Kopfkino

USA: Das Tal des Todes – Überleben

Gestern war es warm. Wirklich? Nein – heute sollte es richtig warm werden.
Bevor wir die Nase nach draussen steckten, haben wir uns über das Wetter heute erkundigt: 44 Grad, Sonne satt. Oh je – das wird was werden. Glücklicherweise hielten sich anfangs noch ein paar Wolken am Himmel.

Unsere Tour folgte heute südlich der Badwater Road entlang. Erster Stopp war der Golden Canyon. Wir haben uns ein paar Meter zu Fuß in den Canyon hinein gewagt, doch dann entschieden, dass das heute echt nicht sein muss. Selbst der Wind war brennend heiss und sorgte nicht für Abkühlung.
Also weiter.
Nächster Stopp war Devils Golf Course, mit seinen großen Salzbrocken, entstanden durch Wind und Regen. Golfspieler mit Hörnern haben wir hier jedoch nicht gesehen. Komisch.
Weiter trieb es uns ins Bad Water Basin, Nordamerikas tiefsten Punkt mit 86 Metern unter Normal Null (übrigens – der tiefste Punkt weltweit ist 454m tief und liegt in Zentral-China). Mit dem Auto kommt man zwar nur bis auf 85 Meter, aber das reicht. Bad Water ist eine Senke mit einem Salzsee dessen Ufer salzverkrustet ist. Hatten wir erwähnt, dass es auch hier verdammt heiss war? War es.

Von hier aus sind wir den Weg zurück und haben noch die Natural Bridge (samt Wanderung von ca. einem Kilometer) angeschaut. Hier war es so heiss, dass die trockene Hitze in den Augen gebrannt hat. Der Weg wäre noch weiter gegangen, jedoch haben wir uns den Rest unserer Gesundheit zuliebe geschenkt.
Anschliessend führte unserer Weg durch die Artists Palette, eine Felsformation in den unterschiedlichsten Farben. Daher auch der Name „Malerpalette“.

Nun bogen wir ab auf die 190 in Richtung Südosten. Finales Ziel war der Dantes View. Zunächst machten wir aber einen Abstecher zum Twenty Mule Team Canyon – einem Weg, wie ihn früher die Wagen mit bis zu 20 Pferden durchfuhren. Nun ja, wenig spektakulär. Aber scheinbar gab es noch diverse Minen abseits des Weges, die wir aber diesmals ausgelassen haben. Dies auch aufgrund der Gefahren wie Schlangen, Skorpionen und einstürzenden Holzkonstruktionen usw.

Dantes View ist ein Aussichtspunkt mit 1669 Metern Höhe, der einen gigantischen Blick auf das Death Valley, Bad Water und den 3368 Meter hohen Telescope Peak bietet.

Auf dem Rückweg machten wir noch kurz Halt am Zabriskie Point, liefen etwas den Berg hinauf und hatten Blick auf spektakuläre Farben und Bergformationen.

Ab hier entschieden wir uns für den Hotel-eigenen Pool, da weitere Ziele einfach zu weit entfernt sind. So zum Beispiel The Race Track, wo sich nachts bis zu 350kg schwere Steine ohne offensichtliches Zutun bewegen.
Der Pool war dann aber auch wärmer als erhofft und bat nur wenig Abkühlung. Insofern entschieden wir uns für das Schreiben von Postkarten und zwei neuer Blog-Einträge.
Heute Abend/Nacht schauen wir uns noch den hoffentlich klaren Sternenhimmel an, um dann morgen weiter in Richtung Valley of Fire zu ziehen.

Lasst euch nicht von unseren Texten irritieren – wir sind wirklich schwer beeindruckt von dem, was der Mensch hier schon geleistet hat. Man muss sich vorstellen, dass es hier schon sehr lange Indianer gab und auch die ersten Siedler und Goldsucher das heisse Land nicht im klimatisierten PKW durchkreuzten, sondern eben auf Pferden und entsprechenden Pferdewagen. So liest man auch von Begebenheiten, dass Siedler ihre Pferde essen mussten, da weit und breit weder Nahrung noch Wasser zu finden war. Nachvollziehbar.

