Kopfkino

USA: SFO Teil II und Napa Valley

Heute hatten wir ein kleines, ausgefallenes Ballon-Erlebnis, aber dazu später mehr.

Ballon-Erlebnis

Unser zweiter Tag in San Francisco startete im italienischen Viertel North Beach, wo wir zielstrebig das Caffe Trieste zum Frühstück ansteuerten. Eine Empfehlung meines Reiseführers, das Cafe gibt es seit über 50 Jahren, gegründet vom „Espreso Pionier der Westküste“ und hat den besten Espresso der Stadt, mit toller Musik . Ähm ja. Also die Milch samt viel zu dickem Bauschaum wurde lieblos auf unseren Espresso gekippt, um zu einem Cappuccino zu verschmelzen, die Gebäckteilchen waren für amerikanische Verhältnisse ganz lecker, aber sehr kalorienhaltig und der Self-Service war etwas hektisch. Entsprach nicht ganz unseren Erwartungen.
North Beach an sich ist ein super nettes, gemütliches Stadtviertel und wir entschlossen uns noch auf den Coit Tower, dem besten Aussichtspunkt der Stadt zu laufen. Die Golden Gate Brücke gab es zunächst auch an unserem zweiten Tag nicht zu sehen, jedoch wussten wir ja, dass wir später noch mit dem Auto über die Brücke die Stadt verlassen werden. Der Ausblick war ganz nett und hier und da waren exponierte nicht vermutete Wohnungen und große Terrassen zu sehen.
Anschließend ging es noch eine Runde durch Chinatown – das zweitgrößte außerhalb Asiens – aber der Kitsch sprang uns dermaßen entgegen, dass wir nicht lange blieben. Stattdessen machten wir noch einmal einen Abstecher Richtung California Street Ecke Powell Street (hatten wir am Vortag vom Cable Car aus gesehen), um die tolle Aussicht noch auf einem Foto festzuhalten.
Aus nur zwei Blocks Fußweg wurden ganz schön lange zwei Blocks, denn es ging steil bergauf 🙂
Das wars in SFO, wir fuhren zur Mietwagenstation, etwas Nachverhandlungen und dann haben wir Richtung Norden die Stadt verlassen. Fotos vom Auto weiter unten.

Nach 85 gemütlichen Kilometern kamen wir dann also im freundlichen Napa, dem Tor zum Napa Valley an. Erste Weingüter hatte man schon gesehen, doch wir starteten nur noch ins Hotel und zum Essen. Das Bounty Hunter ist eine echte Empfehlung als Weinbar und für gutes Essen. Geworben wird hier mit dem Beer Can Chicken, einem ganzen Hühnchen, das auf einer Bierdose auf dem Grill stehend gegart wird.
Torsten hatte Rippchen, ich das besagte Beer Can Chicken in einem Sandwich. An dem Abend erfuhr Torsten auch schon, dass wir am nächsten Tag um 5 Uhr aufstehen mussten. Das Gesicht hättet ihr sehen müssen: im Urlaub? 🙂 Mehr zum Warum später.

Am nächsten Vormittag starteten wir mit einer gemütlichen Tour ins Napa Valley, wir hatten einige Empfehlungen von Freunden und Kollegen und fuhren erst einmal bis zur nördlichen Stadt Calistoga durch. Sehr schöne, grüne Gegend und Weinfeld an Weinfeld. Das erste Weingut, an dem wir hielten war das Chateau Montelena – ganz nett angelegt, Verkostung an der Bar möglich, Tour nur self-guided und es gab außer der Außenanlage nicht viel zu sehen. Schade!
Dann fuhren wir zum Sterling Vineyards, exponierte Lage, Gondel zum Gutshaus, tolle Ausblicke, drei Weine im Basispaket der Verkostung, Sonne satt. Wir hatten natürlich noch das Special mit vier weiteren (besseren) Weinproben. Oh je! Und dann gab es zum Abschied noch eine weitere für mich. Eine Flasche mogelte sich irgendwie in unser Auto, nicht ganz günstig, hat aber geschmacklich sehr überzeugt. Ãœberraschender Weise ein Weißer – Malvasia Bianca. Naja… und ich war nach 3 Basic, 4 Exklusiven und 1 weiteren Probe gaaanz schön k.o. Ein kurzer Zwischenhalt am Beringer Weingut auf dem Heimweg mit ein paar Fotos, dann weiter – ich konnte wirklich nichts mehr Verkosten. Das Louis Martini haben wir ausgelassen, hat uns mit der dichten Lage an der Straße nicht so gereizt und das Robert Mondavi kann man nur nach vorheriger Anmeldung besichtigen.

