Kopfkino

Endlich wieder Berge

Nachdem es zu Christi Himmelfahrt nicht mit dem Trip in die Berge geklappt hat (spontaner Wintereinbruch ab 1000m Höhe), musste ich den über das Wochenende verlängerten Aufenthalt in Garching nutzen, um einen neuen Versuch zu starten.
Und et voila – das Wetter passt und die Berge rufen.

Gestern am Sonntag habe ich mich auf in Richtung Wildkogel gemacht. Dem aufmerksamen Leser wird die Ort bekannt vorkommen – über die letzten Jahre bin ich da hin und wieder mal gewesen.
Die Anreise hat doch etwas mehr Zeit in Anspruch genommen als gedacht. Es zieht sich. Besonders dann, wenn noch Tausende anderer Touristen unterwegs sind.

Am Wildkogel angekommen, bat sich fast ein Bild des Schreckens. „Ganz schön viele Biker hier“ – dachte ich mir so.
Na das wird ja was. Muss man sich die coolen Trails schon teilen?
Oben am Berg stellte ich dann fest, dass die dort eine neue Strecke talwärst angelegt haben. Das beruhigte mich etwas, da ich annahm, dass die Masse dort fahren wird. ICH aber nicht. Die feinen Trails sind woanders und man muss dazu auch mal etwas Strampeln.
Der gemeine Downhiller hingegen macht das eher ungern.
Also Glück gehabt und die Trails waren wirklich mir allein gegönnt (und wenigen Wanderern).

Ein wenig Schnee lag noch oben am Berg uns inbesondere auf den Schattenseiten. Hundert Tiefenmeter später war nichts mehr zu merken. Gespürt habe ich Schnee auch nur auf der letzten Tour, die „hinten rum“ zur Steineralm führt. Der Traum eines Trails. Da musste ich zweimal Schnee überqueren (was angesichts der tollen Sonne verdammt hell und blendend war).

Leider nur Smartphone-Fotos.

Jahresabschluss am Lago Maggiore

Mir ist zugetragen worden, dass ich schon lange nichts mehr habe kund getan an dieser Stelle im weltweiten Wahnsin, äähm, Web.
Dem kann ich ansich zustimmen, gelobe aber dennoch Besserung.
Ja, es war viel los in den letzten Wochen und Monaten. Sehr viel. So bin ich auch nicht dazu gekommen, einfach mal wieder ein paar Zeilen hier zu verfassen. Das ändere ich nun.

Der Titel sagt es bereits. Mein Mountainbike Jahresabschluss fand am Lago Maggiore statt.
Jörg, Thomas, Johannes und ich hatten eine gefühlte Ewigkeit überlegt wohin wir denn nun fahren wollen.
Finale Ligure (wie bereits letztes Jahr) stand ebenfalls zur Debatte. Jedoch stellte sich schnell heraus, dass es eher unpraktikabel sein sollte. Die Shuttle waren alle voll und die Wild-Jagdsaison nehmen die echt ernst.
Den Lago kannten wir zwar schon, wussten aber auch, dass es dort wirklich fantastisch ist. Kurzum, die Sache war beschlossen.
Als Hotel wählten wir wieder die – wohlbekannte und hoch geschätzte Unterkunft (gut, der Preis ist auch weitab von einer Jugendherberge) – Villa Palmira

Leider musste Johannes aufgrund einer Erkrankung kurzfristig absagen. Wirklich schade. Definitiv hat er einen geilen Trip verpasst.
Auf einen Shuttle-Service mussten wir diesmal auch verzichten, da wir die Tour selbst in Angriff genommen haben.
Aber so ein 1er BMW kann ja schon mal ein Rad aufnehmen. Und der 1er vom Jörg hatte hinten Platz für zwei Bikes. Also los.

Tag 1 widmete sich dem Monte Lema.
Jenen kannten wir ja schon vom Saisonstart und waren schon etwas aufgeregt. Die Anreise dauerte viel zu lange. Egal.
Bereits bei Anreise waren wir entzückt vom phänomenalen Wetter (und mussten dem daheimgebliebenen Johannes mal flott eine MMS schicken. Hihi).
Ganz leichter Nebel war im Tal zu sehen und bereicherte unseren Ausblick mit einem gigantischen Panorama.
Sodann ging es auch gleich auf die Trails. Minutenweise mussten wir stehen bleiben, um den Blick durch das tolle Farbspiel der Natur gleiten zu lassen. Beeindruckend.
Anbei mal wieder ein paar wenige Impressionen. Wir hatten auch etwas Zeit für Foto Shooting.