USA: Das Tal des Todes – Der Weg hinein

Für alle daheim Gebliebenen ist es sicher kein Trost, wenn wir euch sagen, dass wir heute bei ca. 44 Grad Celsius im Death Valley unterwegs waren. Oder? Aber alles der Reihe nach.

Die Anreise erfolgte bereits gestern (raus aus dem Yosemite und über den Mono Lake). Am späten Abend sind wir dann von Lone Pine aus in das Death Valley vorgestoßen. Wir haben vollgetankt, Wasser und einige Snacks für den bevorstehenden Wüstentag gekauft. Alleine die Anreise vom Mono Lake bis Höhe Lone Pine ist einfach atemberaubend. Hier waren definitiv auch Terraformer am Werke. Was für ein weites Land.

Der Weg führte zunächst vorbei am Owens Lake, einem ehemals gewaltigen See, der dem Wasserdurst Kaliforniens zum Opfer gefallen ist. Insbesondere dem von Los Angeles. Der See ist quasi leer und mittlerweile salzig. So kann man die Natur zerstören.
Dennoch – ein beeindruckendes Gebiet.

Ab hier wird es umso unwirklicher je mehr man sich dem Death Valley nähert. Die Berge werden bunter und das Thermometer steigt merklich an. Auch die Menge der Fahrzeuge nimmt ab. Eins wird klar – wir nähern uns leicht lebensfeindlichem Gebiet.
Aber ganz so wild wurde es am ersten Abend dann doch nicht.
Nach der ersten Bergkette offenbart sich der erste ausgetrocknete See – und mittendurch folgt unsere Strasse, gerade, wie an einer Schnur gezogen. Einfach spektakulär.

Es folgten die ersten Hinweisschilder, dass man ja nicht von den Strassen abweichen sollte. Und an Steigungen bitte die Klimaanlage ausstellen, um eine Ãœberhitzung des Motors zu verhindern. Wir haben das mal ignoriert und deutlich gesehen, dass das kein Witz ist. Die Motortemperatur stieg prompt und deutlich an.

Erstes Ziel im Death Valley waren dann die Sanddünen bei Stovepipe Wells. Hier hatten wir uns vorgenommen den Sonnenuntergang zu betrachten. Leider stand die Sonne für tolle Fotos etwas ungünstig und wir bekamen mehr die Schattenseite der Dünen zu Gesicht. Letztlich fanden wir einen schönen Platz in den Dünen und konnten der untergehenden Sonne noch einen letzten Gruß zuwerfen.

Unser Ziel war in greifbarer Nähe und so fuhren wir weiter hinab in das Tal des Todes. Das Navi bestätigte uns eine Tiefe von unter 70 Metern. Ja, wir waren in einem Tief. Aber nicht in einem, wie es gerade über Deutschland fegt. Sorry für den Seitenhieb. Wir wurden im Hotel von noch immer über 30 Grad C begrüßt – und keine Wolke am Himmel.
Es folgte Abendbrot im vermutlich einzigen Restaurant weit und breit. Auf dem Heimweg zum Zimmer zeigte sich ein perfekter Sternenhimmel – ohne den Lichtschmutz einer Großstadt. Diesen Himmel werden wir wohl heute noch etwas genauer betrachten.

USA: Yosemite

Vorgestern haben wir uns, nachdem wir einmal nicht um fünf aus den Federn sind, auf den Weg zum Yosemite Nationalpark gemacht. Wir haben uns in Oakhurst nahe des Südeingangs zum Park einquartiert und sind bei der Anfahrt direkt zum Yosemite durch gefahren.
Unser Strassenkreuzer fuhr wie gewohnt sehr elegant durch die verschiedenen Zonen von Napa bis zum Park, raus aus den Bergen, über flaches Land, wieder hinein in die Berge.
Bemerkenswert waren die letzten einhundert Kilometer des Gesamttrips von ca. 380km Länge. Der Weg führte von elendig flachem Land mit sehr geraden Strassen hinein in die bergige Gegend der Sierra Nevada. Ein schöner Anblick.

