Kopfkino

Vancouver Island – Angekommen

Um vom Festland auf die vorgelagerte Insel Vancouver Island (grob 100x450km) zu gelangen, bedarf es nun einer Fähre. Wir entschieden uns für die Route Tsawassen – Swartz Bay. Wir fuhren also zunächst ca. 40km von unserem Campingplatz in Vancouver bis zur Anlegestelle, nach einer kurzen Wartezeit ging es dann los und WoMo’s, Autos, ja gar ganze LKW rollten in die Fähre. Einfach gigantisch! 1,5 Stunden dauerte die Fahrt bis auf die Insel dann, vorbei an einigen vorgelagerten Inseln. Das Glück bereits hier Wale zu sehen, wie im Reiseführer beschrieben, hatten wir leider nicht. Im Großen und Ganzen war die Ãœberfahrt recht gemütlich.

Auf Vancouver Island angekommen waren es dann noch 35km bis zur Hauptstadt Victoria – unser Ziel für den Tag. Wir steuerten den Campingplatz Fort Victoria an. Nach dem, was wir gelesen hatten, wollten wir eigentlich nicht mal einen ganzen Tag bleiben und nur auf der Durchreise halten. Zum Glück entschieden wir uns für zwei Nächte Aufenthalt. Das kleine Städtchen ist wirklich nett und man ist ja nicht gezwungen die typischen Touri-Magneten wie das British Museum zu besuchen.
Am Tag der Ankunft sind Torsten und ich noch zu zweit los, ein Bus brachte uns bis in die Innenstadt. Nach 20 Minuten standen wir am Hafen und genossen den ersten Blick auf das Wasser, die landenden Wasserflugzeuge und auf die vielen kleinen Hafenfähren.
Kurzentschlossen liefen wir noch zu einem Aussichtspunkt, um das schöne Abendlicht, wie es auf die Innenstadt fiel, auf ein paar Bildern einzufangen. Anschließend gab es ein kleines Abendessen, direkt in der Altstadt. Salat mit Thunfisch und Wraps mit Lachs. Sensationell. Der Lachs ist viel fester, als wir es kennen, und schmeckt einfach total lecker.

Der zweite Tag in Victoria führte uns erneut, diesmal zu fünft, in die Innenstadt. Unser erstes Ziel war eine Hafenrundfahrt – Inner und Outer-Habor – mit einer dieser kleinen Hafenfähren.
Der Bootsmann erzählte allerlei, so auch, dass Vicotria die Hauptstadt des Retirements von Canada sei. Er selbst auch Rentner, fährt nun die Touris mit den kleinen Fähren umher. Schöne Ansichten von der Stadt boten sich, wir kamen an den legendären Bootshäusern vorbei, von denen wir auch sofort eines genommen hätten und stiegen schließlich am Fisherman’s Wharf aus.
Nein – nicht in San Francisco, auch in Victoria gibt es gleichnamigen Stadtteil. Ganz abwegig wäre es nicht, von Victoria aus sieht man die Berge von Washington State in den USA und es fahren auch einige Autofähren, zum Beispiel in Richtung Seattle.

Nach der Rundfahrt statteten wir noch dem Beacon Park in Victoria einen Besuch ab, einem Stadtpark, der südlich an den Pazifik grenzt. Während Daniel und Sylvie sich um die Raubtierfütterung und den Mittagsbrei kümmerten, kraxelten wir etwas über die Steine und den kleinen Strand, der sich der steilen Küste anschloss.

Abendessen gab es anschliessend Camper-typisch am Platz und am folgenden Tag sollte es dann – für die eine Familie früher, für die andere später – Richtung Ucluelet an der Pazifikküste gehen.
Stolze 290 km trennten uns von unserem Ziel.

Für „Familie Bloth“ stand auch Tanken auf dem Tagesplan – da hat das WoMo mal eben 100l geschluckt und 135 kanadische Dollar verlangt. Wow! Der Tank war zu Beginn lediglich zu 5/8 voll, mit dem Posten haben wir von vornherein gerechnet. Außerdem gab es einen kleinen Einkauf – im Vergleich zu unserem Walmart-Großsupermarkt-Erlebnis vom ersten Tag waren wir wirklich überrascht.
Im „Country Grocer“ gibt es regionale Produkte, eine bessere Auswahl an qualitativ hochwertigeren Produkten. Aus „wir kaufen nur schnell Tomaten“ wurden dann doch wieder 50 Kanadische $.

Weiter ging unsere Fahrt Richtung Ucluelet und gegen 16:30 Uhr waren wir dann auch da. Kurzentschlossen sind wir noch den oberen Teil des „Wild Pacific Trail“ gelaufen. Dieser Wanderweg ist noch recht neu und auch noch nicht finalisiert. In Summe kann man hier ca. 9 km entlang der Pazifik-Küste wandern.
Am Folgetag sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück (es ist ja schließlich Sonntag) erst innerhalb des Camping Platzes umgezogen, dann haben wir den ersten Teil des Trails in Angriff genommen. Dazu sind wir erst einmal 3 km durch den Ort (1500 Einwohner), dann die Küste entlang für etwa 3,5 km durch den Regenwald, plus anschliessendem Heimweg, marschiert.
Nachdem wir im vergangenen Jahr in den USA schon keinen Erfolg bei der Bärensichtung hatten, waren wir nun natürlich total heiß auf eine erste Begegnung mit Meister Petz.
An dieser Stelle sei gesagt, wir haben inzwischen in Vancouver, Victoria und Ucluelet schon so viele Beeren, mitunter am Straßenrand, gesehen – jedoch immer nur Himbeeren, Brombeeren und Blaubeeren.

Entlang des Trails sahen wir ein Reh, drei Weißkopfadler und einige Nacktschnecken, so auch getigerte (heißen in Deutschland Tiger-Schnegel).
Diese Wanderungen waren wunderschön, aber auch anstrengend, besonders wenn man sich morgens im WoMo so sehr den Kopf stößt, dass man eine riesige Beule und Kopfweh davon trägt. Selbst Schuld 🙁

Nun lassen wir den Abend noch bei einem Bierchen, einem grünen Salat und dem Veröffentlichen des Blog Eintrags ausklingen, um dann morgen nach Campbell River auf der Ostseite der Insel zu starten (250 km). Wir wollen doch am Geburtstag nicht so viele Kilometer fahren und stattdessen den Tag genießen… Nächster Bericht folgt.