicht alles gesehen. Es gibt noch so viel mehr zu entdecken und bei unserem nächsten Besuch werden wir auf jeden Fall:

  • Den Abel Tasman Nationalpark mit einem Kajak vom Wasser aus erkunden
  • oder eine größere Runde mit dem Wassertaxi wählen und einen anderen Abschnitt laufen.
  • Mit dem Postboot die Abgeschiedenheit der Marlborough Sounds erkunden
  • und vielleicht auch einen Teil einer Mehrtageswanderung durch die Marlborough Sounds Wandern.

Wir freuen uns schon heute darauf!

Fiordland und die Städte Queenstown & Wanaka

Zuletzt haben wir noch aus dem Süden vom Oreti Beach berichtet, nun sind wir schon wieder einige hundert Kilometer nördlich.

Es trieb uns zunächst bis zum äusserst westlichen Ende der Südküste. Dann weiter gen Norden. Einen Zwischenstopp gab es bei Monkey Island. Wer zur Ebbe kommt, kann hinüber laufen. Wir kamen bei Flut.

Monkey Island bei Flut
Monkey Island bei Flut

Dann einen Stopp bei den Höhlen Limestone Caves. Davon hatten wir separat berichtet.
Anschließend eine Nacht in Te Anau, der einzigen größeren Stadt am Rande des Fiordlandes.
Te Anau ist ein kleines Städtchen mit einer Einkaufsmeile für die wichtigsten Dinge, Souvenirs, Lebensmittel, Tankstellen. Dann ging es für zwei Tage direkt hinein ins Fiordland.

Unser Campingplatz in Te Anau
Unser Campingplatz in Te Anau

Das Ziel war der bekannte und leicht zugängliche Fjord Milford Sound. Wir teilten unsere Strecke und blieben eine Nacht auf einem sehr einfachen Campingplatz direkt am Fluss namens Cascade Creek. Am nächsten Tag machten wir das, was alle Touristen (und die gab es plötzlich in Massen) am Fjord machen: eine Bootstour. Diese war sehr schön und führte an vielen Wasserfällen und Pelzrobben vorbei bis auf die offene Tasmanische See.

Milford Sound
Milford Sound
Wasserfall am Milford Sound
Wasserfall am Milford Sound
Pelzrobben im Milford Sound
Pelzrobben im Milford Sound

Die nächste Nacht verbrachten wir ebenfalls entlang der langen Sackgasse nach Milford auf einem einfachen Platz namens Deer Flat. Am Morgen stand hier der Nebel wunderschön vor den Bergketten.

Deer Flat Campingplatz am Morgen
Deer Flat Campingplatz am Morgen

Entlang des Weges im Nationalpark gibt es einige Wanderungen und Ähnliches zu erleben. Wir entschieden uns für einen kurzen Halt an den (überraschend kleinen) Mirror Lakes, in denen sich die Berge spiegeln. Außerdem für Lake Gunn, eine Waldwanderung an einem See vorbei. Weiterhin für The Chasm, vom vielen Niederschlag im Fiordland ausgewaschene Steinformationen, sowie einiger weiterer Aussichtspunkte auf dem Rückweg.

Mirror Lakes
Mirror Lakes

Lake Gunn mit Waldwanderung
Lake Gunn mit Waldwanderung

The Chasm - Flusslauf und ausgewaschene Steine
The Chasm – Flusslauf und ausgewaschene Steine

The Chasm - kreisförmig ausgewaschene Steine
The Chasm – kreisförmig ausgewaschene Steine

Es gab dann noch einen weiteren Halt in Te Anau, um einen Film über das Fiordland zu sehen. Sehr empfehlenswert. Sehr viele Perspektiven aus dem Hubschrauber bzw. mit einer Drohne gefilmt, die man so nie sehen würde. Auch das Fiordland im Winter – wunderschön.

