Kopfkino

That was it – unsere Neuseeland-Reise

So schnell verrennen 6,5 Wochen in einem Land wie Neuseeland.

Wir haben enorm abwechslungsreiche Seiten von Neuseeland gesehen:
Berge mit Schnee und Gletschern; Sonne, Strand und Meer; Regenwald; raue Küstenlinie und karibisch anmutende Badestrände; regnerisches und mildes Wetter und noch so viel mehr.

Im Wohnmobil haben wir 5.671km zurück gelegt, bevor wir noch zwei wundervolle Tage bei Freunden in Auckland verbrachten. Bestes Sonnenscheinwetter ließ Auckland in seinem schönsten Gesicht erscheinen und nun treten wir die Rückreise an.

Auckland
Auckland

That was it – unsere Route auf Süd- und Nordinsel:

Unsere Route auf der Nordinsel
Unsere Route auf der Nordinsel
Unsere Route auf der Südinsel
Unsere Route auf der Südinsel

Coromandel Halbinsel

Wir entscheiden uns – und Freund Martin hat da durchaus seinen Anteil dran – doch noch für einen Abstecher auf die Halbinsel Coromandel.

Nach unserem Aufenthalt im Norden der Nordinsel, fahren wir, mit einem großen Sprung an Auckland vorbei, bis fast vor Coromandel. Es folgt eine Nacht an einem freien Platz an einem Muschelstrand (der wirklich nur aus Muscheln besteht) in der Nähe von Miranda. Toll hier – und kein Wasser im Teich bei Ebbe. Bei uns würde man Watt sagen.

Auckland
Auckland
Muschelstrand
Muschelstrand

Die folgenden Tage werden nun deutlich entschleunigt. Als Ziel haben wir uns Hot Water Beach gewählt. In der Anreise machen wir einen kleinen Stopp in Tairua, erkunden den Ort und kraxeln auf den lokalen Berg Puka. Von hier bietet sich eine tolle Aussicht auf die gegenüber liegende Halbinsel von Pauanui.

Pauanui
Pauanui

Am Hot Water Beach schlagen wir unser Lager auf. Nach Ankunft prüfen wir die Tiedenzeiten und begeben uns samt Schaufel an den Strand. Buddeln ist nun die Devise. Buddeln, um bei Ebbe an die warmen Quellen zu kommen, einen Pool zu formen und dann darin zu Planschen. Nun, Kristin buddelt fleissig, jedoch bleibt der gewünschte Erfolg aus, Wellen zerstören das Werk wieder und wieder. Der Muskelkater in den Schulterblättern bleibt drei Tage. Dennoch eine spannende Erfahrung, das Wasser ist wirklich irre heiss und die Menschen kommen in Massen.

Hot Water Beach
Hot Water Beach

Der folgende Tag fährt uns tiefenentspannt nach Whitianga, einem mehr nördlich gelegenen Ort. Wir wollen zwar ursprünglich eine Bootstour an die Cathedral Cove und die umgebenen Inseln unternehmen, jedoch wird das aufgrund des Seegangs abgesagt.

Whitianga
Whitianga

Vom Vortag dazu gelernt, verfalle ich am Abend dann dem Buddeln und kann meinen Astralkörper noch in einer warmen Pfütze wälzen.

Hot Water Beach
Hot Water Beach
Hot Water Beach
Hot Water Beach

Am letzten Tag auf Coromandel meint es das Wetter sehr gut mit uns und wir starten unsere Bootstour. Vom wirklich wunderhübschen Hahei Beach aus fahren wir per gut motorisiertem Schlauchboot die Küstenlinie ab. Keine Wolken, moderate Temperaturen, tolles Wasser, irre Küste vulkanischem Ursprungs.
Wir sehen Seehöhlen, schöne Buchten und Inseln, Werke tektonischer Plattenbewegungen und so weiter. Eine sehr runde Sache und die Bilder sprechen Ähnliche Worte.

Seehöhle mit Einblick
Seehöhle mit Einblick
Seehöhle mit Ausblick
Seehöhle mit Ausblick
Küstenlinie
Küstenlinie
Tektonische Platten
Tektonische Platten
Cathedral Cove
Cathedral Cove
Cathedral Cove
Cathedral Cove

Anschliessend noch etwas am Strand von Hahei verweilen (ein Haus hier könnte ich mir vorstellen) und zurück nach Hot Water Beach.

