Kopfkino

Pellworm – eine wunderschöne Nordseeinsel

Letztes Jahr im September war es schon, dass wir diese wunderschöne Insel besucht haben.

Nach Pellworm kamen wir durch liebe Freunde und ja, auch ich fragte beim ersten Hören „Wo ist das denn?“. Es ist eine der Nordfriesischen Inseln, Amrum und Sylt sind bekannte Nachbarn.
Wir haben hier den weiten Weg quer durch Deutschland auf uns genommen, um in Nordstrand, Nahe Husum, auf die Fähre zu fahren und in einen wunderschönen Urlaub zu starten.
Pellworm ist klein, Pellworm ist grün, Pellworm ist umgeben von einem riesigen Deich mit tollem Rad- und Fußweg, hier gibt es unzählige Schafe und man kann ins Watt hinaus wandern.
Auch einen Leuchtturm kann man besteigen, eine ehemalige Windmühle besuchen oder die Alte Kirche bestaunen.
Genug zu Erleben für eine ganze Woche, aber auch wenig genug, um mal so richtig schön die Seele baumeln zu lassen.
Und man kann hier und da auf lecker Fisch und kalte Getränke einkehren.
Ganz liebe Gastgeber haben wir im Friesenhof gefunden und werden dort sicher wieder einmal einkehren.

Übrigens gab es auch über Pellworm eine schöne Doku aus der WDR-Reihe „wunderschön“, zu finden in der ARD Mediathek.

Willkommen auf der Nordinsel

Da sind wir nun. Nach 3,5 Stunden Fährfahrt ab Picton, zunächst durch die Marlborough Sounds, dann ein schaukeliges Stück durch die Cook Strait bis hinein nach Wellington, Hauptstadt Neuseelands.

Blick auf Wellington
Blick auf Wellington

Am gleichen Abend bezogen wir nur noch unseren Platz für die Nacht: am Wasser.

Platz für eine Nacht
Platz für eine Nacht

Nach der bisher windigsten und somit schaukeligsten Nacht in unserem WoMo ging es am nächsten Morgen in Wellingtons Innenstadt.
Zunächst fuhren wir zum Mount Victoria, um von dort eine kleine morgendliche Wanderung (Fitbit-Mitstreiter: 2.000 Schritte und 50 Etagen) zu unternehmen und den Blick auf Wellington, den Hafen, die Vororte und den Flughafen zu genießen. Es hat uns ehrlich gesagt nicht all zu sehr beeindruckt. Baustile sind stark gemischt, die Stadt wirkt unstrukturiert, groß, viel Industrie.

Wellington vom Mount Victoria aus
Wellington vom Mount Victoria aus

Zentral geparkt ging es danach zu einem Markt direkt am Wasser. Wir kauften hier geräucherten Lachs von Stewart Island, Erdbeeren, Blaubeeren, Pfirsiche, Pflaumen, Tomaten, Paprika, Zucchini und Pilze. Ein toller kleiner Markt, auf dem man auch Küche aus aller Welt hätte genießen können: israelische, indonesische, griechische, italienische, chinesische usw. Dieser Markt ist eine klare Empfehlung für Jedermann, der an einem Sonntag in Wellington ist.

Markt
Markt

Unser anschließender Spaziergang durch die Stadt führte uns in einer Nebenstraße in ein nettes Cafe für eine Mittagspause. Cafe Panama. Wieder einmal sehr zu empfehlen. Dann ging es noch durch die bekannte Fußgängerzone Cuba Street und anschließend zurück in unser WoMo und gen Norden.

Cafe Panama
Cafe Panama

Ziel des Tages war Foxton Beach, ein Ort an der Westküste. Hier wurde aus einem kleinen Spaziergang zum Strand doch noch eine ausgedehnte Wanderung an einem herrlichen Strand und der eher zweckmäßige Halt an diesem Ort wird uns genau damit in schöner Erinnerung bleiben.

Treibgut
Treibgut

Am folgenden Tag schafften wir unseren Weg bis zum bekanntesten und größten See der Nordinsel: Lake Taupo. Auf dem Weg dahin hielten wir noch an der beeindruckenden Schlucht Mokai Canyon und gleichzeitig dem höchsten Bungee-Sprung der Nordinsel mit 80m. Wir waren Angsthasen und fuhren weiter an den schönen See und parkten für die Nacht – wieder direkt am Wasser 🙂
Ein Spaziergang, teilweise im Regen, durch die Stadt mit anschließend sehr gutem Steak im Restaurant und wir schliefen auch hier friedlich.