Yosemite selbst ist toll. Wirklich toll.
Unser Ziel für den Rest des Tages waren die Sequoias im Mariposa Grove am südlichen Parkeingang. Sequoias sind Mammutbäume, die nicht die höchsten, jedoch die umfangreichsten und kräftigsten Bäume sind. Viele der Bäume im Mariposa Grove sind 3000 – 4000 Jahre alt und haben viele Feuer, Dürren und anderes überstanden. Nach zwei Stunden Wanderung durch den wirklich schönen Wald samt Bäumen, Vegetation und Tieren hatten wir dann die Nase voll und fuhren zurück zum Hotel. Check-In, die Suche nach einer geeigneten Nahrungsmittelaufnahmestelle, Speis und Trank, gute Nacht.
Erneut ein toller Tag mit bleibenden Erinnerungen. Dazu ein paar Bilder.

Gestern hatten wir uns für den zweiten Yosemite-Tag wirklich viel vorgenommen. Zunächst fuhren wir von Oakhurst durch den südlichen Parkeingang bis zum Glacier Point. Das ist ein sehr hoch gelegener, toller Aussichtspunkt auf das Yosemite Valley, einige der Wasserfälle, den Half Dome (2.693 m) und vielen anderen Bergen rund herum. Großartige Ausblicke boten sich, es war herrlich!

Anschließend fuhren wir die Straße wieder runter und hinein ins eigentliche Tal. Blendet man ein wenig aus, dass es schon eine Menge Parkplätze, einige Campingplätze und einen vollkommen überteuerten Supermarkt gibt, ist auch das Yosemite Tal mit all seinen Naturschönheiten ein Gedicht.
Wasserfall an Wasserfall Рwir sind auch zur besten Schneeschmelze hier Рtolle Bergwiesen, Wald, Berge, Gestein ohne Ende, einfach unglaublich sch̦n! Nach ein paar Zwischenstopps am ein oder anderen Wasserfall, immer auf der Suche nach den sch̦nsten Bildern, und einem kleinen Mittagssnack, entschieden wir uns dann eine kleine Wanderung zu starten.
Etwas entfernt vom eigentlichen Parkplatz starteten wir den ca. 3km langen Weg hinauf zum Vernal Fall. Vom Tal aus gar nicht einsehbar, jedoch hatten wir ihn zuvor schon vom Glacier Point gesehen. Der Weg hatte es in sich, war zwar meist mehr als gut befestigt, jedoch auch steil und sonnig. Nach ca. 1,5h waren wir auf dem oberen Plateau des Wasserfalls. Riesige Steinplatten bilden ein Plateau und auch einen kleinen Pool bevor es dann bergab geht. Vor 5 Jahren wurde hier noch todesmutig gebadet, heute ist das bereits verboten. Schön ist es dennoch am Wasser auf einen der großen Steine im Schatten zu sitzen und einfach durchzuatmen. Der Vernal Fall ist übrigens 97m hoch. Ein kleines Stückchen weiter bergauf schließt sich dann der Nevada Fall an, 181m hoch. Aber seht selbst:

Nach ca. 1 Stunde „Abstieg“ und einer kurzen Abkürzung per Shuttle-Bus waren wir dann wieder – gut durchgeschwitzt – am Auto.
Auf der Ausfahrt aus dem Tal gab es noch einen kurzen Halt an den beeindruckenden Yosemite Falls – diese sind in Summe 739m hoch und damit die höchsten Wasserfälle in Nordamerika (ja, Niagara Fälle sind breit und haben Massen an Wasser, sind aber nicht tief!). Echt beeindruckend – ebenso die Stiche die wir von den paar Minuten an Armen und Beinen davon trugen!

Die Vielfalt an Tieren, die wir an diesen Tagen gesehen haben, war auch eine Ãœberraschung. Am Häufigsten haben wir Steinbären, Holzbären und Schattenbären gesehen. Nein, Spaß beiseite – wir wollten so gern einen Bären sehen, dass wir irgendwann in jedem Schatten und Stein einen gesehen haben 🙂 Aber was gab es wirklich zu sehen: Maultierhirsch und -reh, Eichhörnchen, Goldmantelziesel, Diademhäher (Vogel) und sogar eine Klapperschlange. Die Eichhörnchen waren schon fast eine Plage, jedoch auch ganz süß. Ein besonderes Exemplar gab es auch da: das Nasshörnchen. Auf unserem Abstieg vom Vernal Fall kam es uns patschnass entgegen. Aber dazu sind ein paar Bilder bereits in den Galerien oben und unten.