Hahei Beach
Hahei Beach

Den Abend dort runden wir mit Fish’n’Chips und einem Fish-Burger ab. Ãusserst lecker.

Finale: wir reisen Tags darauf entspannt ab und legen noch eine Übernachtung am bereits bekannten Muschelstrand ein. Nun wird das WoMo wieder abgegeben und uns bleiben noch zwei Tage in Auckland, bevor es wieder gen Heimat geht.

Der winterlose Norden

Von Auckland aus geht unsere Reise weiter Richtung Norden.
Hier erwarten uns schöne Sandstrände und wir hoffen sehr auf Sonne, blauen Himmel, Meer und ein bisschen Spätsommer. So, wie es der Titel „der winterlose Norden“ fast verspricht.

Unsere erste Fahr- und Mittagspause, inkl. einer wunderschönen Wanderung am Strand, ist auf der Halbinsel Tawharanui Peninsula. Neben vielen Muscheln, einem langen Sandstrand und viel Grün gibt es hier auch viele der lokalen Vögel, alle in einem großen Reservat, ohne Fressfeinde.

Tawharanui Beach
Tawharanui Beach

Nachtlager schlagen wir ebenfalls am Meer auf. Uretiti Beach heisst das empfehlenswerte Ziel. Auch hier gibt es wieder eine kleine Strandwanderung und etwas Spaß mit dem Bodyboard im Wasser.

Uretiti Beach
Uretiti Beach
Uretiti Beach
Uretiti Beach
Uretiti Beach
Uretiti Beach

Die kommenden zwei Tage führen uns auf die vorgelagerten (Halb-)Inseln Bay of Islands. Wir freuen uns besonders darauf und hoffen, das türkisfarbene Wasser mit Sonnenschein erleben zu dürfen. Wir wählen den weiteren, aber deutlich schöneren Weg nach Russell und fahren durch dichten Regenwald. In einem Cafe mit schöner Aussicht geniessen wir einmal mehr Lamm-Burger und am Nachmittag gibt es schließlich noch einen idyllischen Spaziergang in Russell. Zudem treffen wir eine ehemalige Arbeitskollegin und Freundin. Am kommenden Tag lässt die Sonne ebenfalls auf sich warten und so entscheiden wir langsam weiter zu ziehen. Aber nicht, ohne den Badestrand Long Beach zu sehen und auch dort noch einmal zu spazieren und Muscheln zu sammeln.

Long Beach in Russell
Long Beach in Russell

Die Autofähre bringt uns zurück auf das „Festland“ und wir besuchen noch den kleinen Ort Paihia. Ja, Russell ist der ruhigere Gegenpol und gefiel uns auch besser. Einen Hubschrauber-Landeplatz mitten im Ort und massig Reisebusse brauchen wir nicht. Beim nächsten Mal bitte mehr Sonne und dann machen wir eine Bootstour in dieser vielversprechenden Inselwelt! 🙂

Paihia
Paihia

Unsere Nacht verbringen wir an der Doubtless Bay auf einem kostenfreien Platz direkt am Strand. Wir dürfen noch fünf taubstummen Anglern bei einer sehr interessanten Angel-Methode zusehen und sie hatten Erfolg und holten vermutlich Snapper aus dem Meer.

Tokerau Beach
Tokerau Beach
Verlaufen am Tokerau Beach!
Verlaufen am Tokerau Beach!
vermutlich Snapper
vermutlich Snapper

Der nächste Tag bringt uns bis Cape Reinga, dem (fast) nördlichsten Punkt der Nordinsel. Hier gibt es einen Leuchtturm und eine tolle Aussicht. Normalerweise auch zwei tobende Meere, die aufeinander treffen: Pazifik und Tasmanische See. An diesem Tag war die See relativ ruhig und wir sehen nur ein paar Strömungen.

Cape Reinga Leuchtturm
Cape Reinga Leuchtturm
Cape Reinga Aussicht
Cape Reinga Aussicht

Auch die benachbarte Bucht Spirits Bay besuchen wir noch und machen auch hier noch eine kleine Strandwanderung. Auch dieser Ort läd zum Verweilen und Übernachten ein, wir haben jedoch noch Fahrenergie.