Mokai Canyon
Mokai Canyon

Nun folgten einige – besonders geothermale Highlights. Vor Lake Taupo sind wir schon an einem Nationalpark mit drei aktiven Vulkanen vorbei gefahren. Das aktive Gebiet und die geothermalen Highlights erstrecken sich von hier gen Norden bis ins Meer hinein.
Erster Halt waren die Huka Falls, wieder einmal nicht beeindruckend in Bezug auf Höhe oder Breite, sondern aufgrund der Wassermassen. Der Fluß ist 15m breit und 10m tief und pro SEKUNDE fließen etwa 200.000 Liter Wasser diesen Wasserfall hinab.

Huka Falls
Huka Falls

Nächster Stopp waren die Aratiatia Rapids. Dort werden Schleusen mehrmals am Tag geöffnet und das angestaute Wasser fließt herab in einen zerklüfteten Canyon, füllt nach und nach einen Pool, bis es wieder überlauft und ein voller Flusslauf wird. Insgesamt umspektakulärer als erwartet.

Aratiatia Rapids
Aratiatia Rapids

Nun wurde es richtig spannend für Geo-Fans (Hallo Alex 🙂 )!
In Wai-O-Tapu gibt es einen Park, in denen mehrere Dinge zugänglich gemacht wurden. Wir riechen schon am Parkplatz Schwefel, sehen aufsteigende Dämpfe. Im Park erwarten uns verfärbte Wasserbecken, blubbernder Schlamm, kochendes Wasser. Wirklich spektakulär, wir haben so etwas in dem Umfang noch nicht erleben dürfen.

Farbenpracht
Farbenpracht
Schwefel
Schwefel
Kocht es oder sind es Gase?
Kocht es oder sind es Gase?
Kochendes Wasser
Kochendes Wasser
Farbenpracht II
Farbenpracht II
Devils Pool
Devils Pool
Blubbernder Schlamm
Blubbernder Schlamm
Brodelnder Schlamm
Brodelnder Schlamm

Unser Nachtlager ist wieder eher zweckmäßig und dieses Mal in Cambridge. Der nächste Tag führt uns bis Auckland, wo wir uns bei lieben Freunden spontan selbst eingeladen haben und einen netten Abend verbringen, bevor für uns die Nachtruhe in unserem WoMo vor deren Haustür einkehrt. Danke für den netten Abend #18300 !

Der Norden der Südinsel

Wer den Streckenverlauf verfolgt, hat heraus gelesen, dass wir vom Franz Josef Gletscher eine relativ weite Strecke bis hinter die Pancake Rocks hingelegt haben. Am nächsten Tag folgte noch einmal solch ein Brocken an Kilometern. Die Zeit rennt so sehr und es gibt noch unglaublich viel zu entdecken.

Wir fahren von Westport Richtung Osten und halten an den Maruia Wasserfällen für eine Mittagspause. Das beeindruckende an diesen 10m hohen Wasserfällen ist, dass sie durch ein Erdbeben 1829 entstanden sind. Kaum vorzustellen welche Kräfte wirken, um plötzlich eine solche Verwerfung zum Vorschein zu bringen.

Maruia Wasserfälle
Maruia Wasserfälle

Es rollt an diesem Tag abermals so gut, dass wir tatsächlich kurz vor dem Abel Tasman Nationalpark im Ort Motueka ankommen.
Die Natur veränderte sich wiederholt komplett und wir kommen durch fruchtbare Täler: Wein, Hopfen, Tee und unzählige Obstplantagen sehen wir hier. Die Nebenstrecke war die richtige und authentischere Wahl. Am Straßenrand viele Fruchtstände. Am nächsten Tag kaufen wir frische Feigen.

Obststand am Straßenrand
Obststand am Straßenrand

Der Abel Tasman Nationalpark ist ein Traum mit lückenlosem Regenwald, Palmen, großen Farnen, türkisfarbenen Wasser und gelben Sandstränden. Eine drei bis fünf Tages Wanderung ist hier möglich, wenn man entsprechend mit Zelt & Co ausgestattet ist.

Wir entscheiden uns erneut für den eher touristischen Weg:
Wir parken in Marahau, lassen uns von einem Wassertaxi ein paar Buchten den Park hinauf absetzen und Wandern zurück zum Parkplatz.
Aufgrund der flachen Strände steigt man schon auf das Boot, während es von einem schönen alten Ford-Traktor durch die Straßen und schließlich ins Wasser gezogen wird. Zuerst fährt der Weg zum Split Apple Rock – dem Stein, der aussieht wie ein gespaltener Apfel.