Nach einer späten Ankunft in Mariposa im Südwesten des Parks und einer kurzen Nacht ging es dann heute weiter Richtung Death Valley. Die Strecke von insgesamt 534km sollte uns den ganzen Tag beschäftigen, war aber kein bisschen schlimm. Für die ersten 173km bis zum Mono Lake haben wir 4h gebraucht! Klar, es ging noch einmal Richtung Yosemite rein, dann nördlich raus, östlich rüber mit einigen Fotostopps – alles noch im Yosemite Nationalpark. Am Mono Lake, einem der ältesten Seen der Erde mit ca. 750.000 Jahren und einem extrem hohen Salzgehalt gab es noch ein paar Bilder mehr und dann ging es nur noch südlich Richtung dem Tal des Todes. Beeindruckende Natur und Landschaften, unglaubliche Weiten und Schönheit. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag zum Death Valley.

USA: SFO Teil II und Napa Valley

Heute hatten wir ein kleines, ausgefallenes Ballon-Erlebnis, aber dazu später mehr.

Ballon-Erlebnis

Unser zweiter Tag in San Francisco startete im italienischen Viertel North Beach, wo wir zielstrebig das Caffe Trieste zum Frühstück ansteuerten. Eine Empfehlung meines Reiseführers, das Cafe gibt es seit über 50 Jahren, gegründet vom „Espreso Pionier der Westküste“ und hat den besten Espresso der Stadt, mit toller Musik . Ähm ja. Also die Milch samt viel zu dickem Bauschaum wurde lieblos auf unseren Espresso gekippt, um zu einem Cappuccino zu verschmelzen, die Gebäckteilchen waren für amerikanische Verhältnisse ganz lecker, aber sehr kalorienhaltig und der Self-Service war etwas hektisch. Entsprach nicht ganz unseren Erwartungen.
North Beach an sich ist ein super nettes, gemütliches Stadtviertel und wir entschlossen uns noch auf den Coit Tower, dem besten Aussichtspunkt der Stadt zu laufen. Die Golden Gate Brücke gab es zunächst auch an unserem zweiten Tag nicht zu sehen, jedoch wussten wir ja, dass wir später noch mit dem Auto über die Brücke die Stadt verlassen werden. Der Ausblick war ganz nett und hier und da waren exponierte nicht vermutete Wohnungen und große Terrassen zu sehen.
Anschließend ging es noch eine Runde durch Chinatown – das zweitgrößte außerhalb Asiens – aber der Kitsch sprang uns dermaßen entgegen, dass wir nicht lange blieben. Stattdessen machten wir noch einmal einen Abstecher Richtung California Street Ecke Powell Street (hatten wir am Vortag vom Cable Car aus gesehen), um die tolle Aussicht noch auf einem Foto festzuhalten.
Aus nur zwei Blocks Fußweg wurden ganz schön lange zwei Blocks, denn es ging steil bergauf 🙂
Das wars in SFO, wir fuhren zur Mietwagenstation, etwas Nachverhandlungen und dann haben wir Richtung Norden die Stadt verlassen. Fotos vom Auto weiter unten.

Nach 85 gemütlichen Kilometern kamen wir dann also im freundlichen Napa, dem Tor zum Napa Valley an. Erste Weingüter hatte man schon gesehen, doch wir starteten nur noch ins Hotel und zum Essen. Das Bounty Hunter ist eine echte Empfehlung als Weinbar und für gutes Essen. Geworben wird hier mit dem Beer Can Chicken, einem ganzen Hühnchen, das auf einer Bierdose auf dem Grill stehend gegart wird.
Torsten hatte Rippchen, ich das besagte Beer Can Chicken in einem Sandwich. An dem Abend erfuhr Torsten auch schon, dass wir am nächsten Tag um 5 Uhr aufstehen mussten. Das Gesicht hättet ihr sehen müssen: im Urlaub? 🙂 Mehr zum Warum später.