Der darauf folgende Vormittag führte uns dann ins westliche, größere Tal: Sonoma Valley. Es ist in der Tat nicht so touristisch wie Napa und auch sehenswert. Wir hatten kein richtiges Ziel und schauten erst einmal die Gegend und Sonoma an, dann stoppten wir am Chateau St. Jean. Vom Chateau an sich sehr schön angelegt, grün, gut gepflegt, ein nettes „Häuschen“. Das Wetter meinte es auch wieder gut mit uns. Die Weinproben gefielen uns jedoch in Summe im Sterling vom Vortag besser. Im St. Jean gab es schon auch einen Favoriten, rechtfertigte aber unserer Meinung nach keine 90 USD pro Flasche. Den Rückweg fuhren wir dann statt außen entlang über eine kleine Straße quer über die Berge zurück nach Napa. Urige, wilde Wälder und kurvige Straßen waren ganz toll anzusehen.

Was geschah in den zwei Tagen zwischen 5 Uhr und „Vormittags“?

Anlässlich Torstens bevorstehenden Geburtstag hatte ich schon seit einiger Zeit einen kleinen Plan ausgeheckt. Zum Sonnenaufgang musste man am Treffpunkt sein und dann sollte es los gehen. Vor dem Treffpunkt wurde ich durch ein Auto verraten und die Überraschung lag auf der Hand: eine Ballonfahrt über das Napa Valley.
Es gab „awesome, wonderful, freshly brewed“ Starbucks Filterkaffee und Gebäck: Zucker in Muffin-Form. Anschließend warten, warten, warten … die vier Ballonfahrer schauen noch wo heute der beste Startpunkt ist. Ja vier Fahrer, vier Ballons und eine Menge Leute die mit uns warteten. Nach 30-45 Min Warten ging es dann zum Startpunkt: 45 Min entfernt im östlichen Nachbartal. Dort wurde dann alles vorbereitet und schließlich abgebrochen, da der Wind am Boden zu böig war. Enttäuschung auf meiner Seite! Vorfreude auf Torstens. Hieß aber auch, dass wir am nächsten Tag nochmals 5 Uhr aufstehen mussten 🙂
Gesagt, getan, heute klingelte der Wecker wieder 5 Uhr, wir aßen Zucker-Muffins und dann ging es auch schon los. 10 Min Autofahrt, diesmal blieben wir im Napa Valley, Vorbereitungen der Ballons, reinklettern, ab nach oben. Alles viel schneller als gestern und zum Glück auch weniger Leute! Unser Ballon war einer der größten seiner Art, wovon es nur 5 Stück in USA gibt.
Dann der Aufstieg – ein tolles Gefühl. Anfangs etwas mulmig, Torsten hat auch Höhenangst, aber da musste er durch. Die Ausblicke waren herrlich, die Fahrt ganz toll. Wir lassen die Bilder sprechen. Sicher für Napa Valley ein einmaliges Erlebnis!
Nach 1h 15min landeten wir dann weiter südlich und wurden zurück zum Treffpunkt gefahren. Dort wartete ein Champagner-Brunch auf uns – der für amerikanische Verhältnisse super war. Und es gab den erwarteten Kommerz: Fotos und T-Shirts wurden angeboten und von uns nicht gekauft. Was für ein Morgen! Der war nun wirklich „awesome und wonderful“!
Den Rest des Tages habt ihr oben schon gelesen. Jetzt geht es noch zum Steak essen und dann ab ins Bett und morgen früh nach Yosemite zu den Sequoias. Wir werden wieder berichten!