Spirits Bay
Spirits Bay

Auf dem Rückweg halten wir an den gigantischen Sanddünen Te Pari. Mit dem Bodyboard versucht Torsten sich bäuchlings im Sandsurfen, gleicht aber von unten betrachtet und im Vergleich mit anderen Besuchern eher einer Schnecke.

Te Paki Sanddünen
Te Paki Sanddünen
Te Paki Sanddünen II
Te Paki Sanddünen II

Die Nacht verbringen wir in Ahipara und gehen am nächsten Morgen noch einmal zum 90-Mile-Beach (der 103km lang ist und sich die gesamte nordwestliche Flanke entlang zieht) und fahren dann weiter.

90-Mile-Beach
90-Mile-Beach

Unser Weg zurück gen Süden führt uns wieder einmal nicht die offensichtliche Route entlang, sondern die kleine Nebenstraße, die sich eher am Meer entlang schlängelt. Eine weitere Autofähre und nicht viel später sind wir im Waipoua Kauri Forest und sehen riesige Kauri-Bäume. Der Tane Mahuta (Gott des Waldes) ist 52m hoch und hat einen Umfang von 13m. Er ist über 2000 Jahre alt.

Kauri Baum
Kauri Baum

Das Wetter spielt im winterlosen Norden also nicht ganz mit. Es ist immer angenehm warm, aber ein, zwei Mal mehr hätten wir schon gerne die Sonne gesehen. Aber so ist das eben im Spätsommer / Herbst. Eben auch im schönen Neuseeland…

Der Norden der Südinsel

Wer den Streckenverlauf verfolgt, hat heraus gelesen, dass wir vom Franz Josef Gletscher eine relativ weite Strecke bis hinter die Pancake Rocks hingelegt haben. Am nächsten Tag folgte noch einmal solch ein Brocken an Kilometern. Die Zeit rennt so sehr und es gibt noch unglaublich viel zu entdecken.

Wir fahren von Westport Richtung Osten und halten an den Maruia Wasserfällen für eine Mittagspause. Das beeindruckende an diesen 10m hohen Wasserfällen ist, dass sie durch ein Erdbeben 1829 entstanden sind. Kaum vorzustellen welche Kräfte wirken, um plötzlich eine solche Verwerfung zum Vorschein zu bringen.

Maruia Wasserfälle
Maruia Wasserfälle

Es rollt an diesem Tag abermals so gut, dass wir tatsächlich kurz vor dem Abel Tasman Nationalpark im Ort Motueka ankommen.
Die Natur veränderte sich wiederholt komplett und wir kommen durch fruchtbare Täler: Wein, Hopfen, Tee und unzählige Obstplantagen sehen wir hier. Die Nebenstrecke war die richtige und authentischere Wahl. Am Straßenrand viele Fruchtstände. Am nächsten Tag kaufen wir frische Feigen.

Obststand am Straßenrand
Obststand am Straßenrand

Der Abel Tasman Nationalpark ist ein Traum mit lückenlosem Regenwald, Palmen, großen Farnen, türkisfarbenen Wasser und gelben Sandstränden. Eine drei bis fünf Tages Wanderung ist hier möglich, wenn man entsprechend mit Zelt & Co ausgestattet ist.

Wir entscheiden uns erneut für den eher touristischen Weg:
Wir parken in Marahau, lassen uns von einem Wassertaxi ein paar Buchten den Park hinauf absetzen und Wandern zurück zum Parkplatz.
Aufgrund der flachen Strände steigt man schon auf das Boot, während es von einem schönen alten Ford-Traktor durch die Straßen und schließlich ins Wasser gezogen wird. Zuerst fährt der Weg zum Split Apple Rock – dem Stein, der aussieht wie ein gespaltener Apfel.

