Kopfkino

USA: Grand Canyon

Bevor wir uns gleich in den bzw auf den Grand Canyon stürzten, führte unser Weg vorbei am Hoover Dam. Dam und nicht Damm. Denn es ist ja mehr eine Talsperre denn ein Damm.
Den Weg dorthin wählten wir abseits der großen Strassen und ebenso nicht direkt durch Las Vegas. Vielmehr führte uns die Northshore Road entlang des Lake Mead, dem größten Süßwasserreservoir der USA – natürlich ein künstlicher See. Das Resultat der Staumauer vom Hoover Dam.

Anschliessend folgten wir ganz normal der 93 bis nach Kingman. Was für eine trostlose Gegend. In Kingman erledigten wir einen Abstecher zur Touristen-Information und wurden prompt auf die Route 66 umgeleitet.
Normalerweise folgt ab Kingman die I-40. Aber die nette Dame in der Touristen-Info rat uns diese nicht zu nehmen. Angeblich die meist befahrene Strecke der USA mit gewaltigen Schlaglöchern.
Nun gut. Die Route 66 hat uns nun auch nicht vom Hocker gerissen. Ja, schöne Gegend. Aber auch immens trostlos. In Ash Fork kreuzten wir dann wieder die I-40 und verblieben auf dieser. Ab Williams folgten wir dann direkt der Beschilderung in den Grand Canyon. Ganz einfach und absolut ohne Navi zu finden.

Ziel der Reise war zunächst das Hotel in Tusayan. Den Ort kannte das Navi sowieso nicht, kann man aber auch nicht verfehlen. Der Ort wird am Eingang und am Ausgang von je einem Kreisverkehr eingeleitet bzw abgeschlossen. Man kann das Ende des Ortes bereits am Anfang erahnen. Klein. Aber viele Hotels.
Schnell den Check-In erledigen und um 19:00 Uhr standen wir 15km weiter an der Kante zum Grand Canyon. Hallo!
Hallo! Ja, das kann man so sagen. Der Blick ist atemberaubend. Im Grunde ein flaches Land – wenn da nicht dieser irre tiefe Graben namens Grand Canyon wäre.
Wir kamen pünktlich zum Sonnenuntergang doch eine Wolke verhinderte das Spektakel. So blieben nur wenige Bilder von diesem Abend.
In dem Wissen, dass wir uns am folgenden Tag komplett dem Canyon widmen können, verliessen wir den Ort des Geschehens. Auf dem Weg hinaus aus dem Park entdeckten wir dann, was wir am folgenden Tag noch viel deutlicher zu Gesicht bekommen sollten: Elche!
Okay, wir geben zu: wir wissen nicht ganz genau, ob es Elche (Elks) oder Wapitis sind. So richtig Aufklärung diesbezüglich haben wir nicht finden können.
Vor dem Abendbrot liessen wir uns noch auf eine Runde IMAX-Kino ein. In einem 35-minütigen Film bekamen wir schön zu sehen, wie und durch wen bereits die frühe Besiedlung und die immer neue Entdeckung des Canyons erfolgte. Abschluss des Films war ein Flug durch den Grand Canyon. Aufnahmen, wie man sie sonst nur als Vogel zu sehen bekommen würde. Sehenswert.

Tag zwei am Rande des Canyon.
Okay, zugegeben. Heute gingen wir es zunächst etwas ruhiger an, da mich den Tag zuvor massiv die Allergie im Griff hatte. Wer weiss, woher das mit einem Mal kam. Jedenfalls war ich am Abend zuvor total platt und benötigte etwas Schlaf und Erholung.
Nach einem guten Frühstück starteten wir mit einer Tour, westlich entlang der Kante. Ausgehend vom Grand Canyon Village (samt Visitor Center, Camping Platz, Shopping, …..) waren alle Wege gut erschlossen. Diverse (mit Gas betriebene) Busse fuhren etwaige Routen ab. Zusteigen, Aussteigen, Besichtigen, Wandern, später wieder einsteigen. Ein nettes Konzept, auch wenn es Züge von Massentourismus annimmt.
Unser Weg führte uns über Trailview Overlook, Maricopa Point, Powell Point, Hopi Point. Dies noch alles zu Fuß. Dann wieder rein in den Bus bis zu „The Abyss“ (ich habe mehr fiesen Abgrund erwartet). Dann nochmals bis Pima Point und weiter zum Ende bis Hermits Rest. Dort ist in der Tat noch mal ein Shop. Sagenhaft. Hat uns aber nicht vom Hocker gerissen.
Hier stiegen wir wieder in den Bus und benötigten fast eine Stunde zurück bis zum Parkplatz (Höhe Visitor Center). Dort blieben wir noch kurz zur Stärkung und machten uns auf eigene Faust mit dem Auto auf zum Desert View – das östliche, ca. 40km entfernte Ende und des erschlossenen Teils des Nationalparks (Süd-Rim).
Ab hier mache ich es kurz. Selbst mit der Fahrtstrecke ändert sich der Blick auf den Canyon nicht soooo massiv. Es ist und bleibt am Ende ein Canyon. Was man mal mehr und mal weniger sieht, ist der Fluss selbst. Vom touristischen Zentrum aus sieht man jenen gar nicht so gut. Gar nicht. Hier hinten eröffnen sich da schon ganz andere Einblicke (gilt im Übrigen auch für den am Vormittag bewanderten Teil).

Auf dem Rückweg gingen wir unserer neuen Lieblingsbeschäftigung nach – wilde Tiere mit der Kamera abschiessen. Uns hatte das Erlebnis am Abend zuvor ganz heiss darauf gemacht. So fuhren wir sogar Waldwege ab und ‚legten‘ uns im Auto auf die Lauer. So lange, bis das nächste Auto kam 🙂
Okay, man ist hier nirgends so richtig abgeschieden, solange man mit dem Auto befahrbare Wege befährt.
P.S.: Hier soll es Pumas geben. Auf den hatten wir es abgesehen. Klar – der zeigte sich nicht.
Auf dem Rückweg hatte Kristin dann DEN! Treffer. Ein Elch/Wapiti in stattlicher Ausprägung. Toll!
Kurze Zeit später entdeckten wir dann noch diverse kleinere Tiere und sogar die kleinsten der Kleinen – Jungtiere. Wie süüüüß.
Aber seht doch einfach selbst

Fazit. Der Grand Canyon ist schon sagenhaft. Beeindruckend und spektakulär schön. Was fehlt ist ein Streifzug durch den Canyon. Also runter bis zum Colorado wandern und ggf eine Tour auf dem Fluss. Dazu sollte man aber ab zwei Tage aufwärts einplanen.