Noch am gleichen Nachmittag kamen wir in Queenstown an und sind zu Fuß, von unserem Campingplatz aus, noch eine Runde durch die Innenstadt gebummelt. Am nächsten Tag blieb noch mehr Zeit zum Erkunden, während Torsten sich mit dem Rad die Berge hinab stürzte.
Queenstown ist von der Einwohnerzahl her gar nicht so groß, lebt aber vom Tourismus und den unzähligen Touren, die man buchen kann (Bootsfahrten, Kajak, Wasserski, Jetboard, River Rafting, Bungee Jumping, Paragliding und und und). Der kleine Stadtkern mit Restaurants, Cafes, Läden und die Promenade direkt am Wasser gefallen uns sehr. Auch der Queens Park wurde von uns zu Fuß erkundet.

Blick auf Queenstown und den Queen Park
Blick auf Queenstown und den Queen Park

In Queenstown am Wasser
In Queenstown am Wasser

Unser Lamm kurz vor Ostern
Unser Lamm kurz vor Ostern

Nach zwei Nächten führte uns unser Weg weiter nach Arrowtown. Hier gibt es viele restaurierte Häuser aus dem 19. Jahrhundert. Eine Straße läd zum Schlendern ein, wir trinken einen Kaffee, laufen am Fluss entlang und folgen unserem Weg weiter nach Wanaka.

Arrowtown
Arrowtown

In Wanaka gefällt es uns noch besser, als in Queenstown, zumindest wenn man das See-Berg-Panorama vergleicht. Ein längerer Spaziergang entlang der Promenade fährt uns zum viel fotografierten einsamen Baum im Wasser und wie so einige Dinge (z.B. Eifelturm & Freiheitsstatue): er ist erschreckend klein und unspektakulär.

Einsamer Baum im Lake Wanaka
Einsamer Baum im Lake Wanaka

Auch unser Platz für die Nacht war einsam und wunderschön.

Unser Nachtlager nahe Wanaka
Unser Nachtlager nahe Wanaka

Gestern ging es dann an die Westküste, mehr dazu aber im nächsten Artikel.

Limestone Caves und die Glühwürmchen

Heute kommt mal ein extra Eintrag für ein einzelnes Erlebnis.
Wer uns kennt weiß, dass wir gerne zur jährlichen European Outdoor Film Tour gehen. Eine Zusammenstellung von kurzen Dokumentarfilmen, die alle mit Outdoor-Aktivitäten oder -Sportarten zu tun haben. Ich habe dieser Tage viel an unseren letzten Besuch 2014 und den Film „The Cave Connection“ gedacht. Damals war in Berlin sogar Kieran Mckay persönlich vor Ort und hat von seinem Versuch berichtet und Fragen beantwortet.
Lest selbst kurz nach, worum es geht: Link zum Anklicken.

Warum habe ich viel daran gedacht?
Wir haben in unserer Neuseeland-App (Campermate) und in unserem Reiseführer (WoMo Guide Neuseeland) etwas von einer Höhle, bzw. einem Höhlensystem gelesen, das man auf eigene Faust erkunden kann. Unter anderem, um Glühwürmchen zu sehen. Lag auf unserem Weg, also hin da!

Was für ein Erlebnis!

Zunächst ging Torsten hinein. 300 Meter Höhle, ca. 40 Minuten, man sollte sich entsprechend kleiden, um ggf. auch schmutzig zu werden.
Er kam wieder und war begeistert. Meinte es waren viele andere (Deutsche) drin, es war ein tolles Erlebnis, er hätte nur ein paar vereinzelte Glühwürmchen gesehen. In der Höhle kommt irgendwann ein Pool (von dem wir vorher schon gehört hatten) und er sah zu tief aus, um diesen zu überqueren. Zu der Zeit kam auch niemand anderes an der Stelle an, so dass Torsten umkehrte und zum Eingang zurück ging.