Abel Tasman Nationalpark - Split Apple Rock
Abel Tasman Nationalpark – Split Apple Rock

Dann geht es herum um zwei Inseln und wir haben abermals das Glück Seerobben zu sehen. Anschließend steigen wir vom Boot und Wandern 13km zurück zum Ort plus einen Mini-Umweg von zusätzlichen 45 Minuten 🙂
Wir sind froh, dass wir uns so entschieden haben. So Wandern wir in Ruhe, ohne zu einer bestimmten Zeit am Wassertaxi sein zu müssen, da das Ziel unser eigenes WoMo ist. Weiterhin aber auch, weil das Höhenprofil der Wanderung so einfacher erscheint. Erst die Anstiege, später die leichteren, ebenen Streckenabschnitte.
Wundervoll, dass wir diesen schönen Pfad durch den Regenwald mit herrlichen Ausblicken auf Stränden und Wasser in unsere Planung aufgenommen haben. Zwei Abstecher führten uns noch einmal direkt in die einsamen Buchten.

Abel Tasman Nationalpark - gerade ausgesetzt worden
Abel Tasman Nationalpark – gerade ausgesetzt worden
Abel Tasman Nationalpark - Blick zurück auf die Bucht, an der wir starteten
Abel Tasman Nationalpark – Blick zurück auf die Bucht, von der wir starteten
Abel Tasman Nationalpark - Bucht
Abel Tasman Nationalpark – Bucht
Abel Tasman Nationalpark - Blick auf eine Insel
Abel Tasman Nationalpark – Blick auf eine Insel
Abel Tasman Nationalpark - Blick aufs Meer
Abel Tasman Nationalpark – Blick aufs Meer

Danach gönnten wir uns diesen hier, der nach solch einer langen Wanderung nochmals besser schmeckte:

Abel Tasman Nationalpark - geschafft!
Abel Tasman Nationalpark – geschafft!

Am Abend parkten wir mit Blick zum Wasser.

Neuer Tag, neues Glück – Ziel ist zunächst das sonnenverwöhnte Nelson, satte 2500 Stunden pro Jahr. Nirgends gibt es mehr Sonne in Neuseeland. Wir kommen an, dicke Wolken und Regen. Von einem Spaziergang durch die Stadt halten uns die Wolken jedoch nicht ab.

Nelson
Nelson

Weiter treibt es uns Richtung Marlborough Sounds. Bei der zerklüfteten Landschaft handelt es sich nicht um Fjorde wie im Südwesten der Insel, jedoch aber um überflutete Flusstäler eines aufgefalteten Gebirges.
Im Ort Havelock halten wir voller Interesse, wir hatten hier schon vor einiger Zeit eine Reportage gesehen über ein Postboot, welches einmal pro Woche die abgeschiedenen Bewohner ansteuert, um Post und Waren abzuliefern oder abzuholen. Es gibt oft keine anderen Zugänge als den Wasserweg und in der Reportage wurden verschiedene Familien und ihre Geschichten vorgestellt.
Im Gewässer vor Havelock werden massig Greenlip-Mussels gezüchtet, diese probiert Torsten auch direkt im Restaurant am Hafen und befindet diese für delikat. $20 das Kilo, das sind gerade mal 11,39Euro.

Green Lip Mussels in Havelock
Green Lip Mussels in Havelock
Blick in die Marlborough Sounds
Blick in die Marlborough Sounds

Unser Weg fährt uns ein kleines Stück in die Abgeschiedenheit und wir Campen einmal mehr recht abgelegen direkt am Wasser. Es regnete die ganze Nacht und ich war nur froh, dass wir nicht im Zelt schlafen.

Der folgende Morgen fährt uns nach Picton, nach einer kleinen Ortsrundfahrt stellen wir uns für unsere Fähre an und sind schließlich nach 3,5 Stunden Fahrt in Wellington auf der Nordinsel.

Das waren nun vier Wochen auf der Südinsel und wir haben längst nicht alles gesehen. Es gibt noch so viel mehr zu entdecken und bei unserem nächsten Besuch werden wir auf jeden Fall:

  • Den Abel Tasman Nationalpark mit einem Kajak vom Wasser aus erkunden
  • oder eine größere Runde mit dem Wassertaxi wählen und einen anderen Abschnitt laufen.
  • Mit dem Postboot die Abgeschiedenheit der Marlborough Sounds erkunden
  • und vielleicht auch einen Teil einer Mehrtageswanderung durch die Marlborough Sounds Wandern.

Wir freuen uns schon heute darauf!

Fiordland und die Städte Queenstown & Wanaka

Zuletzt haben wir noch aus dem Süden vom Oreti Beach berichtet, nun sind wir schon wieder einige hundert Kilometer nördlich.

Es trieb uns zunächst bis zum äusserst westlichen Ende der Südküste. Dann weiter gen Norden. Einen Zwischenstopp gab es bei Monkey Island. Wer zur Ebbe kommt, kann hinüber laufen. Wir kamen bei Flut.

