Kopfkino

Whistler – Willkommen im Paradies der Gravity Fraktion

Whistler, für Daniel und mich quasi das Mekka der abwärts orientierten Mountainbiker. Whistler ist DER Standard in Bezug auf einen amtlichen Bikepark. Das wird auf der gesamten Welt so gesehen. Da wir nun schon eine geraume Zeit ohne Rad unterwegs waren, mussten wir hier (ganz egoistisch) ein paar Tage Stopp einlegen. Der RV Park war nett gelegen, etwas abseits vom bunten Trubel und etwas näher an der Natur. WiFi wurde zwar angepriesen, war aber bei unseren Plätzen faktisch nicht vorhanden. Egal.
Der erste Abend wurde mal gleich mit $45 für nicht artgerechtes Parken bezahlt. Wir mussten noch einkaufen, also mit dem fahrenden Haus ab in die Stadt. Enger Parkplatz – ergo habe ich 4 Stellplätze belegt. Das fand die örtliche Ordnungsmacht wohl nicht so lustig (obwohl anders kaum machbar) und hat mich mit einem Ticket belohnt. Aber! Die Abwicklung des Zahlvorganges war mal super modern, online und mit Kreditkarte bzw. per Brief und Geld im Umschlag. Ist der Vorgang nach 7 Tagen nicht abgewickelt, so würde der Spaß gleich $70 kosten. Nun ja 😉

Für uns Jungs stand für alle drei Tage der Bikepark auf dem Programm. Tag eins begann damit, dass wir gleich mal viel zu früh an der Gondel auftauchten. So richtig geöffnet wird erst ab 10 Uhr, manche Gondel nimmt gar erst ab 11 Uhr Räder mit.
Also, in den ersten Lift – Staunen! Grinsen! Vorfreude!
Der Park ist einfach fantastisch, ein Eldorado für uns. Pikfein angelegte Trails aller Schwierigkeitsgrade, von flowig über Sprung-lastig bis hin zu rumpelig und sehr technisch und extrem steil. Gelegentlich auch alles in Kombination. Tag eins gab uns einen schnellen Einblick in die Vielfalt des Parks und wir waren schlichtweg begeistert. Der Berg barg noch mehr Potenzial für die folgenden Tage.
Die Mädels (samt Niklas natürlich) mussten sich am ersten Tag selbst vergnügen und starteten mit einer Bummeltour durch Whistler, trafen uns Männer an der Gondel zum Mittag und bummelten anschliessend weiter durch zahlreiche Shops (Whistler mag man sich im Winter kaum vorstellen, hier trifft sich die Schickeria von Vancouver, zeigt was man hat und der Ort platzt aus allen Nähten). Hier wurden auch Pläne der Mädels für die kommenden Tage geschmiedet.

Tag zwei: Jungs zum Biken. Was sonst 😉
Heute lief es deutlich besser, wir kannten ein paar der Abfahrten vom Vortag und erkoren neue Trails als wahre Alleskönner und unsere Lieblinge (Blue Velvet, Crank it up, Duffman, A-Line, Schleyer, Crack Addict, Joyride (oh ja!), New Joke, ….. soooo viele).
Die Damen und der Zwerg hatten sich für den Nachmittag eine Wanderung durch die Baumkronen über Brücken und Plattformen gewählt (ein sogenannter Canopi Tree Walk). Die Tour dauerte leider nur 1,5 Stunden statt der angepriesenen 2 Stunden und war wohl eher etwas enttäuschend, da es ein sehr kurzer Weg war und doch zu viel vom Guide zwischendurch erzählt wurde. Sehr schade. Auch, wenn das Gesehene sicherlich interessant war. Darauffolgend kümmerten sich die Frauen um Fleischzufuhr, besorgten entsprechendes Grillgut und liehen einen Gasgrill am Campingplatz. Nicht ganz billig, aber wir hatten bis dahin nicht ein einziges Mal gegrillt oder auch nur ein Lagerfeuer gemacht. Schrecklich!
Die Steaks gelangen nicht perfekt, aber der Grill war nun auch eher nicht so vertraut.

Tag drei sollte der letzte Tag für uns Jungs im Bikepark sein. So hatten wir für diesen Tag den „Top of the World“ Trail angedacht – eine (angeblich) spektakuläre Abfahrt von der Spitze des Berges. Die regulären Lifte und Gondeln des Bikeparks fahren nicht komplett bis auf die Spitze, man muss sich diese eine Abfahrt quasi erkaufen. Für $17 und entsprechend frühzeitige Anmeldung wird man für den finalen Lift zugelassen. So taten auch wir.
Der Ausblick von dort oben soll Atem raubend sein. Blöd nur, dass wir nicht sonderlich viel Glück mit dem Wetter hatten und permanent Nebel die höheren Ebenen umschloss. Im Wechsel mit tief hängenden Wolken. Ja gut, zum Radfahren mag ich das Klima. Etwas kühler, nicht so stickig.
So fuhren wir durch geisterhaften Nebel hinauf zum Gipfel, jeder für sich alleine im Lift. Schon komisch. Besonders dann, wenn unter einem ein tiefer Abhang klafft. Gruselig.
Der Trail bot keine tolle Aussicht, war aber für sich genommen wirklich sehr gut. Schnell, technisch, einfach wunderbar.
Wir beendeten unseren Tag im Bikepark mit dem guten Gefühl, näherungsweise alle Trails mindestens einmal gefahren zu sein. Ja, eventuell nicht wirklich alle, aber wir waren nahe dran. Viele davon aber mehrfach. Für mich persönlich ein fantastisches und in Erinnerung bleibendes Erlebnis.
Kristin hatte sich für den Tag ein Rad geliehen und startete eine Tour vorbei an Whistler und diversen Seen, um sich anschliessend mit Sylvie und Niklas am Green Lake zum Mittag zu treffen.
Gegen Nachmittag übernahm Daniel den kleinen Niklas und die Mädels begannen ihren wohl verdienten Ausflug in den Abend. Auf dem Programm stand eine Bärentour von 17 Uhr bis 20 Uhr. Beste Bärenzeit. Ergebnis: sechs Schwarzbären, darunter Bärenmänner und Bärenfrauen und ein Bärenkleinkind. Fette Ausbeute! Die Tour hatte sich erneut gelohnt.
(ich glaube ja, dass wir dazu Talent haben … dazu eventuell mehr im Blogeintrag zu Banff).

Der kommende Tag sollte uns nach Banff führen, wenn auch nicht direkt. Wir haben den weiten Weg mit einem Zwischenstopp in Salmon Arm unterteilt. Der Weg raus aus dem Gebiet um Whistler war noch einmal sehr schön, gefolgt von einer eher trostlosen Gegend um Kamloops (auch ein Bikeparadies) bis nach Salmon Arm. Am Tag darauf ging es dann von Salmon Arm nach Banff. Beide Tage rund 400km Fahrt, die mit dem WoMo auch erst einmal hinter einen gebracht werden müssen.
Im nachfolgenden Beitrag dann mehr von Banff.