Am nächsten Vormittag starteten wir mit einer gemütlichen Tour ins Napa Valley, wir hatten einige Empfehlungen von Freunden und Kollegen und fuhren erst einmal bis zur nördlichen Stadt Calistoga durch. Sehr schöne, grüne Gegend und Weinfeld an Weinfeld. Das erste Weingut, an dem wir hielten war das Chateau Montelena – ganz nett angelegt, Verkostung an der Bar möglich, Tour nur self-guided und es gab außer der Außenanlage nicht viel zu sehen. Schade!
Dann fuhren wir zum Sterling Vineyards, exponierte Lage, Gondel zum Gutshaus, tolle Ausblicke, drei Weine im Basispaket der Verkostung, Sonne satt. Wir hatten natürlich noch das Special mit vier weiteren (besseren) Weinproben. Oh je! Und dann gab es zum Abschied noch eine weitere für mich. Eine Flasche mogelte sich irgendwie in unser Auto, nicht ganz günstig, hat aber geschmacklich sehr überzeugt. Ãœberraschender Weise ein Weißer – Malvasia Bianca. Naja… und ich war nach 3 Basic, 4 Exklusiven und 1 weiteren Probe gaaanz schön k.o. Ein kurzer Zwischenhalt am Beringer Weingut auf dem Heimweg mit ein paar Fotos, dann weiter – ich konnte wirklich nichts mehr Verkosten. Das Louis Martini haben wir ausgelassen, hat uns mit der dichten Lage an der Straße nicht so gereizt und das Robert Mondavi kann man nur nach vorheriger Anmeldung besichtigen.

Der darauf folgende Vormittag führte uns dann ins westliche, größere Tal: Sonoma Valley. Es ist in der Tat nicht so touristisch wie Napa und auch sehenswert. Wir hatten kein richtiges Ziel und schauten erst einmal die Gegend und Sonoma an, dann stoppten wir am Chateau St. Jean. Vom Chateau an sich sehr schön angelegt, grün, gut gepflegt, ein nettes „Häuschen“. Das Wetter meinte es auch wieder gut mit uns. Die Weinproben gefielen uns jedoch in Summe im Sterling vom Vortag besser. Im St. Jean gab es schon auch einen Favoriten, rechtfertigte aber unserer Meinung nach keine 90 USD pro Flasche. Den Rückweg fuhren wir dann statt außen entlang über eine kleine Straße quer über die Berge zurück nach Napa. Urige, wilde Wälder und kurvige Straßen waren ganz toll anzusehen.

Was geschah in den zwei Tagen zwischen 5 Uhr und „Vormittags“?

Anlässlich Torstens bevorstehenden Geburtstag hatte ich schon seit einiger Zeit einen kleinen Plan ausgeheckt. Zum Sonnenaufgang musste man am Treffpunkt sein und dann sollte es los gehen. Vor dem Treffpunkt wurde ich durch ein Auto verraten und die Überraschung lag auf der Hand: eine Ballonfahrt über das Napa Valley.
Es gab „awesome, wonderful, freshly brewed“ Starbucks Filterkaffee und Gebäck: Zucker in Muffin-Form. Anschließend warten, warten, warten … die vier Ballonfahrer schauen noch wo heute der beste Startpunkt ist. Ja vier Fahrer, vier Ballons und eine Menge Leute die mit uns warteten. Nach 30-45 Min Warten ging es dann zum Startpunkt: 45 Min entfernt im östlichen Nachbartal. Dort wurde dann alles vorbereitet und schließlich abgebrochen, da der Wind am Boden zu böig war. Enttäuschung auf meiner Seite! Vorfreude auf Torstens. Hieß aber auch, dass wir am nächsten Tag nochmals 5 Uhr aufstehen mussten 🙂
Gesagt, getan, heute klingelte der Wecker wieder 5 Uhr, wir aßen Zucker-Muffins und dann ging es auch schon los. 10 Min Autofahrt, diesmal blieben wir im Napa Valley, Vorbereitungen der Ballons, reinklettern, ab nach oben. Alles viel schneller als gestern und zum Glück auch weniger Leute! Unser Ballon war einer der größten seiner Art, wovon es nur 5 Stück in USA gibt.
Dann der Aufstieg – ein tolles Gefühl. Anfangs etwas mulmig, Torsten hat auch Höhenangst, aber da musste er durch. Die Ausblicke waren herrlich, die Fahrt ganz toll. Wir lassen die Bilder sprechen. Sicher für Napa Valley ein einmaliges Erlebnis!
Nach 1h 15min landeten wir dann weiter südlich und wurden zurück zum Treffpunkt gefahren. Dort wartete ein Champagner-Brunch auf uns – der für amerikanische Verhältnisse super war. Und es gab den erwarteten Kommerz: Fotos und T-Shirts wurden angeboten und von uns nicht gekauft. Was für ein Morgen! Der war nun wirklich „awesome und wonderful“!
Den Rest des Tages habt ihr oben schon gelesen. Jetzt geht es noch zum Steak essen und dann ab ins Bett und morgen früh nach Yosemite zu den Sequoias. Wir werden wieder berichten!