Monkey Island bei Flut
Monkey Island bei Flut

Dann einen Stopp bei den Höhlen Limestone Caves. Davon hatten wir separat berichtet.
Anschließend eine Nacht in Te Anau, der einzigen größeren Stadt am Rande des Fiordlandes.
Te Anau ist ein kleines Städtchen mit einer Einkaufsmeile für die wichtigsten Dinge, Souvenirs, Lebensmittel, Tankstellen. Dann ging es für zwei Tage direkt hinein ins Fiordland.

Unser Campingplatz in Te Anau
Unser Campingplatz in Te Anau

Das Ziel war der bekannte und leicht zugängliche Fjord Milford Sound. Wir teilten unsere Strecke und blieben eine Nacht auf einem sehr einfachen Campingplatz direkt am Fluss namens Cascade Creek. Am nächsten Tag machten wir das, was alle Touristen (und die gab es plötzlich in Massen) am Fjord machen: eine Bootstour. Diese war sehr schön und führte an vielen Wasserfällen und Pelzrobben vorbei bis auf die offene Tasmanische See.

Milford Sound
Milford Sound
Wasserfall am Milford Sound
Wasserfall am Milford Sound
Pelzrobben im Milford Sound
Pelzrobben im Milford Sound

Die nächste Nacht verbrachten wir ebenfalls entlang der langen Sackgasse nach Milford auf einem einfachen Platz namens Deer Flat. Am Morgen stand hier der Nebel wunderschön vor den Bergketten.

Deer Flat Campingplatz am Morgen
Deer Flat Campingplatz am Morgen

Entlang des Weges im Nationalpark gibt es einige Wanderungen und Ähnliches zu erleben. Wir entschieden uns für einen kurzen Halt an den (überraschend kleinen) Mirror Lakes, in denen sich die Berge spiegeln. Außerdem für Lake Gunn, eine Waldwanderung an einem See vorbei. Weiterhin für The Chasm, vom vielen Niederschlag im Fiordland ausgewaschene Steinformationen, sowie einiger weiterer Aussichtspunkte auf dem Rückweg.

Mirror Lakes
Mirror Lakes

Lake Gunn mit Waldwanderung
Lake Gunn mit Waldwanderung

The Chasm - Flusslauf und ausgewaschene Steine
The Chasm – Flusslauf und ausgewaschene Steine

The Chasm - kreisförmig ausgewaschene Steine
The Chasm – kreisförmig ausgewaschene Steine

Es gab dann noch einen weiteren Halt in Te Anau, um einen Film über das Fiordland zu sehen. Sehr empfehlenswert. Sehr viele Perspektiven aus dem Hubschrauber bzw. mit einer Drohne gefilmt, die man so nie sehen würde. Auch das Fiordland im Winter – wunderschön.

Noch am gleichen Nachmittag kamen wir in Queenstown an und sind zu Fuß, von unserem Campingplatz aus, noch eine Runde durch die Innenstadt gebummelt. Am nächsten Tag blieb noch mehr Zeit zum Erkunden, während Torsten sich mit dem Rad die Berge hinab stürzte.
Queenstown ist von der Einwohnerzahl her gar nicht so groß, lebt aber vom Tourismus und den unzähligen Touren, die man buchen kann (Bootsfahrten, Kajak, Wasserski, Jetboard, River Rafting, Bungee Jumping, Paragliding und und und). Der kleine Stadtkern mit Restaurants, Cafes, Läden und die Promenade direkt am Wasser gefallen uns sehr. Auch der Queens Park wurde von uns zu Fuß erkundet.

Blick auf Queenstown und den Queen Park
Blick auf Queenstown und den Queen Park

In Queenstown am Wasser
In Queenstown am Wasser

Unser Lamm kurz vor Ostern
Unser Lamm kurz vor Ostern

Nach zwei Nächten führte uns unser Weg weiter nach Arrowtown. Hier gibt es viele restaurierte Häuser aus dem 19. Jahrhundert. Eine Straße läd zum Schlendern ein, wir trinken einen Kaffee, laufen am Fluss entlang und folgen unserem Weg weiter nach Wanaka.

Arrowtown
Arrowtown

In Wanaka gefällt es uns noch besser, als in Queenstown, zumindest wenn man das See-Berg-Panorama vergleicht. Ein längerer Spaziergang entlang der Promenade fährt uns zum viel fotografierten einsamen Baum im Wasser und wie so einige Dinge (z.B. Eifelturm & Freiheitsstatue): er ist erschreckend klein und unspektakulär.

Einsamer Baum im Lake Wanaka
Einsamer Baum im Lake Wanaka

Auch unser Platz für die Nacht war einsam und wunderschön.

Unser Nachtlager nahe Wanaka
Unser Nachtlager nahe Wanaka

Gestern ging es dann an die Westküste, mehr dazu aber im nächsten Artikel.