Der zweite Tag führte uns zum Monte Mottarone oberhalb vom Ort Stresa.
Auch hier sind wir bereits im Frühjahr eingekehrt. Liegt u.a. am Catsan Trail. Der heisst nicht wirklich so. Aber der Boden sieht aus und fühlt sich an wie Catsan – Katzenstreu eben. Macht echt Spaß und ist einer der besten jemals gefahrenen Trails.
So sehr ich es für nicht-Mitreisende bedauern mag, das Wetter war wieder unbeschreiblich gut. Man sieht es an und in den Bildern. Nebel im Tal und Sonne am Himmel. Wow. Und Adrenalin (und Bier/Wein) im Blut.
Zunächst blieb das Wetter so. Am frühen Nachmittag wurde es dann ab einer bestimmten Höhe sehr nebelig. So stieß die Gondel erst in den Nebel (des Grauens) hinein und dann kurz vor dem Gipfel wieder aus dem Nebel heraus. Von dort an ein irrer Ausblick.
Die letzte Abfahrt (Catsan-Trail) endet leider auf der anderen Seite vom Berg – am Lago d’Orta. Aufgrund des fehlenden Shuttle Service mussten wir selbst um den Berg herum zurück nach Stresa strampeln. Es wurde bereits dunkel, aber es lief ganz gut. Zudem haben wir mal die Reifen auf über 3 Bar aufgeblasen.

Tag drei war für mich der letzte Tag am Lago. Diesmal wollten wir etwas fauler sein und gleich die Gondel nutzen. Also ab in den Bikepark am Monte Tamaro.
Was soll ich sagen. Das Wetter war schon wieder super. Mist, nicht einen Tag hatten wir Regen. Sowas aber auch 🙂
Zunächst also ein paar Runden durch den Park (oder nur eine Runde?), dann einen netten Trail ab Mittelstation. Mittag.
Den Abschluss sollte ein für mich neuer Trail bilden, welchen man erstmal mit einem Anstieg bis hinauf zum Gipfel meistern musste. Ihr seht es auf den Bildern, wir mussten ganz leicht durch den Schnee hindurch. Eindeutig die Schattenseite des Berges, sonst hätte sich der Schnee nie gehalten.
Ab hier wurde es für mich etwas heikel. Ab Berggipfel schlängelte sich der Weg an einem seeeeehr steilen Grad am Berg entlang. Und ich habe latente Höhenangst. Normalerweise wäre ich mit Augen zu und durch entlang gefahren. Aber rechts ging es ein paar Hundert Meter hinunter und der Weg war sehr schmal und vereist. Puh. Da hatte ich leicht weiche Knie.
Auf der anderen Seite ging es dann zwar in den Trail, jedoch war es weiterhin sehr steil. Ich konnte mich dann aber nach wenigen Hundert Metern beruhigen und ab dann wurde es sehr krass.
Der Trail ist, ich muss da ganz ehrlich sein, vor dem Catsan Trail mein neuer Favorit. Ein sowas von rasend schneller, schmaler und verblockter Trail. Augen auf und Gehirn an – hiess hier die Devise. Nur keine Fehler machen und immer am Hinterrad des Vordermanns bleiben, wenig Bremsen und viiieeeeel Spaß haben.
Und Spaß hatten wir ohne Ende.
Blöderweise endete auch dieser Trail nicht am Auto und so mussten wir ein nicht gerade kleines Stück durchs Tal radeln. Auch hier wurde es langsam dunkel und leider auch kalt. Nun ja, dennoch sind wir mit einem gewissen Grinsen am Auto gelandet. Juhu. Alles gut.

Am kommenden Tag habe ich dann die Rückreise nach good old Germany angetreten. Jörg und Thomas haben noch den Tag am Tamaro verbracht und sind den letzten Trail in einer anderen Variante gefahren.

Sodele – das war mein Jahresabschluss!