USA: Anreise und San Francisco

Widmen wir uns Teil eins unseres Urlaubs in und zum Teil auch durch die USA. Teils eins besteht zunächst aus der Anreise, welche durchaus ein paar Zeilen Erwähnung verdient hat, und dem ersten Tag San Francisco.

Die Anreise verlief nicht so ganz wie erwartet. Der erste Flug von Berlin nach New York funktionierte reibungslos. Okay, mal davon abgesehen, dass Air Berlin in Terminal B nicht mal eine Lounge anbietet und die Dame am Schalter sowas von unfreundlich war (was sicherlich einen Beschwerdebrief nach sich ziehen wird). Davon mal abgesehen, war der Flieger tip top in Ordnung und der Service einwandfrei. Das Entertainment Programm an Bord war ebenfalls vom Feinsten.
In New York hatten wir ursprünglich zwei Stunden Aufenthalt. Mit einer halben Stunde Verspätung wird man bei den verbleibenden Einskommafünf Stunden schon etwas nervös, wenn man weiss, was Einwanderungsbehörde und Gepäckaufnahme in den USA bedeuten kann. Aber völlig unerwartet wurde aus beim Verlassend des Fliegers ein ‚priority access‘ Ticket in die Hand gedrückt. Sehr zuvorkommend. Damit hatten wir überall Zugriff auf die schnelle Schlange, sowohl beim Immigration als auch beim Security Check. Schwups – 45 Minuten nach Verlassen des Flieger standen wir schon am neuen Gateway für den Flug nach San Francisco.

Der neue Flieger stand auch pünktlich bereit. Dummerweise sagte man uns 20 Minuten nach dem geplanten Abflug, dass der Flieger einen technischen Defekt habe. Wer das Flugzeug verlassen möchte, der dürfe dies tun … so am Anfang die Durchsage. Dies wandelte sich schnell in „alle raus“.
Aus den anvisierten 45 Minuten Verspätung wurde ätzende drei Stunden.
Die geplante Abreise in New York war um 18 Uhr. So wirklich los ging es dann um kurz nach 21 Uhr. Entsprechend spät waren wir dann in San Francisco. Es war bereits ein neuer Tag.

Nach einer kurzen aber durchaus erholsamen Nacht starteten wir somit in den ersten Tag San Francisco. Dem Wetterbericht folgend haben wir uns mit Pullover und Jacke bewaffnet in die Innenstadt begeben, zunächst auf der Suche nach einer geeigneten Lokation für die Frühstücksaufnahme. Jene wurde auch schnell gefunden und ein typisches, amerikanisches Frühstück kam auf den Tisch. Ei, Omelette, Schinken, O-Saft, nicht so überragender Kaffee. Alles gut.
Zudem lachte uns die Sonne entgegen, obwohl die Temperaturen noch Potenzial nach oben boten.

Nach etwas Fußmarsch, in Richtung Union Square und Umgebung, stand eine Tour mit der Cable Car auf dem Programm. Unser Ziel war Fishermans Wharf – eine der Attraktionen in San Francisco mit Fischmarkt und allerlei Restaurants, Pubs und Geschäften.
Dummerweise war dieses Wochenende Memorial Day und insofern haufenweise Kurzzeit-Touristen in der Stadt. Demzufolge lange Schlangen an näherungsweise allen Attraktionen – den Cable Cars eingeschlossen. So positionierten wir uns etwas abgesetzt von der ersten Haltestelle zusammen mit ca. 40 Leuten vor uns in der Schlange.
Nach geschätzten 50 Minuten waren wir dann auch an der Reihe und ergatterten zwei nette Plätze direkt an der Aussenseite der Cable Car. Perfekte Lage zum Fotografieren.
Ebenso perfekt zeigte sich nun das Wetter, die Sonne lachte und wir machten uns auf in Richtung Meer.

