Kopfkino

Vancouver Island – wir ziehen nun weiter

Vorwort:
Trotz widrigster Umstände (WLAN versprochen, WLAN aber nicht nutzbar) haben wir es geschafft (Dank an Kristin) den Blogeintrag zu vollenden. Es funktionierte dank vorab Schreiben der Texte und Aussortieren der Bilder am Laptop und SIM Karte am Smartphone im lokalen Netz. Jedoch wurden alle Bilder einzeln hochgeladen und beschriftet – bitte den Eintrag ganz besonders wert schätzen.

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Zum letzten, ausführlichen Bericht waren wir ja noch auf der Pazifik-Seite der Insel in Ucluelet.
Bevor es am Folgetag in Richtung Osten nach Campbell River ging, waren wir noch am Long Beach, gelegen zwischen Ucluelet und Tofino. Dieser liegt innerhalb des Pacific Rim National Park Reserve. Dort gibt es, nach einer kurzen Wanderung durch den Wald, einen ca. 5km langen Sandstrand mit vorgelagerten kleinen Inseln und allerlei Angespültem. Darunter Seetang, Quallen, kleine Krebse und viele Muscheln.
Der Ausflug war wirklich lohnenswert und ein schöner Spaziergang.

Angekommen in Campbell River, stand zunächst Relaxen auf dem Plan.
Zur Lage des Campingplatzes und dem Verlauf des Geburtstags gab es ja bereits kürzere Zwischenbeiträge.

Am 27.08. waren dann die Mädels auf der Grizzly Tour, während die Jungs Babysitter spielten.
Die Tour ging mit einem festen Boot 08:30 Uhr am Morgen los und führte uns ca. 2 Stunden nord-östlich in einen Fjord des Festlandes, Bute Inlet genannt. Dort erwarteten uns Nachkommen der Ureinwohner und einige Aussichtsplattformen, von denen man Grizzly Bären sehen sollte.
Wir hatten direkt in der Nähe des Bootsanlegers Glück und sahen bereits vom Boot aus einen Bären, aber auch an Land von den Aussichtsplattformen. Sowohl männliche, als auch weibliche Bären mit ein oder zwei Jungen waren dabei. Das war wirklich beeindruckend, mitunter sehr süß, wie die Kleinen sprangen oder rannten und auch sehr gemächlich und friedlich.

Am Folgetag standen am Vormittag ein paar organisatorische Dinge und Relaxen an, am Nachmittag hatten Torsten, Daniel und ich eine 3-stündige Wildlife-Tour mit einem Zodiak Boot geplant. Die Wahrscheinlichkeit, dort Wale zu sehen, war eher gering, da diese meist noch weiter nördlich in der Johnson Strait zum Fischen sind (man sollte dann eine 6- oder 8-stündige Tour buchen), aber der Fokus lag dennoch auf den Walen. Alternativ findet man als „Wildlife“ meist auch die Weißkopfadler und Seelöwen, manchmal Bären und Delfine.
Wir hatten so viel Glück und sahen nach ca. 1,5 Stunden Fahrt eine Gruppe von vier Orca Walen und begleiteten Sie eine Zeit. Auch einen Seelöwen, einige Adler und die beeindruckenden Stromschnellen und Unterströmungen der Meeresenge bekamen wir zu sehen und zu spüren.
Wir drei waren so Adrenalingeschwängert, die Orcas waren sehr beeindruckend, so friedlich und sehr dicht an der Küstenlinie.
Das Glück blieb auf unserer Seite und der Fahrer des Zodiaks hörte bereits über Funk, dass ein Humpback Whale (Buckelwal) in der Nähe gesehen wurde. Natürlich – genau vor Campbell River!
Er gab also ordentlich Gas auf dem Rückweg und laut Torstens GPS Tracker sind wir teilweise 80 km/h mit dem Zodiak gefahren.
Während die Orcas ja sehr häufig und regelmäßig auftauchen, jedoch nur einen Teil des Rückens und die Flosse preis geben, konnte der Buckelwal vor Campbell River ca. 4-5 Minuten unter Wasser bleiben. Dann tauchte er wieder auf, blies drei Mal Luft heraus und tauchte dann wieder sehr beeindruckend ab, zeigte dabei mehr vom Rücken und die gesamte Schwanzflosse.
Wahnsinn!
Dabei schwamm er nicht von A nach B, sondern hin und her und wir wussten nie, wo er als nächstes wieder auftaucht. Buckelwale ignorieren weitestgehend ihre Umgebung, auch gerne mal Boote – was uns zum Glück nicht passierte.
Was für eine erfolgreiche 3-stündige Wildlife Tour!