Abel Tasman Nationalpark - Split Apple Rock
Abel Tasman Nationalpark – Split Apple Rock

Dann geht es herum um zwei Inseln und wir haben abermals das Glück Seerobben zu sehen. Anschließend steigen wir vom Boot und Wandern 13km zurück zum Ort plus einen Mini-Umweg von zusätzlichen 45 Minuten 🙂
Wir sind froh, dass wir uns so entschieden haben. So Wandern wir in Ruhe, ohne zu einer bestimmten Zeit am Wassertaxi sein zu müssen, da das Ziel unser eigenes WoMo ist. Weiterhin aber auch, weil das Höhenprofil der Wanderung so einfacher erscheint. Erst die Anstiege, später die leichteren, ebenen Streckenabschnitte.
Wundervoll, dass wir diesen schönen Pfad durch den Regenwald mit herrlichen Ausblicken auf Stränden und Wasser in unsere Planung aufgenommen haben. Zwei Abstecher führten uns noch einmal direkt in die einsamen Buchten.

Abel Tasman Nationalpark - gerade ausgesetzt worden
Abel Tasman Nationalpark – gerade ausgesetzt worden
Abel Tasman Nationalpark - Blick zurück auf die Bucht, an der wir starteten
Abel Tasman Nationalpark – Blick zurück auf die Bucht, von der wir starteten
Abel Tasman Nationalpark - Bucht
Abel Tasman Nationalpark – Bucht
Abel Tasman Nationalpark - Blick auf eine Insel
Abel Tasman Nationalpark – Blick auf eine Insel
Abel Tasman Nationalpark - Blick aufs Meer
Abel Tasman Nationalpark – Blick aufs Meer

Danach gönnten wir uns diesen hier, der nach solch einer langen Wanderung nochmals besser schmeckte:

Abel Tasman Nationalpark - geschafft!
Abel Tasman Nationalpark – geschafft!

Am Abend parkten wir mit Blick zum Wasser.

Neuer Tag, neues Glück – Ziel ist zunächst das sonnenverwöhnte Nelson, satte 2500 Stunden pro Jahr. Nirgends gibt es mehr Sonne in Neuseeland. Wir kommen an, dicke Wolken und Regen. Von einem Spaziergang durch die Stadt halten uns die Wolken jedoch nicht ab.

Nelson
Nelson

Weiter treibt es uns Richtung Marlborough Sounds. Bei der zerklüfteten Landschaft handelt es sich nicht um Fjorde wie im Südwesten der Insel, jedoch aber um überflutete Flusstäler eines aufgefalteten Gebirges.
Im Ort Havelock halten wir voller Interesse, wir hatten hier schon vor einiger Zeit eine Reportage gesehen über ein Postboot, welches einmal pro Woche die abgeschiedenen Bewohner ansteuert, um Post und Waren abzuliefern oder abzuholen. Es gibt oft keine anderen Zugänge als den Wasserweg und in der Reportage wurden verschiedene Familien und ihre Geschichten vorgestellt.
Im Gewässer vor Havelock werden massig Greenlip-Mussels gezüchtet, diese probiert Torsten auch direkt im Restaurant am Hafen und befindet diese für delikat. $20 das Kilo, das sind gerade mal 11,39Euro.

Green Lip Mussels in Havelock
Green Lip Mussels in Havelock
Blick in die Marlborough Sounds
Blick in die Marlborough Sounds

Unser Weg fährt uns ein kleines Stück in die Abgeschiedenheit und wir Campen einmal mehr recht abgelegen direkt am Wasser. Es regnete die ganze Nacht und ich war nur froh, dass wir nicht im Zelt schlafen.

Der folgende Morgen fährt uns nach Picton, nach einer kleinen Ortsrundfahrt stellen wir uns für unsere Fähre an und sind schließlich nach 3,5 Stunden Fahrt in Wellington auf der Nordinsel.

Das waren nun vier Wochen auf der Südinsel und wir haben längst nicht alles gesehen. Es gibt noch so viel mehr zu entdecken und bei unserem nächsten Besuch werden wir auf jeden Fall:

  • Den Abel Tasman Nationalpark mit einem Kajak vom Wasser aus erkunden
  • oder eine größere Runde mit dem Wassertaxi wählen und einen anderen Abschnitt laufen.
  • Mit dem Postboot die Abgeschiedenheit der Marlborough Sounds erkunden
  • und vielleicht auch einen Teil einer Mehrtageswanderung durch die Marlborough Sounds Wandern.

Wir freuen uns schon heute darauf!