Am Meer angekommen (Fishermans Warf) mussten wir leider erkennen, dass uns tief hängender Nebel die Sicht auf die Golden Gate Bridge versperrte. Sowas aber auch. Und was ich nicht sehe, das existiert auch nicht 😉
Demnach musste sich die Brücke noch beweisen und aus der Nähe heraus betrachtet werden. Dazu später aber mehr.
Für uns stand nun ein Besuch der Gegend um Fishermans Wharf auf der Liste. So machten wir uns auf den Weg entlang der Piers mit ihren diversen (Touristen)Attraktionen und Futterständen.
Da uns so langsam etwas Hunger überkam, suchten wir uns ein nettes Lokal und begannen den Nachmittag mit etwas Bier, Fish and Ships und lecker in Knobi gebratenen Shrimps. Letztere waren echt der Knüller und bei einem halben Pfund auch sättigend 😉
Anschliessend arbeiteten wir uns weiter hinab in Richtung Pier 39, wo (verdammt faule) Seelöwen die Attraktion schlechthin waren.
Auch Alcatraz zeigte sich in der Ferne und dahinter, noch leicht in den Wolken, Angel Island. Wirklich hübsch hier die Gegend.
Ein Blick zurück lohnt sich auch – die Skyline von San Francisco ist durchaus sehenswert.

Für den Nachmittag hatten wir noch eine Radtour auf dem Programm. Ziel war die Golden Gate Bridge, besser gesagt eine Überfahrung jener. Man kann dies auch zu Fuß erledigen, aber die Entfernung ist nicht ganz zu unterschätzen. Ein Fahrrad bietet sich da schon an.
Aus „wir mieten uns mal ein Rad“ ist ganz ordentlicher Massentourismus geworden. Leider.
Uns wurde ein Rad mit „wow, this Bike has Disc Brakes“ Scheibenbremsen angeboten. Wohl gemerkt – noch rein mechanische Scheibenbremsen. Nach einer kleinen Einweisung samt Helm Aufsetzen konnten wir dann starten (ich will ja nicht oberklug sein, aber auch einen Helm richtig anpassen ist nicht unwichtig. Sonst ist er im Falle eines Falles sogar eher nachteilig. Aber hey – es ist ja Urlaub und zudem die USA).
Der Wind war schon richtig ordentlich und wir hatten gut zu kämpfen. Aber die Tour bis hin zur Brücke war toll. Schönes Wetter, schönes Meer, schöne Wellen und entsprechende Sportler auf dem Wasser (Surfer und Kiter). Eine Augenweide.
Die Golden Gate Bridge lag noch recht ordentlich im Nebel, sodass die Sicht deutlich eingeschränkt war. Aber auch das hat so seinen Charme, wie die Bilder zeigen.
Am anderen Ende der Brücke sollte die Tour in Sausolito enden. Eine kleine Stadt, die scheinbar nur von sehr sehr reichen Menschen bewohnt wird. Man man man – stehen dort Hütten rum. Chic.
Ziel in Sausolito war die Anlegestelle der Fähre. Dummerweise hatte Hundert andere Radfahrer auch diese Idee. Hier bahnten sich erneut lange Wartezeiten an. Kurzer Hand haben wir umdisponiert und zusammen mit zwei anderen Pärchen ein Taxi gemietet, welches uns trotz Stau in knapp einer Stunde wieder an den Ausgangspunkt brachte. Das zudem zu einem fairen Preis.

Den Abend beendeten wir nun am Fishermans Wharf bei Burger, Chicken und Bier und in einer netten Bar.
Ein wirklich toller Tag, der für uns beide gegen 22 Uhr im Bett endete. Wir waren platt und schliefen innerhalb von wenigen Minuten ein.