Am 29.08. waren nun die Herren mit der Grizzly Tour, wie oben beschrieben, an der Reihe und die Damen waren mit dem Babysitten beauftragt.
Schon auf der Fahrt Richtung Bute Inlet gab es ein paar Orcas und Delfine zu sehen. Angekommen hatten Torsten und Daniel eher bei den Plattformen Glück, während wir bereits Bären vom Boot aus sehen konnten – aber seht selbst.

Heute früh sind wir in Richtung Whistler gestartet. Eine ca. 150km Fahrt führte uns nach Nanaimo zur Fähre und wir sind nach 1:40 Stunde Fahrt in Horshoe Bay nördlich von Vancouver angelegt, um dann nach weiteren 105km in Whistler anzukommen.
Hier werden auch erstmals die Freeride Räder ausgepackt 🙂

Einfach nur Geburtstag

Also erst einmal herzlichen Dank an alle Gratulanten, ob nun direkt hier im Blog, per SMS, Anruf, Threema oder XING. Das war ein langer Geburtstag, da die ersten Nachrichten schon zu deutscher Zeit hier in Kanada eintrudelten und die letzten wirklich gerade am Abend kanadischer Zeit 😉 Wir sind nun also gestern Abend in Campbell River angekommen, auf der Ostseite der Insel. Der Campingplatz liegt direkt zwischen Meer und einem Flusslauf und wir haben einen wunderschönen Blick auf den Fluss.

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Alle weiteren Fotos im Verlauf zeigen den Geburtstag, wie mehrfach heute angefragt:

  • ein schöner Platz am Fluss
  • nach dem Frühstück ein schönes Bild am Himmel
  • …noch einen (sehr guten) Cappuchino direkt an der Marina
  • Chocolate und Tiger Tail (Orange und Litchi) Eis
  • mindestens drei Orcas ziehen direkt bei uns am Campingplatz vorbei (alles ging so schnell, Bilder sind nicht so gut geworden)
  • nach Ankunft von Sylvie, Daniel und Niklas in Campbell River: Kaffee und mit Schokolade überzogene Brownies
  • zum Abendessen frischen Pazifik-Lachs (Sockeye Salmon = Rotlachs) und Couscous-Salat

Und um die Vorfreude auf den nächsten Blog-Eintrag anzuregen: morgen geht es auf eine Grizzly Tour nach Bute Inlet, ca. 2 Stunden Bootsfahrt mitten ins Land. Die Mädels fahren morgen, die Herren am Freitag – Grund ist, dass der kleine Mann nicht mit darf. Kinder unter 12 Jahren dürfen diese Tour leider nicht mitmachen.

Vancouver Island – Angekommen

Um vom Festland auf die vorgelagerte Insel Vancouver Island (grob 100x450km) zu gelangen, bedarf es nun einer Fähre. Wir entschieden uns für die Route Tsawassen – Swartz Bay. Wir fuhren also zunächst ca. 40km von unserem Campingplatz in Vancouver bis zur Anlegestelle, nach einer kurzen Wartezeit ging es dann los und WoMo’s, Autos, ja gar ganze LKW rollten in die Fähre. Einfach gigantisch! 1,5 Stunden dauerte die Fahrt bis auf die Insel dann, vorbei an einigen vorgelagerten Inseln. Das Glück bereits hier Wale zu sehen, wie im Reiseführer beschrieben, hatten wir leider nicht. Im Großen und Ganzen war die Ãœberfahrt recht gemütlich.

Auf Vancouver Island angekommen waren es dann noch 35km bis zur Hauptstadt Victoria – unser Ziel für den Tag. Wir steuerten den Campingplatz Fort Victoria an. Nach dem, was wir gelesen hatten, wollten wir eigentlich nicht mal einen ganzen Tag bleiben und nur auf der Durchreise halten. Zum Glück entschieden wir uns für zwei Nächte Aufenthalt. Das kleine Städtchen ist wirklich nett und man ist ja nicht gezwungen die typischen Touri-Magneten wie das British Museum zu besuchen.
Am Tag der Ankunft sind Torsten und ich noch zu zweit los, ein Bus brachte uns bis in die Innenstadt. Nach 20 Minuten standen wir am Hafen und genossen den ersten Blick auf das Wasser, die landenden Wasserflugzeuge und auf die vielen kleinen Hafenfähren.
Kurzentschlossen liefen wir noch zu einem Aussichtspunkt, um das schöne Abendlicht, wie es auf die Innenstadt fiel, auf ein paar Bildern einzufangen. Anschließend gab es ein kleines Abendessen, direkt in der Altstadt. Salat mit Thunfisch und Wraps mit Lachs. Sensationell. Der Lachs ist viel fester, als wir es kennen, und schmeckt einfach total lecker.