Nun war ich an der Reihe. Wir fragten noch drei Jugendliche, sie hatten soeben den Pool überquert! Wow! Links halten. Okay, also links halten!
Ich also hin. Infotafel gelesen. Wandersachen, Wanderschuhe – hab ich alles! Taschenlampe, Handy als Notfall-Lichtquelle – hab ich! Rein gehts!

Plötzlich krauche ich in ein Erdloch, nicht weit hinein und es ist sofort finster. Taschenlampe an. Ducken, Klettern, normal Laufen, durch Steine hindurch winden, sehr tief ducken, fast krabbeln, enge Stellen überwinden. Eine Höhle. Eine andere Höhle. Viele, viele Steine, Gruften, verzweigte Höhlen. Ein Abenteuer! In den Gruften immer mal das Licht aus – Glühwürmchen! Immer mal ein paar. Mal 20-30 auf einem Haufen. Ein Sternenhimmel in Klein!
Um mich herum niemand anderes! Wo sind die ganzen anderen Menschen, von denen Torsten sprach?

Einige Stellen waren kniffelig zu überwinden, aber nachdem ich von den Jugendlichen gehört hatte, dass sie den Pool überquert hatten, war ich sowieso fest davon überzeugt nicht den gleichen Weg zurück zu gehen.
Und dann stand ich am Pool, 30 Minuten nachdem ich hinein bin. Er sah tief aus, ein Grund war nicht erkennbar. Okay, links halten. Links sieht man etwas flachere Steine, aber wo festhalten? Ich habe eine Weile gezögert. Meine größte Angst war eigentlich nicht das hinein fallen, im Wohnmobil hätte es eine warme Dusche und trockene Sachen gegeben, sondern eher mein Handy 🙂
Also, für den Falle des Hineinfallens das Handy von der Hosentasche in den BH, am Stein fest gekrallt und los. Ein Fuß im Wasser, absichtlich und nicht dramatisch, habe ja gute Wanderschuhe. Puhhh, geschafft! War ich froh. Gleich noch ein Bild gemacht. Handy lebt auch noch.

Danach ging es weiter. Es wurde noch enger, die Stellen noch schwieriger. Auch hier habe ich ein paar Mal an den Dokumentar-Film gedacht: Hüften zwischen den Steinen verkanten, um dann mit den Händen umzugreifen. Dies nur einer der abgeschauten Tipps.

Unter mir lief Wasser, das Wasser lief die Wände hinunter und nun wollte ich erst recht zum eigentlichen Ausgang und nicht nochmal über den Pool zurück.
Noch ein Pool. Eine Leiter mittendrin. Sieben Meter hoch. Später wieder eine Leiter, fünf Meter runter. Später noch eine Leiter hoch.

Nach 45 Minuten bin ich am Ausgang. Ich habe keine Massen von Glühwürmchen gesehen, aber es war ein unglaublich tolles Erlebnis einmal durch so eine Höhle zu Wandern. Ja oder eben eher zu kriechen, schleichen, lauschen, den Weg leuchten etc. Zack, aus dem Gras gekrabbelt stand ich wieder an der Straße.

Wer mal hier ist – unbedingt machen!

Ich lasse noch ein paar Bilder sprechen.

Der wunderschöne Süden

Oh man, wir haben uns vorgenommen, weniger Text zu tippeln. Aber in den letzten Tagen gab es soooo viele schöne Erlebnisse und berichtenswerte Dinge.
Also versuchen wir es einmal.

Vom Mount Cook haben wir uns verabschiedet und sind gen Süden gefahren. Der erste Stopp nach einer halben Stunde Fahrt war die Lachs-Zuchtfarm hinter dem kleinen Ort Twizel. Ohhh, haben wir hier lecker Lachs zum Mittag gegessen und auch gekauft, um Gleiches am Abend noch einmal zu genießen.
Wirklich empfehlenswert und für uns erneut eine kulinarisch sehr wertvolle Mittagspause.

