Kopfkino

Der Norden der Südinsel

Wer den Streckenverlauf verfolgt, hat heraus gelesen, dass wir vom Franz Josef Gletscher eine relativ weite Strecke bis hinter die Pancake Rocks hingelegt haben. Am nächsten Tag folgte noch einmal solch ein Brocken an Kilometern. Die Zeit rennt so sehr und es gibt noch unglaublich viel zu entdecken.

Wir fahren von Westport Richtung Osten und halten an den Maruia Wasserfällen für eine Mittagspause. Das beeindruckende an diesen 10m hohen Wasserfällen ist, dass sie durch ein Erdbeben 1829 entstanden sind. Kaum vorzustellen welche Kräfte wirken, um plötzlich eine solche Verwerfung zum Vorschein zu bringen.

Maruia Wasserfälle
Maruia Wasserfälle

Es rollt an diesem Tag abermals so gut, dass wir tatsächlich kurz vor dem Abel Tasman Nationalpark im Ort Motueka ankommen.
Die Natur veränderte sich wiederholt komplett und wir kommen durch fruchtbare Täler: Wein, Hopfen, Tee und unzählige Obstplantagen sehen wir hier. Die Nebenstrecke war die richtige und authentischere Wahl. Am Straßenrand viele Fruchtstände. Am nächsten Tag kaufen wir frische Feigen.

Obststand am Straßenrand
Obststand am Straßenrand

Der Abel Tasman Nationalpark ist ein Traum mit lückenlosem Regenwald, Palmen, großen Farnen, türkisfarbenen Wasser und gelben Sandstränden. Eine drei bis fünf Tages Wanderung ist hier möglich, wenn man entsprechend mit Zelt & Co ausgestattet ist.

Wir entscheiden uns erneut für den eher touristischen Weg:
Wir parken in Marahau, lassen uns von einem Wassertaxi ein paar Buchten den Park hinauf absetzen und Wandern zurück zum Parkplatz.
Aufgrund der flachen Strände steigt man schon auf das Boot, während es von einem schönen alten Ford-Traktor durch die Straßen und schließlich ins Wasser gezogen wird. Zuerst fährt der Weg zum Split Apple Rock – dem Stein, der aussieht wie ein gespaltener Apfel.

Abel Tasman Nationalpark - Split Apple Rock
Abel Tasman Nationalpark – Split Apple Rock

Dann geht es herum um zwei Inseln und wir haben abermals das Glück Seerobben zu sehen. Anschließend steigen wir vom Boot und Wandern 13km zurück zum Ort plus einen Mini-Umweg von zusätzlichen 45 Minuten 🙂
Wir sind froh, dass wir uns so entschieden haben. So Wandern wir in Ruhe, ohne zu einer bestimmten Zeit am Wassertaxi sein zu müssen, da das Ziel unser eigenes WoMo ist. Weiterhin aber auch, weil das Höhenprofil der Wanderung so einfacher erscheint. Erst die Anstiege, später die leichteren, ebenen Streckenabschnitte.
Wundervoll, dass wir diesen schönen Pfad durch den Regenwald mit herrlichen Ausblicken auf Stränden und Wasser in unsere Planung aufgenommen haben. Zwei Abstecher führten uns noch einmal direkt in die einsamen Buchten.

Abel Tasman Nationalpark - gerade ausgesetzt worden
Abel Tasman Nationalpark – gerade ausgesetzt worden
Abel Tasman Nationalpark - Blick zurück auf die Bucht, an der wir starteten
Abel Tasman Nationalpark – Blick zurück auf die Bucht, von der wir starteten
Abel Tasman Nationalpark - Bucht
Abel Tasman Nationalpark – Bucht
Abel Tasman Nationalpark - Blick auf eine Insel
Abel Tasman Nationalpark – Blick auf eine Insel
Abel Tasman Nationalpark - Blick aufs Meer
Abel Tasman Nationalpark – Blick aufs Meer

Danach gönnten wir uns diesen hier, der nach solch einer langen Wanderung nochmals besser schmeckte:

Abel Tasman Nationalpark - geschafft!
Abel Tasman Nationalpark – geschafft!

Am Abend parkten wir mit Blick zum Wasser.

Neuer Tag, neues Glück – Ziel ist zunächst das sonnenverwöhnte Nelson, satte 2500 Stunden pro Jahr. Nirgends gibt es mehr Sonne in Neuseeland. Wir kommen an, dicke Wolken und Regen. Von einem Spaziergang durch die Stadt halten uns die Wolken jedoch nicht ab.

Nelson
Nelson

Weiter treibt es uns Richtung Marlborough Sounds. Bei der zerklüfteten Landschaft handelt es sich nicht um Fjorde wie im Südwesten der Insel, jedoch aber um überflutete Flusstäler eines aufgefalteten Gebirges.
Im Ort Havelock halten wir voller Interesse, wir hatten hier schon vor einiger Zeit eine Reportage gesehen über ein Postboot, welches einmal pro Woche die abgeschiedenen Bewohner ansteuert, um Post und Waren abzuliefern oder abzuholen. Es gibt oft keine anderen Zugänge als den Wasserweg und in der Reportage wurden verschiedene Familien und ihre Geschichten vorgestellt.
Im Gewässer vor Havelock werden massig Greenlip-Mussels gezüchtet, diese probiert Torsten auch direkt im Restaurant am Hafen und befindet diese für delikat. $20 das Kilo, das sind gerade mal 11,39Euro.

Green Lip Mussels in Havelock
Green Lip Mussels in Havelock
Blick in die Marlborough Sounds
Blick in die Marlborough Sounds

Unser Weg fährt uns ein kleines Stück in die Abgeschiedenheit und wir Campen einmal mehr recht abgelegen direkt am Wasser. Es regnete die ganze Nacht und ich war nur froh, dass wir nicht im Zelt schlafen.

Der folgende Morgen fährt uns nach Picton, nach einer kleinen Ortsrundfahrt stellen wir uns für unsere Fähre an und sind schließlich nach 3,5 Stunden Fahrt in Wellington auf der Nordinsel.

Das waren nun vier Wochen auf der Südinsel und wir haben längst nicht alles gesehen. Es gibt noch so viel mehr zu entdecken und bei unserem nächsten Besuch werden wir auf jeden Fall:

  • Den Abel Tasman Nationalpark mit einem Kajak vom Wasser aus erkunden
  • oder eine größere Runde mit dem Wassertaxi wählen und einen anderen Abschnitt laufen.
  • Mit dem Postboot die Abgeschiedenheit der Marlborough Sounds erkunden
  • und vielleicht auch einen Teil einer Mehrtageswanderung durch die Marlborough Sounds Wandern.

Wir freuen uns schon heute darauf!