Der zweite Tag in Victoria führte uns erneut, diesmal zu fünft, in die Innenstadt. Unser erstes Ziel war eine Hafenrundfahrt – Inner und Outer-Habor – mit einer dieser kleinen Hafenfähren.
Der Bootsmann erzählte allerlei, so auch, dass Vicotria die Hauptstadt des Retirements von Canada sei. Er selbst auch Rentner, fährt nun die Touris mit den kleinen Fähren umher. Schöne Ansichten von der Stadt boten sich, wir kamen an den legendären Bootshäusern vorbei, von denen wir auch sofort eines genommen hätten und stiegen schließlich am Fisherman’s Wharf aus.
Nein – nicht in San Francisco, auch in Victoria gibt es gleichnamigen Stadtteil. Ganz abwegig wäre es nicht, von Victoria aus sieht man die Berge von Washington State in den USA und es fahren auch einige Autofähren, zum Beispiel in Richtung Seattle.

Nach der Rundfahrt statteten wir noch dem Beacon Park in Victoria einen Besuch ab, einem Stadtpark, der südlich an den Pazifik grenzt. Während Daniel und Sylvie sich um die Raubtierfütterung und den Mittagsbrei kümmerten, kraxelten wir etwas über die Steine und den kleinen Strand, der sich der steilen Küste anschloss.

Abendessen gab es anschliessend Camper-typisch am Platz und am folgenden Tag sollte es dann – für die eine Familie früher, für die andere später – Richtung Ucluelet an der Pazifikküste gehen.
Stolze 290 km trennten uns von unserem Ziel.

Für „Familie Bloth“ stand auch Tanken auf dem Tagesplan – da hat das WoMo mal eben 100l geschluckt und 135 kanadische Dollar verlangt. Wow! Der Tank war zu Beginn lediglich zu 5/8 voll, mit dem Posten haben wir von vornherein gerechnet. Außerdem gab es einen kleinen Einkauf – im Vergleich zu unserem Walmart-Großsupermarkt-Erlebnis vom ersten Tag waren wir wirklich überrascht.
Im „Country Grocer“ gibt es regionale Produkte, eine bessere Auswahl an qualitativ hochwertigeren Produkten. Aus „wir kaufen nur schnell Tomaten“ wurden dann doch wieder 50 Kanadische $.

Weiter ging unsere Fahrt Richtung Ucluelet und gegen 16:30 Uhr waren wir dann auch da. Kurzentschlossen sind wir noch den oberen Teil des „Wild Pacific Trail“ gelaufen. Dieser Wanderweg ist noch recht neu und auch noch nicht finalisiert. In Summe kann man hier ca. 9 km entlang der Pazifik-Küste wandern.
Am Folgetag sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück (es ist ja schließlich Sonntag) erst innerhalb des Camping Platzes umgezogen, dann haben wir den ersten Teil des Trails in Angriff genommen. Dazu sind wir erst einmal 3 km durch den Ort (1500 Einwohner), dann die Küste entlang für etwa 3,5 km durch den Regenwald, plus anschliessendem Heimweg, marschiert.
Nachdem wir im vergangenen Jahr in den USA schon keinen Erfolg bei der Bärensichtung hatten, waren wir nun natürlich total heiß auf eine erste Begegnung mit Meister Petz.
An dieser Stelle sei gesagt, wir haben inzwischen in Vancouver, Victoria und Ucluelet schon so viele Beeren, mitunter am Straßenrand, gesehen – jedoch immer nur Himbeeren, Brombeeren und Blaubeeren.

Entlang des Trails sahen wir ein Reh, drei Weißkopfadler und einige Nacktschnecken, so auch getigerte (heißen in Deutschland Tiger-Schnegel).
Diese Wanderungen waren wunderschön, aber auch anstrengend, besonders wenn man sich morgens im WoMo so sehr den Kopf stößt, dass man eine riesige Beule und Kopfweh davon trägt. Selbst Schuld 🙁

Nun lassen wir den Abend noch bei einem Bierchen, einem grünen Salat und dem Veröffentlichen des Blog Eintrags ausklingen, um dann morgen nach Campbell River auf der Ostseite der Insel zu starten (250 km). Wir wollen doch am Geburtstag nicht so viele Kilometer fahren und stattdessen den Tag genießen… Nächster Bericht folgt.

Kanada – Anreise

In 24 Stunden von der Haustür zum wohl verdienten Bettchen in Kanada.