Dazu gab es Kaffee, der erneut sehr lecker war. Wir hatten bisher übrigens keinen schlechten Kaffee. Selbst am Ende der Welt im Nirgendwo: da steht eine ganz ausgezeichnete Siebträger und die Leute können sie bedienen. Genial. Da kann USA, Kanada und einige andere Länder mit ihrem „freshly brewed“ nicht mithalten!

An diesem Tag machen wir Stopp im kleinen Ort Clyde. Mehr zweckmäßig, um die Strecke gen Süden zu teilen. Am nächsten Tag sind wir unplanmäßig zurück nach Queenstown gefahren, unser Kühlschrank musste getauscht werden. Am Abend waren wir wieder zurück in Clyde, allerdings dieses Mal auf einem kostenlosen Stellplatz direkt am Fluß. Wunderschön.

Anschließend ging es durch hügeliges Land Richtung Balclutha. Mal alles trocken und wie Steppe, dann wieder saftiges Grün. Zwischendurch Täler und Orte, in denen es viele Obstplantagen und dementsprechend Stände zum Verkauf am Straßenrand gibt.
In Balclutha haben wir uns im Visitor Center mit Materialien ausgestattet, bevor wir in den kommenden Tagen die schöne Gegend Catlins im Süden erkunden.

Zuerst Halt beim Nugget Point. Hier gab es nach einer kleinen Wanderung, entlang steiler Klippen, einen kleinen Leuchtturm zu sehen, sowie Felsvorsprünge im Wasser. Meer soweit das Auge reicht. Ein wunderschöner, aber auch sehr windiger Ort. Vom Weg aus konnten wir einige Pelzrobben sehen.

Nugget Point - Leuchtturm
Nugget Point – Leuchtturm
Nugget Point - Felsen
Nugget Point – Felsen
Nugget Point - Pelzrobben
Nugget Point – Pelzrobben

Rast machen wir dann über Nacht am Kaka Point. Hier ist der schöne Strand berühmt, aber das Wetter lud uns nicht wirklich zum ins Wasser gehen ein.

In einer benachbarten Bucht vom Nugget Point kann man, wenn man Glück hat, die seltenen Gelbaugenpinguine sehen. Wir hatten leider kein Glück.

Am nächsten Vormittag dann aber unser bisheriges Tier-Highlight dieser Reise. Wir sind allein am Strand von Surat Bay unterwegs und haben schon einige faul schlafende Seelöwen ausfindig gemacht. Als wir schon enttäuscht nach einem langen Strandspaziergang kehrt machten, sahen wir in der Ferne ein großes Männchen. Natürlich haben wir uns vorsichtig genähert, um Fotos zu machen.
Plötzlich kamen noch Mama-Seelöwe und Baby-Seelöwe aus dem Wasser gerannt, verfolgt von einem anderen Männchen. In der folgenden halben Stunde (gefühlt drei Stunden) haben wir die vier wunderbar beobachten können.
Die Männchen buhlten um das Weibchen, das Kleine immer dazwischen. Es gab richtig Gebrüll. Und schnell werden die Seelöwen! Es war so wunderbar und wir haben sooo viele einzigartige Fotos. Ganz, ganz toll!

Hallo Seelöwe!
Hallo Seelöwe!
Seelöwen in der Surat Bay
Seelöwen in der Surat Bay

Kuriose Spinnennester gibt es hier auch:

Kuriose Spinnennester
Kuriose Spinnennester

In der Gegend gibt es viele Wasserfälle, wir haben uns für zwei entschieden. Also zuerst zu den Purakaunui Falls. Eine Wanderung durch den Regenwald und wir kommen am Wasserfall, der mehrere Stufen umfasst, an. Wir lassen ein Bild weiter erzählen:

Purakaunui Falls
Purakaunui Falls

Nun zu einem weiteren Highlight: den Cathedral Caves. Diese sind nur bei Ebbe zu begehen und so war schon unser ganzer Tag auf die Ankunft am späten Nachmittag dort eingetaktet. Bis die Umleitung kam – die uns eine halbe Stunde kostete. Wir kamen dennoch so an, dass wir die gigantischen, vom Meer ausgespülten Höhlen sehen konnten. Die Grotten sind bis zu 30m hoch, zwei sind zu besichtigen, es gibt aber bis zu 15 Höhlen insgesamt.
Hier hieß es also Schuhe aus, Hose hoch krempeln und in einem guten Moment hinein laufen. Denn Ebbe ist nicht alles. Schön und gut, wenn gerade Ebbe ist, eine starke Brandung kann einen dennoch komplett nass machen. Wir blieben weitestgehend trocken.

Cathedral Caves
Cathedral Caves
Cathedral Caves
Cathedral Caves
Cathedral Caves
Cathedral Caves

Unser Campingplatz für die Nacht war ganz in der Nähe, so konnten wir am nächsten Tag noch den tollen Ausblick vom Florence Hill genießen und die Mc Lean Falls anschauen. Auch bei diesen Wasserfällen gibt es wieder (wie bei den Cathedral Caves auch) eine tolle Wanderung durch den Regenwald. Anschließend wurden wir mit einem fantastischen Blick auf insgesamt 100m hohe Wasserfälle in vier Stufen belohnt.

Florence Hill Ausblick
Florence Hill Ausblick
Mc Lean Falls
Mc Lean Falls

Auch wieder exakt zeitlich geplant, waren wir am Nachmittag an der Landzunge zwischen Porpoise Bay und Curio Bay. An der ersten Bucht gibt es seltene Hector-Delfine zu sehen, an der zweiten seltene Gelbaugenpinguine und ein versteinerter, fossiler Wald. Wir hatten zwei Mal Glück. Drei Delfine!
Am Abend in der anderen Bucht ein Pinguin. Beim zweiten Bild sei anzumerken, dass es schon fast dunkel war und der Pinguin nur schwer erkennbar im Riff spielte. Am kommenden Morgen springende Delfine in der Porpoise Bucht. Einfach tolle Naturerlebnisse!

Gelbaugenpinguin
Gelbaugenpinguin
Gelbaugenpinguin beim Plantschen
Gelbaugenpinguin beim Plantschen

Zu guter Letzt und zum Abschied aus der Gegend Catlins waren wir heute noch am Slope Point, dem südlichsten Punkt der Südinsel. Der Ausblick, das türkisfarbene Wasser, die steilen Hänge. Super!
Übrigens waren wir auf den Straßen immer recht einsam unterwegs, wohingegen bei den „Attraktionen“ viele Menschen waren. Wobei viel relativ ist. Wir reisen gerade sehr entspannt und uns geht es prima.

Slope Point - der südlichste Punkt der Südinsel
Slope Point – der südlichste Punkt der Südinsel

Und auch die Schafe grasen – genauso wie die Kühe oben im Bild – mit einer fantastischen Aussicht 🙂

Schafe am Slope Point
Schafe am Slope Point

Nun trieb es uns noch nach Invercargill, der größten Stadt im Süden. Wir waren etwas enttäuscht vom Stadtbild. Auch die Suche nach einem Restaurant – hatten wir doch so viel von Austern und Fisch gehört – erwies sich als schwierig. Wir bekamen zwei Empfehlungen, beide weit weg vom Zentrum. Verwunderlich.
Aber ein gutes Cafe mit sehr leckerem warmen Kuchen und erneut sehr gutem Kaffee wurde Teil unserer Beute.

Mhhhhh .... lecker!!!
Mhhhhh …. lecker!!!

Wir fahren weiter zu unserem ausgesuchten Campingplatz westlich der Stadt nahe eines Strandes am Oreti Beach. Et voila, die eine Restaurant-Empfehlung direkt nebenan! Wir haben hier köstlich Lamm und Fisch zum Abendessen verspeist.
Auch der Campingplatz gefällt uns so gut, dass wir noch eine Nacht länger hier bleiben.