USA: Anreise und San Francisco

Widmen wir uns Teil eins unseres Urlaubs in und zum Teil auch durch die USA. Teils eins besteht zunächst aus der Anreise, welche durchaus ein paar Zeilen Erwähnung verdient hat, und dem ersten Tag San Francisco.

Die Anreise verlief nicht so ganz wie erwartet. Der erste Flug von Berlin nach New York funktionierte reibungslos. Okay, mal davon abgesehen, dass Air Berlin in Terminal B nicht mal eine Lounge anbietet und die Dame am Schalter sowas von unfreundlich war (was sicherlich einen Beschwerdebrief nach sich ziehen wird). Davon mal abgesehen, war der Flieger tip top in Ordnung und der Service einwandfrei. Das Entertainment Programm an Bord war ebenfalls vom Feinsten.
In New York hatten wir ursprünglich zwei Stunden Aufenthalt. Mit einer halben Stunde Verspätung wird man bei den verbleibenden Einskommafünf Stunden schon etwas nervös, wenn man weiss, was Einwanderungsbehörde und Gepäckaufnahme in den USA bedeuten kann. Aber völlig unerwartet wurde aus beim Verlassend des Fliegers ein ‚priority access‘ Ticket in die Hand gedrückt. Sehr zuvorkommend. Damit hatten wir überall Zugriff auf die schnelle Schlange, sowohl beim Immigration als auch beim Security Check. Schwups – 45 Minuten nach Verlassen des Flieger standen wir schon am neuen Gateway für den Flug nach San Francisco.

Der neue Flieger stand auch pünktlich bereit. Dummerweise sagte man uns 20 Minuten nach dem geplanten Abflug, dass der Flieger einen technischen Defekt habe. Wer das Flugzeug verlassen möchte, der dürfe dies tun … so am Anfang die Durchsage. Dies wandelte sich schnell in „alle raus“.
Aus den anvisierten 45 Minuten Verspätung wurde ätzende drei Stunden.
Die geplante Abreise in New York war um 18 Uhr. So wirklich los ging es dann um kurz nach 21 Uhr. Entsprechend spät waren wir dann in San Francisco. Es war bereits ein neuer Tag.

Nach einer kurzen aber durchaus erholsamen Nacht starteten wir somit in den ersten Tag San Francisco. Dem Wetterbericht folgend haben wir uns mit Pullover und Jacke bewaffnet in die Innenstadt begeben, zunächst auf der Suche nach einer geeigneten Lokation für die Frühstücksaufnahme. Jene wurde auch schnell gefunden und ein typisches, amerikanisches Frühstück kam auf den Tisch. Ei, Omelette, Schinken, O-Saft, nicht so überragender Kaffee. Alles gut.
Zudem lachte uns die Sonne entgegen, obwohl die Temperaturen noch Potenzial nach oben boten.

Nach etwas Fußmarsch, in Richtung Union Square und Umgebung, stand eine Tour mit der Cable Car auf dem Programm. Unser Ziel war Fishermans Wharf – eine der Attraktionen in San Francisco mit Fischmarkt und allerlei Restaurants, Pubs und Geschäften.
Dummerweise war dieses Wochenende Memorial Day und insofern haufenweise Kurzzeit-Touristen in der Stadt. Demzufolge lange Schlangen an näherungsweise allen Attraktionen – den Cable Cars eingeschlossen. So positionierten wir uns etwas abgesetzt von der ersten Haltestelle zusammen mit ca. 40 Leuten vor uns in der Schlange.
Nach geschätzten 50 Minuten waren wir dann auch an der Reihe und ergatterten zwei nette Plätze direkt an der Aussenseite der Cable Car. Perfekte Lage zum Fotografieren.
Ebenso perfekt zeigte sich nun das Wetter, die Sonne lachte und wir machten uns auf in Richtung Meer.