Am Montag um 11:15 Uhr ging es los. Unser gebuchter VIP Shuttle Bus hat uns zu Hause abgeholt und uns mit unseren zwei Koffern plus Fahrradkoffer pünktlich kurz vor 12 Uhr am Flughafen abgesetzt. Dort wurden dann auch schnell aus 2 Erwachsenen mit drei Koffern 4 Erwachsene und ein Baby mit 8 Koffern, davon 2 Fahrräder und 1 Buggy – Handgepäck nicht mitgezählt.
Das Aufgeben der Koffer war dank entsprechendem One World Status von Torsten kein Problem und war schnell und unkompliziert. Dann saßen wir auch schon ganz schnell im Flieger und flogen zunächst nach London.

Mit kleinen Wegen innerhalb des Terminals 5 hat das Umsteigen auch gut geklappt und schon saßen wir im Flieger Richtung Vancouver. Nach den knapp 2 Stunden Flugzeit bis London folgten nun 9,5 Stunden. Diese vergingen aber mit Essen, Schlafen, Filmen und Zeitungen auch einigermaßen. Besonders auf das Essen haben wir uns gefreut, denn das letzte war unser Frühstück zu Hause und wir hatten es inzwischen ca. 20 Uhr deutsche Zeit und bekamen dann endlich etwas auf den Tisch.

Gelandet sind wir dann ca. 19:30 Uhr kanadische Zeit in Vancouver. Bis auf den Buggy haben es alle Gepäckstücke geschafft. Der Buggy wurde am Dienstag nachgeliefert. Mit dem Shuttle fuhren wir zum Hotel, dort noch etwas gegessen und dann ganz schnell geschlafen.

Am nächsten Morgen war die Nacht früh vorbei. Wir hatten verabredet uns gegenseitig zu wecken, aber nicht vor 8 Uhr. Unser Telefon im Zimmer klingelte 7:58 Uhr und dann waren wir auch wach *arrrgggghhh* 🙂
Dann ging es zu einem Diner um die Ecke, um typisch amerikanisch / kanadisch zu Frühstücken: Rühreier, Speck, Würstchen, Pancakes mit Buttermilch, Fett, Fett, Fett und Zucker.

Anschließend haben wir bei Canadream (unserem Wohnmobil-Vermieter) angerufen, weil wir ja bereit für die Abholung waren. Tadaaaa – ja, um 14:30 Uhr werden wir abgeholt. 14:30 Uhr? Erst? Oh je – und wir haben fest damit gerechnet schon am Vormittag das WoMo zu übernehmen. Nix da.
Kurzerhand sind wir dann nach einem Fußmarsch mit dem Skytrain in die Innenstadt gefahren und haben etwas Zeit an der Waterfront rund um den Canada Place verbracht.
Rechtzeitig ging es dann aber zurück und wir wurden mit 20 Minuten Verspätung abgeholt. Grund genug für uns Deutsche sich aufzuregen 🙂
Beim Vermieter angekommen hatten diese nur ein einzelnes WoMo vorbereitet. Sie hatten nur mit 3 statt 5 Personen gerechnet. Zum Glück konnten sie das zweite aber relativ schnell vorbereiten.
Schnell – naja. Also in dem Laden sollte man mal eine Prozessberatung durchjagen, da wurde alles einzeln eingescannt und dann noch einmal abgetippt. Pässe, Führerscheine, Voucher. Dann durften wir den Knebelvertrag noch einmal ausführlich lesen und unterschreiben, danach ging es zur Einweisung des Wohnmobils. In Summe hat das ganze Prozedere – Achtung – mehr als 3 Stunden gedauert! Unglaublich.
Wir rollten also 18 Uhr mit unseren riesigen WoMo’s vom Hof und sind erst noch schnell zum Einkaufen gefahren. Schnell dauerte an der Stelle dann zwei Stunden.
Diese riesigen Supermärkte, alles nur in Großpackungen und ein Haufen ungesundes Essen…
Ganz gut war, dass man diverse Dinge im Hunderter-Pack wie Mülltüten, Toilettenpapier etc. dann nur einmal gekauft und auf die beiden WoMo’s aufgeteilt hat.

Nach dem ganzen Tag waren wir aber auch alle fix und fertig. Der Kleine Knirps von Sylvie und Daniel hat schon im WoMo geschlafen, während die Mama und wir einkaufen waren.

Abschließend rollten wir zu unserem ersten Campingplatz, dem Burnaby Cariboo RV Park in Vancouver, richteten uns kurz ein, packten aus, kochten Nudeln, aßen und fielen dann nur noch ins Bett.