Also, wer mal hier ist, dem sei das Restaurant Cabbage Tree und der Campingplatz direkt daneben ans Herz gelegt!

Auf in die Mitte und in die Höhen der Insel

Wobei dies auch relativ ist. In Neuseeland ist man an keinem Ort mehr als 128km vom Meer entfernt. Was für ein Luxus, wenn man sonst nicht so oft am Meer ist 🙂

Großes Ziel war der Mount Cook, mit 3.754m der höchste Berg Neuseelands. Damit steht er aber nicht allein, es gibt beeindruckende 19 Dreitausender und über 140 Zweitausender. Damit hat die Gegend den Titel „Southern Alps“ absolut verdient!

Da es bis dort hin jedoch ein weiter Weg war, gab es kleine Zwischenziele. Zunächst ein ungeplanter Stopp in Darfield. Durch die starken Winde (Northeasterlies) gab es einige Feuer in der Gegend, man sagte uns, verursacht durch Farmer. Einige Straßen waren gesperrt und wir parkten kurzerhand über Nacht auf dem Parkplatz eines Cricket Felds. Die Neuseeländer sind super entspannt, das war also kein Problem. Später lasen wir, dass das Epizentrum des großen Erdbebens 2010 40km unter diesem Ort lag. In dieser Nacht blieb die Erde aber ruhig.

Am Tag darauf gab es einen Stopp im Ort Geraldine, ein Ort von Viehzucht und Landwirtschaft geprägt. Überraschend schön jedoch. Bei Lamm-Burger und sehr gutem Kaffee haben wir uns hier gestärkt. Eine wirklich schöne und kulinarisch wertvolle Mittagspause.

Lamm-Burger und guter Kaffee
Lamm-Burger und guter Kaffee

Der nächste Stopp am Nachmittag und über Nacht war der Lake Tekapo, ein wunderschöner blau-türkis strahlender See. Der Binnensee ist 83km2 groß und liegt bereits 700 m.ü.d.M.
Wenn man lange keinen See gesehen hat, welcher von Gletscherwasser gespeist wird, einfach nur atemberaubend! Ein kleiner schattiger Waldspaziergang und dann folgte die bisher kälteste Nacht im Camper, die wir bisher hatten – trotz Standheizung.

Lake Tekapo
Lake Tekapo

Am folgenden Tag ging es vorbei am Lake Pukaki zum Mount Cook, genauer gesagt dem dichtesten Campingplatz davor: White Horse Hill.

Parkplatz für die Nacht und Ausblick
Parkplatz für die Nacht und Ausblick

Wir schafften noch etwa zwei Drittel der Wanderung „Hooker Valley Track“, der tolle Ausblicke auf Gletscher, Gletscherseen und zwei Überquerungen von Hängebrücken erlaubte.
Die Nacht wurde leider sehr wolkig, so dass wir nicht den berühmten, sehr klaren Sternenhimmel erleben durften. Sehr schade!

Gletscherfront mit Gletschersee
Gletscherfront mit Gletschersee

Hooker Valley Track - Hängebrücke
Hooker Valley Track – Hängebrücke

Am nächsten Tag gingen wir noch die etwa einstündige Wanderung zum „Kea Point“, von wo aus wir noch einmal einen super Blick auf den eigentlichen Mount Cook genießen konnten.

Mount Cook mit Gletschersee
Mount Cook mit Gletschersee

Mount Cook
Mount Cook

Anschließend noch einmal am Visitor Center vom Lake Pukaki vorbei, aber leider wie am Vortag: bewölkt, diesig, schlechte Sicht. Der See präsentierte sich uns leider nicht in seinem schönen türkis mit Bergsicht, wie er es könnte und wie wir es am Lake Tekapo zuvor erleben durften.

Lake Pukaki
Lake Pukaki

Nun geht es weiter.
Nächster Halt: das südliche Ende der Südinsel.