Am Meer angekommen (Fishermans Warf) mussten wir leider erkennen, dass uns tief hängender Nebel die Sicht auf die Golden Gate Bridge versperrte. Sowas aber auch. Und was ich nicht sehe, das existiert auch nicht 😉
Demnach musste sich die Brücke noch beweisen und aus der Nähe heraus betrachtet werden. Dazu später aber mehr.
Für uns stand nun ein Besuch der Gegend um Fishermans Wharf auf der Liste. So machten wir uns auf den Weg entlang der Piers mit ihren diversen (Touristen)Attraktionen und Futterständen.
Da uns so langsam etwas Hunger überkam, suchten wir uns ein nettes Lokal und begannen den Nachmittag mit etwas Bier, Fish and Ships und lecker in Knobi gebratenen Shrimps. Letztere waren echt der Knüller und bei einem halben Pfund auch sättigend 😉
Anschliessend arbeiteten wir uns weiter hinab in Richtung Pier 39, wo (verdammt faule) Seelöwen die Attraktion schlechthin waren.
Auch Alcatraz zeigte sich in der Ferne und dahinter, noch leicht in den Wolken, Angel Island. Wirklich hübsch hier die Gegend.
Ein Blick zurück lohnt sich auch – die Skyline von San Francisco ist durchaus sehenswert.

Für den Nachmittag hatten wir noch eine Radtour auf dem Programm. Ziel war die Golden Gate Bridge, besser gesagt eine Überfahrung jener. Man kann dies auch zu Fuß erledigen, aber die Entfernung ist nicht ganz zu unterschätzen. Ein Fahrrad bietet sich da schon an.
Aus „wir mieten uns mal ein Rad“ ist ganz ordentlicher Massentourismus geworden. Leider.
Uns wurde ein Rad mit „wow, this Bike has Disc Brakes“ Scheibenbremsen angeboten. Wohl gemerkt – noch rein mechanische Scheibenbremsen. Nach einer kleinen Einweisung samt Helm Aufsetzen konnten wir dann starten (ich will ja nicht oberklug sein, aber auch einen Helm richtig anpassen ist nicht unwichtig. Sonst ist er im Falle eines Falles sogar eher nachteilig. Aber hey – es ist ja Urlaub und zudem die USA).
Der Wind war schon richtig ordentlich und wir hatten gut zu kämpfen. Aber die Tour bis hin zur Brücke war toll. Schönes Wetter, schönes Meer, schöne Wellen und entsprechende Sportler auf dem Wasser (Surfer und Kiter). Eine Augenweide.
Die Golden Gate Bridge lag noch recht ordentlich im Nebel, sodass die Sicht deutlich eingeschränkt war. Aber auch das hat so seinen Charme, wie die Bilder zeigen.
Am anderen Ende der Brücke sollte die Tour in Sausolito enden. Eine kleine Stadt, die scheinbar nur von sehr sehr reichen Menschen bewohnt wird. Man man man – stehen dort Hütten rum. Chic.
Ziel in Sausolito war die Anlegestelle der Fähre. Dummerweise hatte Hundert andere Radfahrer auch diese Idee. Hier bahnten sich erneut lange Wartezeiten an. Kurzer Hand haben wir umdisponiert und zusammen mit zwei anderen Pärchen ein Taxi gemietet, welches uns trotz Stau in knapp einer Stunde wieder an den Ausgangspunkt brachte. Das zudem zu einem fairen Preis.

Den Abend beendeten wir nun am Fishermans Wharf bei Burger, Chicken und Bier und in einer netten Bar.
Ein wirklich toller Tag, der für uns beide gegen 22 Uhr im Bett endete. Wir waren platt und schliefen innerhalb von wenigen Minuten ein.